CDU-Vorsitzende

Annegret Kramp-Karrenbauer: Karriere, Privates und Chancen auf die Kanzlerschaft

Annegret Kramp-Karrenbauer ist CDU-Vorsitzende, Ministerin und mögliche Kanzlerkandidatin. Hier erfahren Sie mehr über ihre Karriere und ihr Privatleben.

  • Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit 2018 die CDU-Vorsitzende.
  • Wenige Monate später wurde sie zur Bundesministerin der Verteidigung ernannt.
  • In Umfragen wurde sie aber teils als Belastung für die CDU bewertet.

Berlin - Der CDU-Parteitag in Hamburg fällte Ende 2018 die Entscheidung, die Annegret Kramp-Karrenbauer endgültig zur Anwärterin auf die Kanzlerkandidatur machte. Generalsekretärin „AKK“ griff nach dem CDU-Vorsitz und wurde in diesem Amt die Nachfolgerin Angela Merkels. Ein reiner Durchmarsch war die Veranstaltung nicht, die Partei war keineswegs einig. Kramp-Karrenbauer musste mit Friedrich Merz in die Stichwahl, nachdem es im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit für einen der Kandidaten gab.

Annegret Kramp-Karrenbauer rief ihre Partei auf dem Parteitag am 7. Dezember 2018 zu mehr Mut und Selbstbewusstsein auf. Die CDU dürfe nicht Schwarzmalern hinterherlaufen, sondern müsse mutig auch gegen den Zeitgeist Kurs halten, forderte die frühere saarländische Ministerpräsidentin in ihrer Bewerbungsrede vor dem CDU-Parteitag in Hamburg. 

Zu diesem Zeitpunkt war sie noch die CDU-Generalsekretärin. In dieses Amt war sie weniger als ein Jahr zuvor im Februar 2018 gewählt worden. Ihre Karriere in der Union begann aber natürlich schon viel früher. Im folgenden erfahren Sie mehr über den Werdegang der Spitzenpolitikerin. 

Lebenslauf von Annegret Kramp-Karrenbauer außerhalb der Politik

Annegret Kramp-Karrenbauer ist im saarländischen Völklingen geboren und wuchs in Püttlingen mit fünf Geschwistern auf. Ihr Vater war Lehrer und ihre Mutter Hausfrau. Von 1986 bis 1990 studierte sie in Trier und Saarbrücken Politik- und Rechtswissenschaften.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat mit ihrem Ehemann drei Kinder

Ihren Ehemann, den Bergbauingenieur Helmut Karrenbauer, heiratete sie 1984. Die beiden haben zwei Söhne und eine Tochter. Während sie in der Politik Karriere machte, hängte ihr Mann seinen Job an den Nagel und kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Alle drei Kinder sind bereits Volljährig. Die Familie wohnt in Kramp-Karrenbauers Heimat Püttlingen.

Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihrem Ehemann Helmut Karrenbauer.

Viel mehr ist über die CDU-Generalsekretärin nicht bekannt. Auf ihren Social-Media-Kanälen zeigt sie nichts Privates. In einem Interview mit der „Welt“ verriet sie aber: „Meine Hobbys sind Sport, Tanzen und Musik hören. Außerdem bin ich eine Leseratte.“

Politischer Lebenslauf: Kramp-Karrenbauer kam schon früh zur CDU

Noch während ihrer Schulzeit trat Annegret Kramp-Karrenbauer 1981 der CDU bei. Von 1985-1988 gehörte sie zum Vorstand der Jungen Union im Saarland. Am 1. März 1998 rückte sie für Klaus Töpfer in den Bundestag nach, verließ diesen aber schon Ende Oktober desselben Jahres.

1999 zog sie erstmals in den Saarländischen Landtag ein, dem sie bis 2018 angehörte. In dieser Zeit durchlief sie viele Ämter. In ihrem ersten Jahr war sie parlamentarischen Geschäftsführerin ihrer Fraktion. Von 2000 bis 2004 war sie Ministerin für Inneres und Sport im Saarland. In der nächsten Legislaturperiode war sie Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport. Seit 2007 führte sie das Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur. Nach dem Rückzug ihres politischen Ziehvaters Peter Müller vom Amt als Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzenden, übernahm sie 2011 beide Ämter. Die Jamaika-Koalition der sie vorstand hielt jedoch nicht lange und löste sich 2012 auf.

Bei den Neuwahlen ging die CDU wieder als stärkste Partei hervor und ging unter Kramp-Karrenbauers Führung eine Große Koalition mit der SPD ein. Bis 2018 behielt sie ihr Amt als Ministerpräsidentin im Saarland und wechselte schließlich in die Bundespolitik. „AKK“ wurde mit 98,87 Prozent der Stimmen zur CDU-Generalsekretärin gewählt. Das war das beste Ergebnis, das es bei der Wahl des CDU-Generalsekretärs jemals gegeben hat.

Wahl zur CDU-Vorsitzenden: AKK wird Merkel-Nachfolgerin

Aus ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden ging AKK letztlich weniger stark hervor. Gegen die innerparteiliche Konkurrenz konnte sie sich erst in der Stichwahl durchsetzen. Gegen ihren letzten Kontrahenten Friedrich Merz holte sie nur den knappen Vorsprung von 51,75 Prozent der Stimmen. Trotzdem betonte Merz ein Jahr später vor dem nächsten CDU-Parteitag 2019, es gebe keinen Grund für Personaldiskussionen.

Kramp-Karrenbauers Rede wurde 2018 immer wieder von kräftigem Beifall unterbrochen. Besonders großen Applaus erhielt die 56-Jährige, als sie vor dem Hintergrund der im Anschluss anstehenden Kampfabstimmung um den Parteivorsitz mit Blick auf Friedrich Merz und Jens Spahn sagte, keiner der drei Kandidaten „wird der Untergang für diese Partei sein“. Für sie gebe es keine konservative, liberale oder wirtschaftsfreundliche CDU, sondern nur „die eine CDU“, die für viele eine Art Familie sei.

Den Posten des Generalsekretärs, der durch Kramp-Karrenbauers Sprung an die Parteispitze frei wurde, übernahm Paul Ziemiak.

Der nächste Karriereschritt: Bundesministerin der Verteidigung

Eine weitere Personalrochade in der CDU führte Annegret Kramp-Karrenbauer innerhalb weniger Monate zu ihrem nächsten Posten. Da Ursula von der Leyen kurzfristig als Präsidentin der Europäischen Kommission nominiert wurde, gab es in der Bundesregierung plötzlich ein Ministerium ohne Leitung. Angela Merkel machte die CDU-Chefin im Juli 2019 zur Nachfolgerin von der Leyens. AKK ist seitdem Bundesministerin der Verteidigung.

Für welche Themen steht Annegret Kramp-Karrenbauer?

Kramp-Karrenbauer ist für ihren pragmatischen Stil bekannt, weswegen sie selten in den Schlagzeilen zu finden ist. Sie gilt als Anhängerin Merkels und deren liberaler Positionen. Merkels Flüchtlingspolitik unterstützte sie.

Gesellschaftspolitisch vertritt sie eher konservative Linien. Kramp-Karrenbauer fordert eine einjährige Dienstpflicht in der Bundeswehr oder im sozialen Bereich. Zudem äußerte sie sich skeptisch zur Ehe für alle und stellt die doppelte Staatsbürgerschaft für in Deutschland lebende Türkinnen und Türken infrage. Sozialpolitisch gilt sie aber als eher links eingestellt.

„AKK“ und die Kanzlerschaft - So stehen ihre Chancen

Die CDU-Generalsekretärin ging 2018 offiziell als Kandidatin der saarländischen CDU in das Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Bundesvorsitzende. Sie war Merkels Wunschkandidatin. Das könnte auch ein Jahr später noch sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil sein. Im liberalen Flügel kann sie auf hohe Unterstützung hoffen. Bei den konservativen in der Partei, ist jedoch der Wunsch nach einer Veränderung groß. Eine Merkel 2.0 kommt für viele nicht in Frage.

Was AKK Sorgen machen dürfte, sind die Umfragen, in denen sie sich nicht als beliebte Spitzenpolitikerin durchsetzen kann. Ihre bisherige Zeit als CDU-Vorsitzende wird in Umfragen eher negativ beurteilt. Sie könnte sogar als eine Belastung für ihre Partei erscheinen. Die Signale, die der CDU-Parteitag im Dezember 2019 sendet, können darüber entscheiden, ob der Sprung zum Amt der Bundeskanzlerin möglich bleibt oder nicht. Nach den enttäuschenden CDU-Ergebnissen bei mehreren Landtagswahlen gilt die Parteichefin als politisch angeschlagen.

Rubriklistenbild: © dpa / Kay Nietfeld

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