Programmwechsel

„Anne Will“: Darum fiel der ARD-Talk am Sonntagabend aus

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Anne Will fällt am Sonntag, 16. Dezember, aus.

Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und SPD-Mann Martin Schulz waren zuletzt bei Anne Will zu Gast. Am Sonntag, 16. Dezember, fiel der ARD-Talk jedoch aus. Das ist der Grund.

  • Am Sonntag, 16. Dezember, wird in der ARD nicht „Anne Will“ gezeigt
  • Nach dem Wahlsieg am CDU-Parteitag war Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntag, 9. Dezember, bei Anne Will zu Gast.
  • Neben ihr waren auch geladen: Der ehemalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz, FDP-Vize Wolfgang Kubicki, Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann und Journalist Gabor Steingart.
  • Außer dem Parteitag in Hamburg war auch AKK‘s mögliche Kanzlerschaft ein Thema. Doch auch andere Themen sorgten für Aufsehen.

Update vom 28. Januar: Die Themen Schadstoff-Grenzwerte und Diesel-Fahrverbote bergen bekanntlich großes Zoff-Potenzial - das hat der sonntägliche Talk bei Anne Will mal wieder bewiesen. Im Mittelpunkt der hitzigen Diskussion standen diesmal jedoch zwei Ärzte.

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Update von Sonntag, 16. Dezember: Darum fällt „Anne Will“ heute aus

Fans der Talk-Sendung „Anne Will“ in der ARD schauen am Sonntag, 16. Dezember, in die Röhre: Der beliebte Polit-Talk fällt aus. Grund ist die Weihnachtspause von „Anne Will“. Zuschauer müssen gleich mehrere Wochen auf die Moderatorin und ihre Gäste aus Politik und Gesellschaft verzichten: Erst am 20. Januar wird „Anne Will“ wieder wie gewohnt um 21.45 Uhr ausgestrahlt. 

Statt „Anne Will“ läuft am Sonntag, 16. Dezember, der Tatort „Nachbarn“ aus dem Jahr 2017. 

Auch „Hart aber Fair“ mit Frank Plasberg musste kürzlich ausfallen.

Anne Will: Darum war Martin Schulz plötzlich verschwunden - Journalistin urteilt hart über Merz

Update vom 12. Dezember, 10 Uhr: Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann kritisierte am Sonntagabend bei Anne Will, dass Anhänger von Friedrich Merz nach dessen Niederlage bei der Wahl zum CDU-Vorsitz an Verschwörungstheorien stricken. Friedrich Merz sei „an sich selbst gescheitert, nicht an irgendwelchen Intrigen“, sagte sie. Wie berichtet, kursieren zum Beispiel Gerüchte, dass das Mikrofon beim Parteitag absichtlich heruntergeregelt worden sie, als Merz an der Reihe war. 

Unseren Live-Ticker zum Kreuzverhör von Angela Merkel im Bundestag finden Sie hier

Dazu sagte die Journalistin, die Lautstärke der Rede sei nicht das Problem gewesen: „Es war eine schlechte Rede, aber nicht, weil sie leise war, sondern weil sie die Menschen nicht erreicht hat, nicht emotional war, keinen roten Faden hatte, abgehoben, verkopft."

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Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann war bei Anne Will zu Gast.

Update vom 9. Dezember, 22.35 Uhr: Authentizität hat sich AKK auf die Fahnen geschrieben - und siehe da: Der Publizist Steingart bringt sie in Rage, als er nicht mehr nur - wie noch zuletzt bei Maischberger - erklärt, weshalb das Ministerpräsidentenamt im Saarland einem Bürgermeisteramt gleicht, sondern das Bruttoinlandspodukt des Saarlandes auch noch als „armselig“ bezeichnet und damit auf Kramp-Karrenbauers Heimat rumtrampelt. 

Annegret Kramp-Karrenbauer bei Anne Will.

Die CDU-Vorsitzende aufbrausend: „Das ist in höchstem Maß despektierlich“ findet sie. Vor allem, weil sich in den letzten Jahren im Saarland so viel bewegt hätte, man das Loch des Strukturwandels mit gemeinsamer Anstrengung überwunden habe. „Darauf bin ich sehr, sehr stolz und das lass‘ ich mir von Ihnen hier nicht ausreden“, fährt sie Steingart an.

Schulz ist bei „Anne Will“ plötzlich weg - Nach Minuten kehrt er zurück

Update vom 9. Dezember, 22.30 Uhr: Jetzt sorgt Martin Schulz für Aufsehen. Während die anderen Talk-Gäste über das Potential von „AKK“ diskutierten, verschwand der Ex-SPD-Chef einfach mal kurz. Nach einem Einspieler zur Parteitagsrede von Kramp-Karrenbauer war sein Platz plötzlich leer.

Als Schulz zurückkehrt, arbeitet sich Kramp-Karrenbauer gerade an FDP-Vize Wolfgang Kubicki und dem Journalisten Gabor Steingart ab. „Die Art und Weise, wie hier gesprochen worden ist, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang“, sagte sie. Manchmal werde über Frauen geredet, als „wären wir eine bemitleidenswerte Minderheit“, ergänzte „AKK“. „Wir sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung, das will ich an dieser Stelle mal ganz deutlich sagen.“ Dann huschte Schulz durch die Kamera und nahm wieder neben Kramp-Karrenbauer Platz. Die Uhr sagt: Er war gut 1.30 Minuten weg - nur wo?

Die dpa fragte im Büro Schulz nach, was war da los? Antwort: „Er war nur kurz auf Toilette.“

Anne Will erklärte nur kurz: „Herr Schulz ist kurz draußen gewesen, aber sofort wieder rein gekommen, willkommen.“ Annegret Kramp-Karrenbauer durfte sogleich mit ihrer Wortmeldung fortfahren. Warum Martin Schulz seinen Platz verließ, wird nicht erwähnt. Auch Schulz gibt dazu keinerlei Erklärung ab.

Martin Schulz fehlte minutenlang bei Anne Will. Jetzt nennt er den Grund.

Update vom 9. Dezember, 22.25 Uhr: FDP-Mann Kubicki lobt AKK, aber so, dass sie nur abschätzig schauen kann. Denn er empfindet, was viele empfinden - nämlich, dass Kramp-Karrenbauer sich den Sieg gegen Merz durch ihre engagierte Rede eingetütet hat. Nur Kubicki sagt: „Eine solche Rede hätte ich Ihnen nicht so gut zugetraut.“ Der neuen CDU-Chefin schmeichelt das nicht. Sie schaut beinahe grimmig.

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Kramp-Karrenbauer: Keine Spaltung der CDU

Update vom 9. Dezember, 22.25 Uhr: Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sieht in ihrer Partei keine Spaltung in Sachfragen. Es gebe bei vielen Themen keine großen inhaltlichen Unterschiede zwischen Friedrich Merz, Jens Spahn und ihr, betonte Kramp-Karrenbauer am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. „Es hat viel mit Habitus zu tun, viel auch, wer mit welchem Image gestartet ist.“

Kramp-Karrenbauer betonte, sie stehe nicht für ein pures „Weiter So“, ebenso wenig wie Merz oder Spahn diejenigen seien, die eine gesamte Ära abwickeln wollten. „Diese Alternative, so wie sie jetzt zugespitzt wird, ist de facto nicht da.“ Nun gehe es darum, das in den nächsten Wochen noch einmal deutlich zu machen. Das werde gelingen, wenn man sich in die Sacharbeit hineinknie. „Dann wird man sehen, die Unterschiede sind geringer als man denkt.“

Update vom 9. Dezember, 22.14 Uhr: Annegret Kramp-Karrenbauer hat im „ARD“-Talk „Anne Will“ ausweichend auf die Frage nach Ambitionen auf die Kanzlerschaft geantwortet. „Wenn man die Kanzlerschaft für sich persönlich komplett ausschließt, darf man sich auch nicht zu dem Vorsitz bewerben“, erklärte „AKK“ zwei Tage nach ihrer Wahl zur CDU-Chefin. Über ihr Kopf-an-Kopf-Rennen um den Vorsitz mit Friedrich Merz sagte sie: „Es war von Anfang an klar, dass es ein enges Ergebnis wird.“

Die 56-Jährige betonte zudem noch einmal, ihre beiden Mitbewerber einbinden zu wollen: „Jens Spahn ist im Team mit drin, ich werde sehr eng mit ihm zusammenarbeiten. Ich werde auch mit Friedrich Merz reden, wie er sich einbringen will.“ Sie könne zwischen den Programmen der drei Kandidaten „nicht viele große Unterschiede“ ausmachen.

Annegret Kramp-Karrenbauer war schon häufiger Gast bei Anne Will.

Kramp-Karrenbauer blickt bei „Anne Will“ in die Zukunft

Über die Entscheidung, mit Paul Ziemiak einen Anhänger der anderen Kandidaten als Generalsekretär vorzuschlagen, ließ sie wissen: „Die Entscheidung für Paul Ziemiak hat viel mehr mit der Frage zu tun, wie ich die Partei führe.“ Für das kommende Jahr erwartet sie viele Herausforderungen - so werde etwa die Rentenfrage Thema werden - besonders bei den Wahlen im Osten. Am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen neue Landtage gewählt, Thüringen zieht am 27. Oktober nach. Den Anfang macht aber Bremen am 26. Mai.

Kritik hagelte es von Gabor Steingart. Der langjährige Chefredakteur und Herausgeber vom Handelsblatt fand: „Die Partei ist gespalten. Die CDU weiß gar nicht so richtig, was sie möchte.“ Er erinnerte auch an die Reaktion von Kramp-Karrenbauers größtem Konkurrenten im Werben um den Parteivorsitz: „Friedrich Merz hat den Parteitag stante pede verlassen. Ich bin auf das Gespräch mit ihm gespannt.“

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Anne Will: Werbeverbot für Abtreibung ist Streitpunkt in der GroKo

Update vom 9. Dezember, 22.00 Uhr: Die große Koalition ringt weiter um eine Lösung im Streit über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche. Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und SPD-Chefin Andrea Nahles führten am Sonntagabend ihr erstes längeres Gespräch nach dem Wechsel an der CDU-Spitze, eine Einigung in dieser Frage ist aber noch nicht in Sicht. „Wir sind da in gutem Austausch, aber wir sind auch noch nicht am Ende unserer Diskussion“, sagte Kramp-Karrenbauer nach dem Telefonat in der ARD-Sendung „Anne Will“. Sie bekräftigte, sie sei gegen eine Streichung des Paragrafen 219a: „Das Werbeverbot soll und darf nicht abgeschafft werden.“

Sie wolle aber die Information für Frauen, die sich über eine Abtreibung unterrichten wollten. Die Regierung habe den Auftrag, dazu einen Vorschlag vorzulegen. „Wenn dieser Vorschlag auf dem Tisch legt, werden wir das bewerten“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Kramp-Karrenbauer will Flüchtlings- und Sicherheitspolitik diskutieren

Meldung vom 9. Dezember 2018, 14.16 Uhr: Annegret Kramp-Karrenbauer wurde am Freitag in einer nervenaufreibenden Stichwahl zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt. Der Wettkampf um den Parteivorsitz ging denkbar knapp aus: Ihrem größter Kontrahent Friedrich Merz fehlten nur 18 Delegierten-Stimmen, um ihr das Amt im letzten Moment wegzuschnappen. Kramp-Karrenbauer vergoss nach ihrem Sieg Tränen.

Am Sonntag machte Kramp-Karrenbauer eines ihrer ersten Vorhaben als CDU-Chefin publik: Sie kündigte für Januar ein Gespräch zur Flüchtlings- und Sicherheitspolitik an, an dem auch Kritiker des bisherigen Kurses teilnehmen sollen. Damit will sie wohl mit ihrem Versprechen Ernst machen, einen konservativeren Kurs als ihre Vorgängerin Angela Merkel zu fahren und deren Politik, wo nötig, zu korrigieren.

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Anne Will hat AKK und Martin Schulz zu Gast

Doch wofür steht die 53-jährige Saarländerin, die oft despektierlich als Mini-Merkel tituliert wird, noch? Schafft sie es, die Partei nach turbulenten Monaten wieder zu einen und aus ihrem Umfrage-Tief zu führen? Steht sie für einen echten Neuanfang oder hat die CDU mit ihrer Wahl die Chance darauf verpasst, wie viele enttäuschte Anhänger von Friedrich Merz nun kritisieren?

Um diese Fragen geht es am Sonntag im ARD-Talk von Anne Will. Die neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer ist selbst zu Gast. Eingeladen ist außerdem der ehemalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz, von dem wohl markige Worte zu erwarten sind. Ebenfalls ein Freund starker Thesen ist FDP-Vize-Vorsitzender Wolfgang Kubicki, der mit in der Talkrunde sitzen wird. Desweiteren sind Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann und Journalist Gabor Steingart zu Gast. 

Die Sendung beginnt um 21.45 Uhr in der ARD.

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