Was Eltern jetzt wissen müssen

Corona-Kinderbonus 2021: So viel Geld bekommen Hartz-4-Empfänger und Familien

Familien sollen in der Corona-Pandemie einen weiteren Kinderbonus von 150 Euro pro Kind bekommen. Was Eltern dazu jetzt wissen müssen, wann es soweit ist.

Berlin - Die Große Koalition hat wegen der Corona-Pandemie einen Kinderbonus von 150 Euro beschlossen. Die einmalige Prämie wird pro Kind gewährt, wie die Spitzen von CDU, CSU und SPD am Mittwochabend nach einem Treffen im Berliner Kanzleramt mitteilten. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Kinderbonus 2021 wegen Corona: Wann bekommen Familien die Auszahlung pro Kind?

Der 150-Euro-Kinderbonus im Jahr 2021 ist ähnlich wie jener, den Familien bereits im vergangenen Jahr erhalten hatten - beim ersten Mal betrug die einmalige Zahlung allerdings 300 Euro. Es handelt sich auch dieses Mal wieder um einen einmaligen Zuschlag auf das Kindergeld. Er wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet, aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Einen einmaligen Sonderbonus soll es in diesem Jahr außerdem auch für erwachsene Grundsicherungsempfänger geben, berichtet ruhr24.de.*

Beantragen müssen Eltern den Bonus aller Voraussicht nach nicht - so war es auch beim ersten Bonus. Familien erhalten ihn für jedes Kind, das Kindergeld berichtigt ist, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Für Neugeborene, für die bislang kein Kindergeld ausgezahlt wurde, reiche zur Auszahlung des Kinderbonus ein Antrag auf Kindergeld.

Allerdings berichtet RND auch, dass nicht alle Familien vom Kinderbonus profitieren werden. Zwar werde der Bonus zunächst für alle Kinder - unabhängig vom Einkommen der Eltern - ausgezahlt. Aber wie auch beim Kindergeld verrechnet das Finanzamt den Bonus später mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag. Je nach Höhe des Einkommens könne es dann passieren, dass der Bonus unterm Strich nicht mehr Geld bringt - Gutverdiener gehen dann in Sachen Kinderbonus leer aus.

„Familien sind besonders von den pandemiebedingten Einschränkungen betroffen“, begründete die Koalition den einmaligen Kinderbonus von 150 Euro pro Kind. Auf den Zuschlag hatte vor allem die SPD gedrungen. Der Kinderbonus sei ein „starkes Signal“ für Familien, sagte SPD-Chefin Saskia Esken. Die Ausgaben für den Kinderbonus und den ebenfalls beschlossenen Corona-Zuschuss für Grundsicherungsempfänger bezifferte Esken auf rund drei Milliarden Euro.

Kinderbonus 2021 wegen Corona: Auszahlung des Kindergeld-Zuschlags möglichst im Frühjahr

Der Kinderbonus könnte im Frühjahr fließen, hieß es nach einer ersten Einschätzung. Das Handelsblatt berichtete am Dienstag, 9. Februar, dass das Geld im Mai an die Familien ausgezahlt werden soll. Dabei beruft sich die Redaktion auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf des Bundesfinanzministeriums. „Für jedes Kind, für das für den Monat Mai 2021 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, wird für den Monat Mai 2021 ein Einmalbetrag in Höhe von 150 Euro gezahlt“, zitiert die Zeitung aus dem Gesetzesentwurf. Die Kosten für den Kinderbonus belaufen sich auf rund 2,1 Milliarden Euro.

Die große Koalition hat einen erneuten Kinderbonus von 150 Euro pro Kind als Corona-Hilfe für Familien beschlossen.

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) begrüßte die Einmalzahlungen von 150 Euro. Damit würden soziale Härten abgefedert, sagte er bei NDR Info. „Das ist wirtschaftlich vernünftig und sozial geboten.“ Am Donnerstag sagte er zudem, er strebe eine schnelle Gesetzgebung an. Man arbeite mit Hochdruck an der gesetzgeberischen Umsetzung. Als Ziel gab Heil aus, dass sich bereits am kommenden Mittwoch das Bundeskabinett mit den Themen befasst.

Kinderbonus 2021 wegen Corona: Kritik aus der Opposition - Kindergeld-Zuschlag „unzureichend“

Linke, FDP und Grüne hingegen kritisieren die beschlossene Unterstützung für Familien als unzureichend. „Ein weiterer Kinderbonus und der Zuschuss für Grundsicherungsempfänger sind sinnvoll“, erklärte Linksfraktionsvize Fabio De Masi am Donnerstag. „Allerdings sollten Maßnahmen verstetigt werden, bis die Pandemie unter Kontrolle ist.“

Auch der kinder- und jugendpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Matthias Seestern-Pauly, erklärte, es brauche „jetzt dringend eine dauerhafte und verlässliche finanzielle Entlastung von Familien statt unkoordinierter Einzelmaßnahmen“. Außerdem benötigten Eltern und Kinder „endlich eine Planungsperspektive“ für die kommenden Wochen und Monate.“

Kinderbonus 2021 wegen Corona: Reicht der Zuschlag nach einem Jahr Krise?

Die Grünen im Bundestag halten den Kinderbonus ebenfalls nicht für ausreichend. „Das Signal des Koalitionsausschusses ist ein kraftloses Weiter-So und damit ungenügend“, erklärte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Donnerstag in Berlin. „Nach einem Jahr Krise kann das nicht die Antwort sein.“ Die Wiederauflage des Kinderbonus und weitere Hilfen insbesondere für Gastronomie und Kultur seien zwar ein kleiner Fortschritt, so Göring-Eckardt. „Aber ein Aufbruch, der neue Hoffnung gibt, sieht anders aus. Bei Solo-Selbstständigen kommen versprochene Hilfen immer noch nicht an.“

Was derzeit besonders auf den Familien lastet, sind die Schließungen von Kitas und Schulen. Klaus Stöhr, Virologe und SARS-Forschungskoordinator der WHO, ist Gegner dieser Corona-Schließungen von Kitas und Schulen - und erklärt, warum.

Da insbesondere die verschärfte Maskenpflicht sich im Portemonnaie der Menschen bemerkbar macht, fragen sich viele, ob sie die Masken nicht einfach von der Steuer absetzen können.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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