Fahrer unter Schock

Tragischer Unfall: Wisent stirbt nach Zusammenstoß mit Auto

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Das Wisent überlebte den Unfall nicht.

[Update 13.40 Uhr] Tragischer Unfall im Sauerland: Ein Auto ist am frühen Freitagmorgen mit einer Wisentkuh zusammengestoßen. Das Tier starb an der Unfallstelle, der Fahrer erlitt einen Schock.

Winterberg - Der Unfall ereignete sich nach Polizeiangaben kurz nach 7 Uhr auf der B480 zwischen Winterberg-Hoheleye und Albrechtsplatz. 

Ein 48-jähriger Mann aus Winterberg befuhr demnach die Bundesstraße in Richtung Albrechtsplatz, als eine Wisentherde mit insgesamt elf Tieren die Fahrbahn kreuzte und es aus noch ungeklärter Ursache zum Zusammenstoß mit einem der Tiere kam. Die rund 400 Kilogramm schwere Wisentkuh wurde dabei so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starb. Die Polizei schätzt den Sachschaden am Auto auf rund 10.000 Euro.

Unfall mit Wisent: Totes Tier war die Leitkuh

"Der Trägerverein war vor Ort und hat sich um den Abtransport des toten Tieres gekümmert", erklärte Polizeisprecher Holger Glaremin im Gespräch mit der Redaktion. Der Fahrer des Autos wurde laut Polizei leicht verletzt. Er stand demnach unter Schock und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Das Auto des 48-Jährigen musste abgeschleppt werden.

Besonders traurig: Die restliche Herde blieb am Ort des Unglücks und betrachtete die Unfallaufnahme und den Abtransport der toten Artgenossin aus einiger Entfernung, berichtete Glaremin. Bei der getöteten Wisentdame handelte es sich um Sareli, die Leitkuh der Herde, wie ein Sprecher des Trägervereins auf Nachfrage bestätigte. Der Tod der "Chefin" hätte aber keine größeren Auswirkungen auf die Gruppe: "Beim Tod einer Leitkuh gibt es in jeder Herde eine 'Kronprinzessin', die deren Aufgaben dann übernimmt", sagte der Sprecher. 

Der Trägerverein hat nach eigenen Angaben am Freitagvormittag direkt Kontakt zum Fahrer des Autos aufgenommen, der nach eigenen Angaben "leichtest" verletzt wieder zu Hause war. "Zu allererst sind wir froh, dass der Unfall für den Fahrer recht glimpflich ausgegangen ist", betonte Pressesprecher Dr. Michael Emmrich. Hingegen herrsche beim Wisent-Verein Trauer über den Tod von Leitkuh Sareli:  "Der Verlust des Tieres wiegt für uns natürlich schwer", bedauerte Dr. Emmrich. "Wildunfälle kommen leider hin und wieder vor."

Begegnung mit Wisenten im Sauer- und Siegerland keine Seltenheit

Die Gegend an der Bundesstraße 480 in der Nähe des Wanderparkplatzes Albrechtsplatz ist laut Polizei bekannt für querende Wisente. Verkehrsschilder warnen dort davor. Zu einem Vorfall mit tödlichen Ausgang für das Wildrind sei es aber zuvor nicht gekommen.

Seit 2013 lebt eine Wisentherde frei im Rothaargebirge. Damals wurden acht Tiere ausgesetzt, mittlerweile hat sich die Gruppe auf mehr als 20 Exemplare vergrößert. Schnell gab es Kritik von Waldbesitzern, weil die Wisente für Schäden an Bäumen auf ihren Flächen sorgen würden. Eine Klage gegen das Land NRW und den Kreis Siegen-Wittgenstein wies das Verwaltungsgericht Arnsberg aber Anfang des Jahres zurück

Immer wieder kommt es in den Wäldern im Sauer- und Siegerland zu Begegnungen mit den Tieren - teilweise auch zu unsanften: Im Mai war eine Radfahrerin gestürzt, nachdem ein Wisent plötzlich den Waldweg vor ihr gekreuzt hatte. Die Polizei riet im Zusammenhang mit einer weiteren Sichtung bei Kichhundem, "gebührenden Abstand" zu den Tieren zu halten

Quelle: wa.de

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