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Afghanistan: Gefecht am Flughafen Kabul – auch Bundeswehr beteiligt

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Von: Lukas Rogalla, Ares Abasi, Jan-Frederik Wendt

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Am Flughafen in Kabul herrscht weiterhin Chaos. Es fallen Schüsse. Mindestens eine Person stirbt. Der News-Ticker aus Afghanistan.

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+++ 16.14 Uhr: Bei einem Gefecht am Flughafen Kabul ist eine afghanische Sicherheitskraft ums Leben gekommen. Drei weitere Afghanen wurden dabei verletzt. Neben afghanischen Kräften seien auch US- und Bundeswehrsoldaten bei dem Vorfall beteiligt gewesen. Laut Angaben eines Bundeswehr-Sprechers waren die vier ehemaligen afghanischen Soldaten der aufgelösten Armee „im Rahmen der multinationalen Operation in die Absicherung des Flughafens“ im Einsatz gewesen.

Der Vorfall ereignete sich laut Angaben der Bundeswehr, am Nordtor des Flughafens. Über das Nordtor erreicht man die Rettungsflugzeuge. Die deutsche Botschaft warnte kürzlich davor, dass die Situation an den Zugängen sehr gefährlich sei. Es komme immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Bislang wisse man nicht, wer die Angreifer waren und ob sie auch bei dem Vorfall verletzt worden sind.

US-Soldaten am Flughafen in Kabul.
US-Soldaten am Flughafen in Kabul. © Wakil Kohsar/AFP

+++09.14 Uhr: In der nordafghanischen Provinz Baghlan konnte eine Anti-Taliban-Widerstandsfront am Samstag bereits einige Distrikte wieder unter ihre Kontrolle bringen. Laut dem afghanischen Sender Tolo News sei es dabei auf beiden Seiten zu schweren Verlusten gekommen. Nun berichtet der indischer Nachrichtensender Republic TV, dass die Taliban im Tal von Kaschnabad in der Provinz Baghlan bis zu 20 Kinder als Geiseln genommen habe. Die Kinder sollen von den Widerstandskämpfern sein.

Für eine Freilassung fordere die Taliban, dass sich die Männer ergeben, damit solle der Widerstand geschwächt werden, heißt es in dem Bericht. Ein Kommandeur der Nationalen Widerstandsfront Afghanistans schrieb auf Twitter: „Die Taliban haben ein massives Bataillon aus Kunduz geschickt, um Baghlan zurückerobern zu können. Obwohl sie zahlenmäßig überlegen sind, werden wir bis zum letzten Mann kämpfen und hier Stellung beziehen.“ Bei einer Kundgebung am Sonntag habe die Gruppe das afghanische Volk aufgefordert, aufzustehen und gegen die Taliban zu kämpfen.

Ein Junge hält ein Schild mit der Aufschrift «Stopp Terrorismus» bei einer Demonstration zur Unterstützung Afghanistans und gegen die militant-islamistischen Taliban vor dem Bundeshaus.
Ein Junge hält ein Schild mit der Aufschrift «Stopp Terrorismus» bei einer Demonstration zur Unterstützung Afghanistans und gegen die militant-islamistischen Taliban vor dem Bundeshaus. © Peter Klaunzer/dpa

Afghanistan: Feuergefecht am Flughafen von Kabul - Sicherheitskraft getötet

+++ 23.08.2021, 07:00 Uhr: Am Flughafen von Kabul hat es laut Angaben der Bundeswehr am Montagmorgen (23.08.2021) ein Feuergefecht zwischen afghanischen Sicherheitskräften und unbekannten Angreifern gegeben. Dabei sei eine afghanische Sicherheitskraft getötet und drei weitere verletzt worden, meldete die Bundeswehr im Onlinedienst Twitter. Im weiteren Verlauf des Gefechts seien auch US- und deutsche Soldaten beteiligt gewesen. Alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr seien unverletzt.

Weiterhin harren am Flughafen von Kabul verzweifelte Menschen bei großer Hitze und teils chaotischem Gedränge aus.
Weiterhin harren am Flughafen von Kabul verzweifelte Menschen bei großer Hitze und teils chaotischem Gedränge aus. © Rahmatullah Alizadah/dpa

Afghanistan-Evakuierung: Frau bringt Baby im Flugzeug zur Welt

+++ 16:25 Uhr: Eine Afghanin auf der Flucht vor den Taliban hat auf der Landebahn der US-Luftwaffenbasis Ramstein ein Baby zur Welt gebracht. Die Frau befand sich in einer Maschine aus Nahost nach Deutschland, als ihre Wehen einsetzten, wie ein Sprecher des Stützpunktes am Sonntag mitteilte. Zudem gab es Komplikationen wegen niedrigen Blutdrucks - daher habe der Pilot die Flughöhe gesenkt, so den Luftdruck in der Maschine erhöht und damit geholfen, der werdenden Mutter das Leben zu retten.
Sie gebar ihr Baby demnach am Samstagnachmittag kurz nach der Landung noch im Flugzeug, mit der Hilfe von herbeigeeilten Sanitätern. Mutter und Kind seien wohlauf.

Konflikt in Afghanistan - Ankunft auf der Ramstein Air Base
Ein Krankenwagen steht auf der Ramstein Air Base neben einem Transportflugzeug mit aus Afghanistan ausgeflogenenen Menschen. © Uwe Anspach/dpa

Ramstein dient als Drehscheibe für Evakuierungen aus der afghanischen Hauptstadt, um den Stützpunkt in Katar zu entlasten. Bis Sonntagmittag kamen laut Sprecher 30 Maschinen auf der US-Basis in Rheinland-Pfalz an, insgesamt landeten so rund 5000 Menschen aus Afghanistan dort. Sie werden dort von US-Soldaten, deren Angehörigen sowie Freiwilligen betreut. Am Sonntag werden laut Sprecher keine weiteren Flüge mehr mit Menschen aus Afghanistan an Bord erwartet.

In den vergangenen sieben Tagen sind im Gedränge am Flughafen Kabul mindestens 20 Menschen gestorben. Diese Zahl nannte ein Nato-Vertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Unser Fokus ist die Evakuierung aller Ausländer so schnell wie möglich“, fügte er hinzu.

+++ 13.04 Uhr: Die Bundeswehr hat weitere 196 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Eine Transportmaschine A400M sei um 11.19 (MESZ) vom Flughafen Kabul in Richtung Usbekistan abgehoben, teilt das Einsatzführungskommando mit.

„Die Lage dort ist nach wie vor schwierig. Es wird alles getan, so viele Schutzbedürftige wie möglich pro Flug nach Taschkent auszufliegen.“ Nach eigenen Angaben hat die Bundeswehr bisher mehr als 2300 Menschen aus Afghanistan evakuiert.

Die Bundeswehr hat weitere 196 Menschen aus Afghanistan evakuiert (Symbolbild).
Die Bundeswehr hat weitere 196 Menschen aus Afghanistan evakuiert (Symbolbild). © dpa

Nach Gedränge am Flughafen Kabul: Mehrere Kinder in Afghanistan vermisst

+++ 11.02 Uhr: Seit Tagen drängen sich Tausende Menschen am Flughafen Kabul, um vor der Taliban in Afghanistan zu flüchten. Nach Berichten örtlicher Medien sind dabei mehrere Kinder verloren gegangen. So kümmert sich beispielsweise eine Familie aus der Hauptstadt seit einer Woche um ein Kind im Grundschulalter, das es am Flughafen im Stacheldraht festhängend gefunden hatte. Bis heute seien die Eltern nicht aufzufinden.

Zudem berichten lokale Journalist:innen in sozialen Medien, dass Menschen Fotos von vermissten Kindern am Flughafen anbringen.

Afghanistan: Beim Gedränge am Flughafen Kabul sollen mehrere Kinder verloren gegangen sein (Symbolbild).
Afghanistan: Beim Gedränge am Flughafen Kabul sollen mehrere Kinder verloren gegangen sein (Symbolbild). © Samuel Ruiz/Imago

Sieben Menschen haben bei Gedränge am Flughafen Kabul ihr Leben verloren

+++ 10.04 Uhr: Am Flughafen Kabul in Afghanistan sind bei einem Gedränge sieben Menschen ums Leben gekommen. „Unsere Gedanken sind bei den Familien von sieben afghanischen Zivilisten, die tragischerweise in der Menge in Kabul gestorben sind“, heißt es in einem Statement des Verteidigungsministeriums.

Zuvor hatte ein Korrespondent des britischen Senders Sky News von chaotischen Szenen vor den Toren des Flughafens berichtet.

Afghanistan: Mehrere Tote nach Gedränge am Flughafen Kabul

Erstmeldung vom Sonntag, 22.08.2021, 7.49 Uhr: Kabul – Am Flughafen Kabul in Afghanistan soll es mehrere Tote gegeben haben. Das berichten verschiedene Medien. Aufnahmen des britischen Fernsehsenders Sky News zeigten am Samstag (21.08.2021), wie Soldaten mindestens drei Leichen mit weißen Planen abdeckten. Woran die Menschen starben, war zunächst unklar. Auf den TV-Bildern waren auch mehrere Verletzte zu erkennen.

Offenbar seien Menschen im Gedränge am Flughafen Kabul „gequetscht“ worden, berichtet Sky-News-Reporter Stuart Ramsay. Rettungskräfte waren von einem Verletzten zum anderen geeilt. Laut Ramsay seien die wartenden Menschen am Flughafen „dehydriert und in Panik“. Der Reporter filmte auch Soldaten, die Wartende zur Abkühlung mit einem Wasserschlauch nass spritzen.

Afghanistan: Sicherheitslage am Flughafen Kabul „gefährlich“ und „volatil“

Die Sicherheitslage am Flughafen Kabul in Afghanistan hatte sich am Samstagabend immer weiter zugespitzt. Rettungsaktionen Deutschlands und anderer Nato-Staaten wurden durch chaotische Zustände massiv erschwert. Das Auswärtige Amt schätzte die Situation am Flughafen der afghanischen Hauptstadt als „gefährlich“ und „volatil“ ein.

Afghanistan: Am Flughafen Kabul soll es mehrere Tote gegeben haben (Symbolbild).
Afghanistan: Am Flughafen Kabul soll es mehrere Tote gegeben haben (Symbolbild). © Nicholas Guevara/Imago

Auch die zweifache Mutter Silla Akbari berichtet dem Spiegel nach ihrer Flucht vor den Taliban von dramatischen Szenen am Flughafen in Afghanistan: „Es entstand eine Panik, ich sah, wie Frauen stürzten und Kinder totgetrampelt wurden.“ (Jan Wendt) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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