Vierte Welle im Herbst

Neue Einschränkungen für Ungeimpfte? Weltärztechef wird mehr als deutlich - Laschet stellt sich gegen Braun

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, ist für mehr Freiheiten für Geimpfte. Denn dabei gehe es nicht um Privilegien, sondern um Grundrechte.

Berlin - Die Infektionszahlen steigen wieder. Diese Entwicklung veranlasste Kanzleramtsminister Helge Braun dazu, mögliche Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel zu bringen. „Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte“, sagte der CDU-Politiker der Bild am Sonntag angesichts der Möglichkeit einer vierten Welle.

Zustimmung zu diesem Vorstoß kommt von Frank Ulrich Montgomery. Der Vorsitzende des Weltärztebundes befürwortet, Geimpften mehr Freiheiten im Alltag zuzugestehen. Es gebe keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, „nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Es gehe nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um Grundrechtseinschränkungen.

Helge Brauns Vorstoß zu Einschränkungen für Ungeimpfte: „primitiver Populismus“ der FDP

Die Einwände von FDP-Vize Wolfgang Kubicki, der Brauns Vorstoß eine „Einführung der Impfpflicht durch die Hintertür“ und als „verfassungswidrig“ bezeichnete, kritisierte Montgomery scharf. Wer wie die FDP eine Impflicht durch die Hintertür vermute und mehr Rechte für Geimpfte ablehne, bediene „einen primitiven Populismus“ und verstehe den Begriff der Freiheit nicht richtig.

„Nur durch Impfen können wir alle unsere Freiheiten wiedergewinnen. Das sollte auch die FDP - die angebliche Freiheitspartei - endlich einmal begreifen“, sagte Montgomery.

Helge Brauns Vorstoß zu Einschränkungen für Ungeimpfte: Laschet gegen Ausübung von Druck auf Menschen

Der Vorstoß Brauns wird auch in der eigenen Partei nicht positiv aufgenommen. So sprach sich Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet* am Sonntag dagegen aus. „Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen“, sagte er im ZDF-Sommerinterview*.

Auch die Linken-Chefin Janine Wissler wandte sich gegen den Vorstoß Brauns. Menschen, die sich noch nicht haben impfen lassen, mit Benachteiligungen zu drohen, sei der falsche Weg, sagte sie der Welt. (mhof/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner

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