Vor Gipfel mit Merkel

Deutschlands Corona-Lockdown: Altmaier zeigt Gastro bittere Alternative - „Will ich ihr definitiv ersparen“

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, hält bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung zum Jahreswirtschaftsbericht.
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Peter Altmaier hofft auf Lockerungen bis Ostern.

Wenige Tage vor dem Corona-Gipfel werden Rufe nach Lockerungen ab Mitte Februar lauter. Doch Wirtschaftsminister Altmaier bremst - und macht gleichzeitig Hoffnung.

Berlin – Der nächste Corona-Gipfel steht unmittelbar bevor. Am Mittwoch treffen sich Bundeskanzlerin* Angela Merkel und die Ministerpräsidenten erneut. Dabei befassen sich Bund und Länder mit dem Corona*-Lockdown, dessen Dauer bis zum 14. Februar festgesetzt wurde.

Eine Verlängerung des Lockdowns über dieses Datum hinaus gilt als wahrscheinlich. Allerdings dürften auch mögliche Lockerungen bei dem Zusammentreffen von Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs diskutiert werden.

Corona-Lockdown in Deutschland: Laut Umfrage klare Mehrheit für Lockerungen ab 15. Februar

Doch wann werden diese kommen? Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die Bild am Sonntag sind viele Bundesbürger dafür, das öffentliche Leben wieder in Schwung zu bringen. Demnach plädieren 78 Prozent der Befragten dafür, Schulen und Kitas ab dem 15. Februar wieder zu öffnen. Eine Öffnung des Einzelhandels wollen 73 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Auch in anderen Branchen erhofft sich der Erhebung zufolge eine klare Mehrheit der Befragten eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. So sprachen sich 62 Prozent für die Öffnung von Gaststätten und Hotels aus. Die Möglichkeit, wieder Fitnessstudios und Sportstätten nutzen zu dürfen, erhoffen sich 51 Prozent der Teilnehmer der Umfrage. Allerdings sind mit 46 Prozent fast genauso viele der Befragten dagegen. Nur bei einem kulturellen Teilbereich gibt es laut Umfrage eine Mehrheit für andauernde Schließungen. Immerhin 56 Prozent der Befragten befürworten eine Lockdown-Verlängerung für Theater, Museen und Kinos.

Corona-Lockdown in Deutschland: Weitere Umfrage liefert anderes Bild - jeder zweite für längeren Lockdown

Dagegen lieferte eine weitere Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die von der Deutschen Presse-Agentur in Auftrag gegeben wurde, ein ganz anderes Bild. Dort sprach sich jeder zweite für eine Fortsetzung des Lockdowns aus. Für 37 Prozent der Befragten ist eine Verlängerung der bisherigen Maßnahmen über den 14. Februar hinaus der richtige Schritt - 13 Prozent wollen sogar eine weitere Verschärfung.

Insgesamt 30 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen eine Lockerung, 13 Prozent eine komplette Rückkehr zur Normalität. 7 Prozent hatten keine Angaben gemacht. Im Vergleich zu einer Erhebung Anfang Januar hat sich die Stimmung jedoch gewandelt: Damals forderten noch fast zwei Drittel (65 Prozent) eine Beibehaltung oder Verschärfung der Corona-Maßnahmen.

Corona-Lockdown in Deutschland: Altmaier hofft auf Lockerungen „spätestens an Ostern“

Unterdessen machte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Hoffnung auf ein zeitnahes Ende der harten Corona-Maßnahmen. Der CDU*-Politiker nannte im Interview mit der Bild am Sonntag ein konkretes Datum, wann der Lockdown spätestens enden könne.

„Ich hoffe sehr, dass wir spätestens zum Frühlingsanfang, spätestens an Ostern, wenn die Sonne scheint und man draußen sitzen und speisen kann, die Pandemie-Welle endgültig gebrochen haben und Öffnungen möglich sind“, meinte Altmaier. Der Ostersonntag fällt 2021 auf den 4. April. Die Bundesbürger und die vom Lockdown betroffenen Branchen müssten also noch eine ganze Weile durchhalten.

Video: Altmaier hält Lockdown-Verlängerung auch bei Inzidenz-Werten von unter 50 für denkbar

Corona-Lockdown in Deutschland: Altmaier warnt vor zu frühen Lockerungen

Altmaier warnte indes wie kürzlich auch eine bekannte Virologin* davor, die derzeit geltenden Einschränkungen zu früh zu lockern. „Wir dürfen uns nicht öffentlich mit Lockerungs-Fahrplänen überbieten“, forderte der Wirtschaftsminister. „Die Zahl der Neuinfektionen ist derzeit kaum niedriger als Ende Oktober, als der Lockdown begann. Erst seit gut zwei Wochen sinkt sie kräftig, die Todeszahlen sind immer noch sehr hoch.“

Vor allem das Auftreten der Corona-Mutationen* in ganz Deutschland sehe er „mit großer Sorge“, so Altmaier weiter. Deshalb müsse man durchhalten. Auch, um einen dritten Lockdown zu verhindern. Der wäre besonders für die sowieso schon stark gebeutelten Gastronomen fatal. „Ich will der Gastronomie einen dritten Lockdown, der dann ausgerechnet in die gute Außensaison fallen könnte, auf jeden Fall ersparen“, sagte Altmaier. „Dieser Lockdown muss für die Gastronomie, die schon so viel durchgemacht hat, auf lange Zeit der letzte sein.“ (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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