Daten aus Israel

Wegen Delta-Variante: Corona-Impfstoff von Biontech deutlich weniger wirksam

Nach Ausbreitung der Delta-Variante gibt es jetzt Daten aus Israel, wonach der Corona-Impfstoff von Biontech an Wirksamkeit verloren hat. Ein Grund zur Sorge?

Hamm - Bei der Corona-Bekämpfung gilt Israel wegen seiner rasanten Impfkampagne als Vorzeigeland. Dementsprechend weiter ist Israel auch bei der Erforschung der Corona-Impfstoffe. Das israelische Gesundheitsministerium hat jüngst bekanntgegeben, dass die Wirksamkeit des Vakzins von Biontech erheblich nachgelassen hat. Grund dafür sei die Ausbreitung der aggressiven Delta-Variante. (News zum Coronavirus)

KrankheitCovid-19
ErregerSars-CoV-2, Coronavirus
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Delta-Variante: Corona-Impfstoff von Biontech deutlich weniger wirksam als im Februar

Wie das Ministerium mitteilte, sei die Wirksamkeit der Impfung bei der Verhinderung einer Corona-Infektion in Israel auf 64 Prozent gesunken. Das ist ein sehr deutlicher Rückgang im Vergleich zum Februar. Damals wurde dem Biontech-Impfstoff ein Schutz von 95,8 Prozent vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus attestiert. Das war jedoch bevor die Delta-Variante in Israel grassierte.

Allerdings gibt es bekanntlich einen Unterschied zwischen einer bloßen Ansteckung, vor der das Corona-Vakzin von Biontech nun nicht mehr so gut schützt, und einem symptomatischen Krankheitsverlauf. Tatsächlich verhindert die Impfung eine Erkrankung mit Symptomen ebenfalls nur zu jenen 64 Prozent. Mit Symptomen sind in diesem Fall allerdings leichte Indikatoren gemeint, die auch bei einer Erkältung auftauchen.

Trotz Delta-Variante: Corona-Impfstoff von Biontech schützt noch immer vor schweren Verläufen

Die gute Nachricht ist: Zu 93 Prozent wehrt eine Impfung von Biontech eine schwere Erkrankung mit dem Coronavirus sowie daraus resultierende Krankenhausaufenthalte ab. Trotzdem ist auch das ein Rückgang, verglichen mit den Zahlen aus dem Februar, als die Delta-Variante noch nicht dominierte. Damals verhinderte eine Impfung - genauer gesagt zwei Impfungen - mit Biontech heftige Symptome wie hohes Fieber und Atembeschwerden zu 98 Prozent, Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen und Tod sogar zu 99 Prozent.

Die Delta-Variante sorgt in Israel aktuell dafür, dass die Corona-Zahlen trotz der hohen Impfquote im Land - 56 Prozent der Bevölkerung ist bereits vollständig geimpft (Stand: 6. Juli 2021) - drastisch ansteigen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach aktuell wieder bei über 25. Der größte Teil der Corona-Neuinfektionen steht nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Zusammenhang mit der Delta-Variante. Viele der Infizierten sind jüngere Menschen. Allerdings wurde seit zwei Wochen kein Todesfall mehr gemeldet.

Corona-Impfstoffe: Zahlreiche Studien zur Wirksamkeit und Länge des Schutzes

Biontech-Chef Ugur Sahin hatte zuletzt noch einmal betont, dass es vorerst nicht nötig sei, eine Anpassung des Impfstoffs an kursierende Corona-Mutationen vorzunehmen. Neben Biontech ist auch das Vakzin von Moderna ein sogenannter mRna-Impfstoff, dem zumindest eine Immunantwort im Kampf gegen die Delta-Variante nachgewiesen werden konnte. Exakte Studien zur Frage, ob und wie sehr der Schutz von Moderna seit Aufkommen der Delta-Variante nachgelassen hat, gibt es dagegen noch nicht.

Eine weitere Frage, die sich Forscher rund um die Coronavirus-Impfstoffe zuletzt gestellt haben: Wie lange hält der Schutz vor Corona nach einer Impfung mit Biontech oder Moderna an? Tatsächlich verblüfft die Antwort, sie ist aber zugleich an eine Bedingung gekoppelt.

Empfohlen wird inzwischen vor allem eine Kreuzimpfung, also erst mit Astrazeneca und dann mit Biontech oder Moderna, was zwar den höchsten Impfschutz bieten soll, Hausärzte allerdings verärgert. Die neue Empfehlung der Stiko zur Kreuzimpfung rührt unter Umständen auch daher, dass zwischen zwei Astrazeneca-Impfungen im Idealfall 45 Wochen liegen sollten.

Rubriklistenbild: © von Jutrczenka/Zinken

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