Umfrage-Hammer

AKK-Nachfolger als CDU-Chef: Kopf-an-Kopf-Rennen bahnt sich an - aber mit Überraschungskandidaten

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Mit wem geht die Union als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahlen 2021?

Wer wird CDU-Chef? Diese Frage hängt eng mit einem möglichen Kanzlerkandidat zusammen. Eine Umfrage zeigt nun ein überraschendes Ergebnis. Die Union hat die besten Chancen mit Markus Söder.

  • Die Führungskrise der CDU schwelt auch nach der Krise in Thüringen weiter. 
  • Ein Sonderparteitag soll klären, wer Annegret Kramp-Karrenbauers Nachfolger wird.
  • Die Frage um den CDU-Vorsitz steht auch in engem Einklang mit der Kanzlerfrage.
  • Update vom 11. März 2020: Der Kampf um den CDU-Vorsitz nimmt Fahrt auf. Im Rennen um die Nachfolge Annegret Kramp-Karrenbauers zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Armin Laschet und Friedrich Merz ab, Norbert Röttgen besitzt mittlerweile offenbar nur noch Außenseiterchancen (siehe Update vom 6. März). Die Cheffrage ist derweil eng mit der K-Frage im nächsten Wahlkampf verbunden. Wer führt die Union als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf 2021? Eine nun veröffentlichte Umfrage kommt zu einem absolut überraschenden Ergebnis.

    Demnach würde die Union die meisten Stimmen mit Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidat generieren. Der bayerische Ministerpräsident erziele einer INSA-Umfrage für Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) zufolge auf 29,3 Prozentpunkte. Merz folgt dahinter in unmittelbarer Schlagdistanz mit 29,1, Laschet und Röttgen kämen auf 25,3 beziehungsweise 24,6 Prozent. Es wird also knapp, fest steht dabei aber wohl in jeder Konstellation, dass die Grünen ein gewaltiges Wörtchen in Sachen Koalition mitreden würden. Dabei scheint auch eine Grün-Rot-Rote-Koalition mit SPD und Linke und einer grünen Kanzlerin oder einem grünen Kanzler möglich.

    Markus Söder als Kanzlerkandidat für die Union? Wie fänden Sie dieses Gedankenspiel? Stimmen Sie ab.

    CDU im Chaos: Norbert Röttgen in Umfrage abgeschlagen - Union auf Rekordtief

    Update vom 6. März 2020: Die Union ist im ZDF-"Politbarometer" auf ein Rekordtief abgerutscht. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU laut der am Freitag veröffentlichten Umfrage im Vergleich zur Erhebung im Februar einen Punkt verlieren und kämen nur noch auf 26 Prozent. Die SPD würde demnach um zwei Punkte auf 16 Prozent zulegen. Die Grünen steigern sich um einen Punkt und bleiben mit 23 Prozent klar zweitstärkste Kraft.

    Die AfD liegt laut der Umfrage unverändert bei 14 Prozent. Die Linke sackt demnach um zwei Punkte auf acht Prozent ab. Die FDP kommt wie im Februar auf sechs Prozent. Damit hätte eine schwarz-grüne Koalition als einziges Zweierbündnis eine Mehrheit. Zudem würde es knapp für ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linkspartei reichen.

    CDU im Chaos: Im Rennen um AKKs Nachfolge liegt Friedrich Merz knapp vorne

    Im Rennen um den CDU-Vorsitz liegt der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz in der Gunst der Wähler knapp vor dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet. Für Merz, der immer wieder schnell in die Kritik gerät, sprechen sich 27 Prozent der Befragten aus, für Laschet 24 Prozent. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen als dritter Kandidat kommt nur auf elf Prozent. Unter den CDU/CSU-Anhängern liegt Merz dagegen mit einem Anteil von 40 Prozent klar vor Laschet mit 27 Prozent und Röttgen mit zehn Prozent. Der neue CDU-Vorsitzende soll Ende April auf einem Parteitag gewählt werden.

    Für das ZDF-"Politbarometer" befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1276 Menschen. Der Fehlerbereich liegt bei einem Wert von 40 Prozent bei drei Prozentpunkten, bei einem Anteilswert von zehn Prozent bei zwei Punkten.

    Während die Umfrage-Werte die CDU also alles andere als vielversprechend sind, musste CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Donnerstagabend bei Maybrit Illner im ZDF-Talk zur Syrienkrise und dem Flüchtlingsandrag an der türkisch-griechischen Grenze Stellung beziehen. Er sparte nicht mit Kritik an Politikerkollegen und Experten

    CDU im Chaos: Diesen Chef wünschen sich die Wähler - Waigel warnt bereits vor „konservativer Revolution“

    Erstmeldung vom 5. März 2020:  Berlin/Frankfurt am Main - Über die krisenhafte Situation an der türkisch-griechischen Grenze, das Thüringer Wahl-Chaos und die Aufregung um das Coronavirus konnte es fast in Vergessenheit geraten: Auch die CDU ringt immer noch um ihre Ausrichtung - und sucht nach einem neuen Parteichef.

    Dabei bewegt das Thema weiter die Gemüter: Eine neue Umfrage zeigt eine - wenn auch knappe - Präferenz der CDU-Anhänger für einen der Bewerber um die Nachfolge Annegret Kramp-Karrenbauers. Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel warnt die Union unterdessen eindringlich vor einem Rutschen nach rechts.

    CDU-Umfrage: Friedrich Merz Wunschkandidat der Parteianhänger - und der Gesamtbevölkerung?

    Zunächst die Lage bei den potenziellen CDU-Wählern: In ihrer Gunst liegt offenbar Friedrich Merz vorne. Auf die Frage, wer den CDU-Spitzenposten übernehmen solle, nannten im neuen ARD-"Deutschlandtrend" 40 Prozent den früheren Unionsfraktionschef, wie der WDR am Donnerstag mitteilte. 

    32 Prozent der CDU-Anhänger sprachen sich den Angaben zufolge für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet aus. Nur 13 Prozent votierten in der Befragung für Ex-Umweltminister Norbert Röttgen.

    Auch bei den Bürgern insgesamt hat der Erhebung zufolge Merz die Nase vorn. 35 Prozent der Befragten halten ihn für die beste Wahl für den CDU-Vorsitz, 24 Prozent nannten Laschet und zwölf Prozent Röttgen. 13 Prozent gaben an, sie hielten keinen der drei für geeignet oder würden sich für jemand anderes entscheiden. Über den neuen Parteichef entscheidet ein Parteitag am 25. April.

    Video: Kandidaten für CDU-Vorsitz stehen fest

    CDU-Umfrage: Theo Waigel warnt vor „konservativer Revolution“ - und vor Kooperation mit AfD und Linke

    Als der konservativste der Bewerber gilt Friedrich Merz. Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel hält allerdings eine Offenheit für allzu rechte Positionen für falsch: „CDU und CSU waren dann am erfolgreichsten, wenn sie einem geläuterten Nationaldenken Raum gaben und sich gleichzeitig entschieden gegen nationalistische, restaurative Tendenzen gewandt haben“, warnt er in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

    Theo Waigel bei einem Statement nach der bayerischen Landtagswahl 2018.

    Anders als in den Anfangsjahren der Bundesrepublik sei es den „C-Parteien“ zweitweise gelungen, auch Metropolen gegen die SPD zu erobern - mittlerweile machten Grüne der Union und den Sozialdemokraten „nicht nur die urbanen Räume streitig“, schreibt Waigel. „Mit Konservatismus oder gar konservativer Revolution kann diese Auseinandersetzung nicht bestritten werden“, warnt er. Waigel hatte sich bereits 2019 für „notwendige Bündnisse“ mit den Grünen ausgesprochen.

    „In den östlichen Bundesländern muss die Scheidung der Geister gegen Links und Rechts konsequent vollzogen werden“, heißt es nun im neuen Beitrag des 80-Jährigen weiter - die AfD habe „weder den Nationalsozialismus noch den Kommunismus begriffen und bewältigt“, die Linke verharre „im Erbe der SED“. „Da hilft nur konsequente Ablehnung und Auseinandersetzung mit allen demokratisch-legitimen Mitteln“, konstatiert Waigel.

    CDU und der Unvereinbarkeitsbeschluss: Mehrheit der Deutschen für mögliche Zusammenarbeit mit der Linken

    Viele Diskussionen gibt es, passend zu Waigels Intervention, in der CDU derzeit auch über den Unvereinbarkeitsbeschluss eines Parteitags von 2018. Dieser schließt eine Zusammenarbeit der CDU sowohl mit der AfD als auch mit der Linken aus. Gerade das Thema einer Zusammenarbeit mit der Linke war angesichts der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zuletzt wieder virulent.

    Dem "Deutschlandtrend" zufolge halten 73 Prozent diese Abgrenzung der CDU zur AfD für richtig, 25 Prozent für falsch. Bei der Linken sieht es ganz anders aus: Den CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss in Bezug auf diese Partei halten 55 Prozent für falsch und 40 Prozent für richtig.

    CDU-Umfrage in der Krise: Die besten Werte gibt es weiterhin für Kanzlerin Angela Merkel

    Eine durchaus bemerkenswerte Erkenntnis am Rande hat die Umfrage auch noch parat: Am zufriedensten sind die Deutschen aktuell mit der Leistung einer CDU-Politikerin. Sie wird allerdings nicht (mehr) um den CDU-Vorsitz kandidieren. Kanzlerin Angela Merkels Wirken stieß bei 53 Prozent der Befragten auf Zustimmung - der beste Wert aller Politiker im Deutschlandtrend. Auf den Plätzen folgen Gesundheitsminister Jens Spahn und Vizekanzler Olaf Scholz.

    Für die Erhebung hatte das Meinungsforschungsunternehmen Infratest dimap am Montag und Dienstag dieser Woche 1002 Wahlberechtigte gefragt. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten angegeben.

    Im April 2019 hatte Theo Waigel seine Autobiografie veröffentlicht - darin findet sich auch ein durchaus pikantes Kapitel über einen Machtkampf mit Edmund Stoiber, wie Merkur.de* berichtete. Auch ein Porträt von Friedrich Merz finden Sie dort.*

    AFP/fn

    *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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