Hubertus Heil

Arbeitsminister als Putzkraft im Krankenhaus

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Hart arbeitende Menschen wie Susanne Holtkotte (l) müssten mehr Wertschätzung erfahren, sagte Heil. Foto: Marcel Kusch

Bochum (dpa) - Kissen und Decken beziehen, Matratzen reinigen, Bettgestelle schieben: Ein Arbeitseinsatz als Putzkraft in einem Krankenhaus hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ins Schwitzen gebracht.

Am Donnerstag traf er im Klinikum Bergmannsheil in Bochum auf die Reinigungskraft Susanne Holtkotte (48), der er im Februar während der ARD-Talkshow "Hart aber fair" das Angebot gemacht hatte, jeweils einen Tag den Job des anderen kennen zu lernen. Holtkotte hat Heil bereits einen Tag in Berlin begleitet.

Das Fazit des Ministers nach einem Vormittag Mitanpacken in der Bettenzentrale, wo Holtkotte mit ihrem Team die Betten der Patienten sauber macht: "Was ich heute erlebt habe, bestärkt mich, wirklich noch heftiger zu kämpfen, dass wir eine Grundrente bekommen, die den Namen auch verdient." Gleichzeitig müsse der Mindestlohn schneller auf zwölf Euro steigen und mehr Branchen müssten sich zu ordentlichen Tarifverträgen verpflichten.

Hart arbeitende Menschen wie Holtkotte müssten mehr Wertschätzung erfahren. "Die halten hier den Laden am Laufen und das Land auch", sagte Heil. Heils bei den Koalitionspartnern CDU und CSU umstrittener Gesetzentwurf zur Grundrente sieht vor, die Bezüge von Menschen mit kleiner Rente nach 35 Beitragsjahren aufzuwerten.

Holtkotte bekommt nach eigener Aussage 10,56 Euro pro Stunde. Bleibt alles, wie es sei, stehe ihr nach dem Arbeitsleben eine Rente von 715 Euro zu. Heil betonte, er werde für die Grundrente kämpfen.

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