In der Natur nicht überlebensfähig

"Tierretter" befreien Uhu aus seinem Gehege - doch damit treiben sie ihn in den Tod

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Der Uhu aus dem Wildwald Voßwinkel wurde von selbsternannten "Tierrettern" aus seinem Gehege befreit - und verhungerte, weil er in freier Wildbahn nicht überlebensfähig war.

Selbsternannte "Tierretter" befreien einen Uhu aus seinem Gehege in einem Wildpark im Sauerland. Der Greifvogel ist allerdings in Freiheit nicht überlebensfähig - und verhungert noch auf dem Gelände des Parks. Die ganze traurige Geschichte.

  • Unbekannte haben einen Uhu aus seinem Gehege im Wildwald Voßwinkel freigelassen.
  • Der Uhu war allerdings in der Natur nicht überlebensfähig.
  • Das Tier verhungerte und wurde tot auf dem Gelände des Wildparks gefunden.
  • Selbsternannte "Tierretter" haben schon mehrfach dort zugeschlagen.
  • Die Verantwortlichen erklären, warum die Tiere dort in Gehegen leben.

Voßwinkel - Das siebenjährige Uhumännchen, auch "Terzel" genannt, aus der großen Nachtjägervoliere im Wildwald Voßwinkel, einem großen Wildpark in Arnsberg (Hochsauerlandkreis). "Wir haben die ganze Voliere von innen und außen gründlich untersucht. Es waren weder Löcher, noch Federn zu finden, die darauf schließen lassen, dass irgendein tierischer nächtlicher Jäger zugeschlagen hat", berichtet Michael Schoppe, der sich als Oberheger im Wildwald seit zwei Jahren um die Gesundheit und die artgerechte Unterbringung von aufgenommenen Tiere kümmert. 

Schnell sei dann die Vermutung zur Gewissheit geworden, dass erneut selbsternannte "Tierretter" aktiv waren. "Bereits vor einem Jahr war ein Uhuweibchen aus der naturnah eingerichteten, etwa 300 Quadratmeter großen und genehmigten Voliere 'befreit' worden", heißt es aus dem Wildwald. Ebenso sei das mit einem handaufgezogenen Waldkauz geschehen, dem im Januar - bei laut Wildwald "denkbar ungünstigen Nahrungsbedingungen" - der Weg in die "angeblich glückliche Freiheit" freigeschnitten worden sei. 

"Radikale Aktionen zeugen von Unwissenheit"

"Leider zeugen solche radikalen Aktionen von sehr viel Unwissenheit. Trotz der vielen Informationsschilder ist den vermeintlichen Tierrettern wohl nicht klar, dass die Vögel bei uns ihr Gnadenbrot erhalten", erklärt die Falknerin und Betriebsleiterin Anneli Noack. "Unsere Uhus wurden aufgrund schlechter Haltungsbedingungen von den Behörden beschlagnahmt. In einer Greifvogelauffangstation wird dann versucht, sie aufzupäppeln und auf lebende Beute zu trainieren. Gelingt das nicht, kommen die Tiere zu uns, um nicht eingeschläfert zu werden", schildert die studierte Försterin Noack weiter. 

"Diese Nachtgreifvögel aus ihren sicheren Volieren zu vertreiben, kommt ihrem Todesurteil gleich. Hier sind Menschen aktiv, die ohne jedes Hintergrundwissen unseren Tieren großen Schaden zufügen", bestätigt auch Oberforstmeister Lars Schmidt. 

Toter Uhu auf Wildwald-Gelände gefunden

Vor wenigen Tagen schließlich wurde das traurige Ende Gewissheit: Der Uhuterzel wurde tot am Haarhof, der auf dem Gelände des Wildwalds liegt, aufgefunden. "Er ist verhungert", teilt der Wildwald mit. 

Trauer um ein verstorbenes Tier gab es zuletzt auch im Zoo Duisburg: Ein sechs Monate altes Koala-Baby wurde tot im Beutel der Mutter gefunden. Im Sauerland starb ein Wisent bei einem Unfall: Die Leitkuh der frei lebenden Herde war mit einem Auto kollidiert.

Quelle: wa.de

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