Weitere Wochen im Lockdown

Corona-Gipfel von Bund und Ländern: Angela Merkel und Ärzte fordern Notbremse

Bund und Länder wollen beim Corona-Gipfel am Montag wohl einen Öffnungsschritt zurücknehmen. Auch soll wegen des Astrazeneca-Impfstoffs ein Notfallplan im Gespräch sein - Angela Merkel spricht von „Notbremse“.

Update vom 20. März, 17.36 Uhr: Nicht nur von der Politik wird die Notbremse gefordert, sondern auch von Medizinern. Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, stellte klar Forderungen auf. „Es muss definitiv die vereinbarte Notbremse gezogen werden, da darf es keine Ausnahmen geben“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Kapazitätspuffer auf den Intensivstationen „wird rasant wegschmelze“, warnte sie. „Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern. Dadurch droht den Kliniken nun die dritte Extremsituation binnen eines Jahres“, bilanzierte die Ärztin.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Staats- und Regierungsformparlamentarische Republik (Bundesrepublik)
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Corona-Gipfel von Bund und Ländern: Angela Merkel kündigt Notbremse an

Hamm - Es wird einiges zu diskutieren geben beim nächsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Montag, 22. März. Die Infektionszahlen steigen an, dazu das Aussetzen des Impfstoffes von Astrazeneca. Klar dürfte sein: Lockerungen und weitere Öffnungen wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Im Gegenteil: Es bleibt beim Lockdown. Nach dem Impfgipfel am Freitag (19. März) sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir werden leider von der Notbremse Gebrauch machen müssen.“ (News zum Coronavirus)

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen müssen sich die Menschen in Deutschland auf eine erneute Verschärfung des Lockdowns und die Rücknahme von Erleichterungen einstellen. Kanzlerin Angela Merkel wies am Freitag auf die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 hin.

„Und wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen“, sagte sie nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen beim Impfen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ohne diese Notbremse auskommen, aber das wird nicht möglich sein, wenn ich mir die Entwicklung der letzten Tage anschaue.“

Corona-Gipfel: Bund und Länder wollen Öffnungen kippen und „Notfallplan“ erarbeiten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten um NRW-Landeschef Armin Laschet (CDU) planten nach Informationen des Business Insider von Mittwoch, den vierten Öffnungsschritt bundesweit auszusetzen. Dieser war laut des letzten Bund-Länder-Beschlusses frühestens für den 22. März geplant und hatte unter anderem die Öffnung der Außengastronomie (bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 mit vorheriger Terminbuchung) in Aussicht gestellt. Auch Konzerte, Theater, Opernhäuser und Kinos wären wieder erlaubt gewesen - bei der Inzidenz von 50 bis 100 ebenfalls jeweils mit tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest.

Doch bei den führenden Politikern wachsen die Bedenken - vor allem nach dem gezwungenen Stopp des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Statt Lockerungen soll der Lockdown abermals in die Verlängerung gehen - womöglich für vier weitere Wochen, heißt es in dem Bericht des zuletzt in dieser Thematik stets gut informierten Business Insider.

Das weitere Vorgehen von Bund und Ländern dürfte auch von der Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) abhängen. Von ihr wird am Donnerstag (18. März) eine Empfehlung zur Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erwartet. Danach wollen die Regierungsvertreter auf einem Impf-Gipfel das weitere Vorgehen beraten.

Corona-Gipfel am Montag: Bund und Länder wollen Notfallplan für Astrazeneca-Impfstoff

Weiter heißt es, dass Bund und Länder an einem Notfallplan für den Astrazeneca-Impfstoff arbeiten. Derzeit impfen die meisten Länder die Personen der Prioritätengruppe 2 - die Impfreihenfolge wurde in einer Verordnung festgelegt. Diskutiert werde demnach entweder eine Freigabe des Impfstoffes für alle - oder aber zumindest ein Streichen der Prioritätengruppe 3. Beides soll im Idealfall die Zahl der geimpften Personen schnell und deutlich erhöhen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht während der 215. Sitzung des Bundestags durch den Plenarbereich.

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Deutschland besteht wohl auch kaum Hoffnung auf Osterurlaub in Deutschland - obwohl Reisen nach Mallorca wieder erlaubt sind, nachdem die Reisewarnung aufgehoben wurde. Während Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet touristische Öffnungen in Deutschland für fraglich und auch in dem Bereich eine Lockdown-Verlängerung für sinnvoll hielt, sprach sich Mecklenburg-Vorpommerns Landeschefin Manuela Schwesig dafür aus. „Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung Urlaub auf Mallorca ermöglicht und gleichzeitig kein Urlaub im eigenen Bundesland möglich ist“, schrieb die SPD-Politikerin auf Twitter.

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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