Vom 12. April bis 15. Oktober / 480.000 Gäste erwartet

Zweiter Frühling: Bad Lippspringe lädt zur Landesgartenschau ein

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Hornveilchen werden im Vorfeld der Landesgartenschau in Bad Lippspringe in kleine Gummistiefel gesteckt.

Bad Lippspringe - Einst war der Kurwald zugewuchert, nun blühen dort die Hyazinthen. Zwei Kurparks bestechen durch farbenfrohe Blütenmeere und kreative Gärten. Die Landesgartenschau soll der Kleinstadt Bad Lippspringe in Ostwestfalen zu neuer Blüte verhelfen. Los geht es in einer Woche.

Der Minister möchte am liebsten gleich einen längeren Aufenthalt buchen, so begeistert sei er von dem, was er sehe: ein lichter Kurwald mit idyllisch gelegenem Teich. Dazwischen, davor und drumherum Parks mit farbenprächtigen Blumenbeeten, Sträuchern, Büschen, Gartenanlagen. Stadtwald und Blütenpracht - für Umweltminister Johannes Remmel "die schönste Kombination, die man sich vorstellen kann". 

Bad Lippspringe hat sich herausgeputzt für die diesjährige Landesgartenschau. In einer Woche (12. April) öffnet die Leistungsschau der Gartenbauer für Besucher. Als kleinste Stadt, die je Ausrichter dieser Großveranstaltung war, will der ostwestfälische Kurort im kommenden halben Jahr mindestens 480.000 Menschen anlocken - und vor allem auch dauerhaft profitieren. 

Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) lacht neben Maskottchen Lippolino. 

"In Bad Lippspringe ist alles neu, was neu musste", sagt der parteilose Bürgermeister Andreas Bee. Seit der Kurort 2011 den Zuschlag bekam, seien in der Stadt 60 Baustellen bewältigt worden. Die Hauptstraße etwa wurde generalüberholt, ein Marktplatz neu gestaltet, ein weiterer Radweg angelegt. 

Hier geht es zur Internetseite der LGS 2017

Vor allem aber arbeiteten Landschaftsarchitekten und Gartenbauer an neuen Konzepten für den Kurwald und die verschiedenen Parkflächen, die seit jeher zur Stadt gehören, aber nach den Worten von Gartenschau-Geschäftsführerin Erika Josephs "vernachlässigt und zugewuchert" waren. Jetzt recken im herrschaftlichen Kaiser-Karls-Park bunte Tulpen und Kaiserkronen ihre Köpfe in die Höhe, ein riesiger Fontänenbrunnen versprüht das Flair klassischer Sommerfrische. 

Im angrenzenden 22 Hektar großen Kurwald haben die Gartenplaner gezeigt, dass weniger Wald gestalterisch mehr sein kann: Rund 3500 Bäume wurden gefällt, zum Teil durch neue Arten ersetzt. Die Sonne kann nun Hyazinthen, Narzissen und Lenzrosen am Waldboden zum Blühen bringen. Lichtachsen geben Blicke frei auf einen idyllisch gelegenen Teich. 

Kleingärtnerin Karin Bosawe pflanzt Gänseblümchen. Die Gartenschau geht vom 12. April bis 15. Oktober 2017.

Als Flaniermeile verbindet die Fußgängerzone diesen Teil des insgesamt 33 Hektar großen Veranstaltungsgeländes mit dem Arminiuspark, der besonders stark im Zeichen der Bürgerbeteiligung steht: Kleingärtner geben hier Tipps für den eigenen Garten, Schüler experimentieren mit Gemüseanbau, landwirtschaftliche Verbände präsentieren ihre Arbeit. 

Mehr als 1000 Ehrenamtliche engagieren sich für die Landesgartenschau im Heilbad. Dank Fördermitteln - Umwelt- und Bauministerium steuerten rund elf Millionen Euro bei - sei es gelungen die Stadt aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken, freut sich Bürgermeister Bee. "Wir hätten diese Sanierung nicht allein geschafft", bekennt er. 

Die 16.000-Einwohner-Stadt hofft darauf, dass die Landesgartenschau weit über ihre Laufzeit bis zum 15. Oktober hinaus die dringend nötigen Impulse gibt. 

"Wir kommen aus einem tiefen Tal", sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Erika Josephs. Wie in vielen anderen Kurorten seien ab Mitte der 1990er-Jahre die Kurgastzahlen eingebrochen. Darunter litten Gastronomen, Einzelhändler, schließlich auch die städtischen Finanzen. 

Neuer Glanz und frischer Wind zeigten schon jetzt ihre Wirkung, ist der Bürgermeister stolz: Es gebe einen Geburtenrekord, keine freien Wohnungen mehr. Auch die sechs Kurkliniken seien wieder voll. Dass dieser Effekt anhalten möge, wäre auch im Sinne der Fördermittelgeber: "Es geht ja nicht darum eine Blümchenschau zu machen, sondern darum, die Schätze, die es gibt, zu heben", sagt Minister Remmel. - dpa

Quelle: wa.de

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