Zeckenforscher: FSME-Infektionen breiten sich nach Norden aus

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Die Zecke breitet sich nach Norden aus - auch nach NRW.

Stuttgart - Die Gefahr einer Infektion mit der tückischen Krankheit FSME breitet sich nach neuen Erkenntnissen nach Norden aus. Deutsche Zeckenforscher stehen vor einem Rätsel.

Zwar traten die weitaus meisten Erkrankungsfälle (85 Prozent) im Jahr 2017 in Süddeutschland auf, jedoch seien neue Hot-Spots entstanden, unter anderem an der niedersächsisch-niederländischen Grenze.

"Wir haben eine Dynamik, die wir nicht verstehen", sagte Gerhard Dobler, der Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), am Dienstag in Stuttgart.

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr bei wenigen Menschen Infektionen mit der tückischen Krankheit FSME festgestellt worden. Das Robert-Koch-Institut registrierte 2017 drei Erkrankungsfälle nach vier in 2016 und sieben in 2015. Auch in den weiteren zurückliegenden Jahren bis 2001 waren es jeweils nie mehr als sieben Fälle.

In der Statistik des Robert-Koch-Instituts wird der Wohnort der Patienten erfasst, nicht der Infektionsort. Betroffene können sich also im Urlaub durch einen Zeckenbiss infiziert haben.

Bundesweit deutlich mehr FSME-Fälle

Bundesweit verzeichnete das Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr deutlich mehr Fälle als in den Jahren davor. 2017 waren es in ganz Deutschland 481 Fälle nach 347 im Jahr 2016 und 220 im Jahr 2015. Einen Trend zu immer mehr Erkrankungen gebe es aber nicht, hieß es.

Bayern und Baden-Württemberg und die angrenzenden Landkreise gelten seit Jahren als Risikogebiete. FSME kann zu Hirnhautentzündung führen. In der Regel wird sie durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen.

Dobler nannte eine Schwankungsbreite der letzten Jahre von 250 bis 500 Erkrankungsfällen bundesweit. Ungewöhnlich sei 2017, dass es nach Zählungen insgesamt weniger Zecken gab, jedoch mehr Erkrankungen.

Die Entwicklung sei regional sehr unterschiedlich: So sei die Zahl der Infektionen etwa in Unterfranken stark zurückgegangen, in der Alpenregion in einigen Tälern hingegen deutlich nach oben gegangen. - dpa

Quelle: wa.de

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