Prognose des Gesundheitsexperten

Sommer trotz Corona: Sogar Karl Lauterbach lässt hoffen - aber nicht für alle Bereiche

Wie wird der Sommer 2021 trotz Corona? SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach formuliert eine positive Prognose. Er warnt aber auch vor voreiligen Schlüssen.

Hamm - Für Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ist es die bereits viel zitierte Brücke. Und zwar eine in den Sommer hinein, wo sich die Corona-Lage in Deutschland wesentlich entspannt haben soll. Nun ist das mit Ankündigungen und Versprechungen von Politikern ja so eine Sache. Doch diesmal ist es anders. Denn auch Experten und Virologen machen den Menschen Hoffnung auf den Sommer 2021. (News zum Coronavirus)

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963, Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands

Corona-Sommer 2021: Positive Prognose von Karl Lauterbach - Er erwartet exponentielles Absinken

Selbst Karl Lauterbach. Der SPD-Gesundheitsexperte gilt in der Pandemie als stets kritischer Warner - behielt mit vielen seiner Prognosen aber oftmals auch recht. Da dürften diese Worte des Epidemiologen für viele Menschen wie Musik in den Ohren klingen. „Der Sommer wird gut sein“, sagte Karl Lauterbach jüngst im Interview mit dem WDR: „Die indische Mutante wird das nicht gefährden. Sie ist etwas ansteckender, aber nicht mehr als die britische Mutante. Sie wird uns nicht vor unlösbare Probleme stellen.“

Seine zuversichtliche Prognose für den „guten Sommer“ trotz Corona teilte Karl Lauterbach* auch in einem Gespräch mit Merkur.de*. „Die aktuelle Stagnation ist zu diesem Zeitpunkt zu erwarten gewesen. In manchen Landkreisen steigt die Inzidenz noch, in anderen fällt sie bereits. Das hält sich die Waage, ehe es Mitte oder Ende Mai zu einem exponentiellen Absinken der Zahlen kommt.“

Diese These beruht auf die Tatsache, dass die aktuellen Corona-Zahlen bislang nicht dem Impfen geschuldet seien. „Das ändert sich erst, wenn die Quote der Erstgeimpften zwischen 40 und 60 Prozent liegt. Dann sinkt die Fallzahl exponentiell. Sieht man sich unseren Plan an, werden wir in Deutschland etwa ab der dritten oder vierten Maiwoche so weit sein. Dies entspricht auch Modellierungen.“

Karl Lauterbach prognostiziert guten Sommer: Es kommt auf die Impfungen an

Der Weg raus aus dem permanenten Lockdown scheint also nahe. „Was in den warmen Monaten passiert, hängt schlicht von unserem Impferfolg ab“, sagte er: „Wenn wir über 60 Prozent inklusive der Kinder geimpft haben und in den Risikogruppen über 80 Prozent, dann werden wir über den Sommer kaum Sterbefälle haben. Es kommt also auf die Bereitschaft der Menschen an, genügend Impfstoff ist vorhanden.“

Karl Lauterbach dämpfte jedoch auch zu große Erwartungen an den Corona-Sommer 2021. Für die Betriebe in der Gastronomie sieht der SPD-Gesundheitsexperte durchaus gute Chancen. Weniger jedoch für Bars und Clubs - vor allem nicht ohne Maske. „Da muss ich sagen, das glaube ich nicht“, sagte er. Dies sollte vermieden werden. Denn selbst, wenn 70 Prozent der Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft wären, schütze dies den Rest nicht vor einer Infektion mit dem Virus. „Wir werden viel machen können, aber wohl eher nicht ohne Schnelltests oder Impfausweise“, sagte er.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) prognostiziert einen guten Sommer 2021.

Gleichzeit warnte Karl Lauterbach vor zu schnellen Öffnungen von Gastronomie und Hotels für Geimpfte. Zwar sei es „eine notwendige und gute Entscheidung“, die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen - NRW ist dahingehend bereits einen Schritt gegangen, der Bund will schon bald nachziehen.

Vorteile für Geimpfte und Genesene: Karl Lauterbach warnt vor Spannungen

Aber: „Was nicht geht, ist, dass Geschäfte oder Restaurants geöffnet werden nur für diejenigen, die geimpft sind“, sagte Karl Lauterbach am Dienstag im Deutschlandfunk: „Das würde zu Spannungen führen, die man kaum ertragen könnte.“ Nach seiner Auffassung bestehe eine Gefahr, wenn Geimpfte und Nicht-Geimpfte aufeinander träfen und sich dann Nicht-Geimpfte infizieren oder die Geimpften ohne vollständigen Immunschutz anstecken.

Eine flächendeckende Kontrolle bei den Öffnungen sei schwierig. Es gelte jetzt, den ausgewiesenen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie zu sichern. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, jetzt einen schnellen, frühen Rückfall zu riskieren“, sagte Karl Lauterbach. „Wir sind noch sehr weit von der Herdenimmunität entfernt.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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