Ob in Privatgärten, auf Friedhöfen oder in Parks

Zünsler frisst Buchsbaum kahl - Schädling breitet sich weiter aus

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Buchsbaumzünsler

Köln - Der Buchsbaumzünsler ist in Nordrhein-Westfalen weiter auf dem Vormarsch. Der Schädling habe sich in den vergangenen Jahren zunächst entlang des Rheins und der Ruhr immer weiter ausgebreitet, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands Gartenbau NRW, Martin Walser. Inzwischen habe der Zünsler auch die Gebiete an den kleineren Flussläufen im Bergischen Land erobert und trete zudem erstmals auch verstärkt in Essen auf.

"Er arbeitet sich an Flüssen entlang und breitet sich von dort dann weiter aus", schilderte Walser.

Die Raupen des aus Ostasien nach Deutschland eingeschleppten Kleinfalters nagen in Windeseile ganze Hecken kahl. "Drei oder vier Raupen reichen, um eine Buchsbaumkugel von 25 Zentimetern Durchmesser in kürzester Zeit komplett platt zu fressen", sagte Walser. Als Folge sei der Buchsbaum-Bestand inzwischen deutlich zurückgegangen.

Das bestätigt auch die Landwirtschaftskammer NRW. "Der Buchsbaum wird immer weniger", sagte Sprecher Bernhard Rüb. Denn weil der Zünsler und außerdem ein Pilz dem Buchsbaum so zu schaffen machten, würde er kaum noch angepflanzt. Hobbygärtner setzten sich lieber unempfindlichere Gewächse in den Garten. Auch die Friedhofsgärtner greifen nach Worten von Walser nun meist zu alternativen Pflanzen.

"Das Problem ist, dass der Zünsler bis zu fünf Populationen im Jahr bilden kann", erklärte Walser. "Wenn ein Buchsbaum im April zum ersten Mal befallen wird, kann er sich davon vielleicht noch erholen. Aber wenn das dann ein paar Monate später zum zweiten oder dritten Mal passiert, geht er kaputt."

Die Bekämpfung ist nach Angaben von Fachleuten nahezu unmöglich. Man solle versuchen, die wenige Zentimeter großen Raupen mühsam abzusammeln, rät die Landwirtschaftskammer. Biologische Mittel wirkten nur, wenn sie zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt eingesetzt würden. Wer befallene Zweige abschneidet, solle diese luftdicht verpackt in die Mülltonne werfen.

Quelle: wa.de

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