Interview bei ProSieben

Armin Laschet reagiert genervt auf Kinder-Fragen - jetzt verteidigt er sich

In einem ProSieben-Interview stellte sich Armin Laschet den Fragen von Kindern. Zum Teil reagierte der CDU-Kanzlerkandidat genervt. Jetzt verteidigt er sich.

Hamm - Im Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021* hat Armin Laschet* nicht immer die beste Figur abgegeben. Beim Besuch in den von der Flut-Katastrophe betroffenen Gebieten lachte der Kanzlerkandidat der CDU bei einer ernsten Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, für einen Werbespot erntete er im Internet Spott und Kritik. Und im Beisein eines Kamerateams marschierte er ohne Corona-Maske in einen Laden. Nun ließ er sich auf ProSieben von zwei Kindern interviewen - und reagierte auf manche Fragen der beiden ziemlich genervt. Doch Laschet verteidigt sich.

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961, Aachen
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Bundestagswahl: Armin Laschet reagiert genervt auf Kinder-Fragen - jetzt verteidigt er sich

Armin Laschet betritt ein bunt geschmücktes und mit Stofftieren und Spielzeug bestücktes Tipi-Zelt und nimmt auf einem kleinen blauen Kinderstuhl zwischen einem Mädchen und einem Jungen Platz. Für die Show „Late Night Berlin“ (moderiert von Klaas Heufer-Umlauf) hatte sich der TV-Sender ProSieben ein ungewöhnliches Interview-Format in einem ungewöhnlichen Setting einfallen lassen: Die elfjährigen Romeo und Pauline befragen die drei Kanzlerkandidaten vor der Bundestagswahl.

Doch die Fragen der beiden Nachwuchs-Reporter haben es durchaus in sich: „Haben Sie Polizei geschickt, um Menschen aus Baumhäusern zu vertreiben?“ „Als du die Flut doch mal besucht hast, musstest du lachen. Warum?“ Oder: „Ist Maaßen ein Nazi?“ So etwa lauten die Fragen der Kinder an CDU-Chef Armin Laschet. Dabei reagiert der Vorsitzende und Kanzlerkandidat der CDU nicht immer souverän.

Als es um den früheren Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz und aktuellen CDU-Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen geht, bleibt Laschet zunächst ruhig und betont, dass er immer jemand sei, „der gegen Nazis gekämpft hat“. Als der elfjährige Romeo nachfragt, ob Maaßen denn „ein Rechter“ sei, wirkt der noch amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen genervt. „Kennst du den?“, fragt Armin Laschet mit verwunderter Miene. „Wenn du mich fragst, ist Hans-Georg Maaßen ein Rechter, dann musst du ja wissen, wer Hans-Georg Maaßen ist und was der Schlimmes gemacht hast.“ Pauline hakt nach: „Was finden Sie gut an ihm?“ Daraufhin winkt Laschet genervt ab: „Ja, ich hab andere Meinungen als er, aber in einer Partei gibt es solche und solche Leute.“

Armin Laschet übt Kritik an Interview-Format bei ProSieben

Im Nachgang des Interviews zweifelte Armin Laschet das ungewöhnliche Format an: Er gehe davon aus, dass die beiden Kinder ihre Fragen nicht selbst gestellt hätten, sondern „so einen Knopf im Ohr gehabt“ hätten, über den Mitarbeiter ihnen die Fragen vorgesagt hätten, wie die Welt berichtet. „So sprechen Kinder nicht, es ist ein sehr spezielles Format gewesen“, sagte Laschet der Zeitung zufolge bei einer Veranstaltung des Norddeutschen Außenhandelsverbands AGA - und sei dabei „hörbar verärgert“ gewesen.

Tatsächlich hatten die Kinder Knöpfe im Ohr, berichtet die Bild unter Berufung auf den Sender. Die Kandidaten seien aber im Vorfeld über die Art des Interviews informiert worden. Kritik dafür gab es unter anderem auch von der CDU und Karin Prien aus dem sogenannten „Zukunftsteam“ von Armin Laschet. „Solche Fragen stellen weder Kinder noch junge Jugendliche“, sagte die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein der Bild. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ProSieben/Screenshot

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