Eklat im Weißen Haus

Wütender Trump stürmt aus Interview - dann folgt Drohung gegen eine Journalistin - hier im Video

US-Präsident Donald Trump hat ein Interview mit dem Fernsehsender CBS vorzeitig abgebrochen. Danach drohte er mehrfach dem Sender sowie der Journalistin Lesley Stahl.

  • US-Präsident Donald Trump hat ein Interview mit dem Sender CBS vorzeitig abgebrochen.
  • Danach verkündete er, das Interview noch vor der offiziellen Ausstrahlung selbst zu veröffentlichen.
  • Einer der Gründe für den Eklat soll die Voreingenommenheit der Journalistin gewesen sein.

Update vom 22. Oktober, 20.05 Uhr: Trump hat seine Drohung wahr gemacht und das abgebrochene Interview für die Sendung „60 Minutes“ vor dem Sendetermin via Facebook veröffentlicht. Er sei mit „Voreingenommenheit, Hass und Unhöflichkeit“, behandelt worden, merkte er in dem Post an.

Die Fernsehjournalistin Lesley Stahl stellte dem US-Präsidenten unter anderem Fragen zur Corona-Pandemie und zu seiner Drohung, strafrechtliche Ermittlungen gegen politische Gegner anzutreiben. Am Ende des etwa 38-minütigen Videos wirft Trump Strahl vor, „unangemessene“ Fragen zu stellen. Joe Biden, dem Kandidaten der Demokraten hingegen, würden immer nur einfache Fragen gestellt.

„Ich denke, wir haben genug. (...) Das ist genug, wir gehen“, sagt der US-Präsident am Ende des Videos, bedankt sich bei der Journalistin und steht auf. Bei dem Video handelt es sich nicht um die Original-Aufnahme des CBS, sondern um Aufnahmen von Mitarbeitern des Weißen Hauses. Der Sender äußerte sich enttäuscht darüber, dass das Weiße Haus eine getroffene Vereinbarung gebrochen hat.

Eklat um US-Präsident: Wütender Trump stürmt aus Interview - dann folgt Drohung gegen die Journalistin

Washington - Zwei Wochen verbleiben nun noch bis zur Wahl des Präsidenten in den USA. Der Wahlkampf der beiden Kontrahenten Joe Biden (Demokraten) und Amtsinhaber Donald Trump (Republikaner) gerät in die heiße Phase. Dabei lässt Trump, der nach seiner Infektion mit dem Coronavirus und der darauf folgenden Covid-19-Erkrankung wieder voll in den Wahlkampf eingestiegen ist, keine Gelegenheit aus, um seine Gegner in ein schlechtes Licht zu rücken. Vor allem auf die Medien hat Trump es abgesehen, da diese seiner Meinung nach oft voreingenommen gegen ihn und unkritisch seinen Gegnern gegenüber seien.

Eklat um Trump-Interview: US-Präsident stürmt aus Saal

Nun sorgte Trump für einen erneuten Eklat, indem er am Dienstag (Ortszeit) ein TV-Interview mit der CBS-Journalistin Lesley Stahl vorzeitig abbrach. Stahl hatte das Interview für eine Sonder-Sendung der CBS-Reihe „60 Minutes“ vorbereitet, in der es um Trump und seinen Herausforderer Joe Biden gehen sollte. Nach 45 Minuten, so die Berichte, habe Trump das Einzelinterview allerdings abgebrochen und ein weiteres gemeinsames Interview mit seinem Vize Mike Pence verweigert.

Donald Trump stürmt aus CBS-Interview: „Fake News“ und „parteiisch“

Nachdem Trump das Interview vorzeitig verlassen hatte, veröffentlichte er auf Twitter einen Mitschnitt und drohte, den Rest noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am Sonntag ebenfalls zu veröffentlichen. Das Interview sei „Fake“ und „parteiisch“ gewesen, ließ Trump verlauten, und sprach von einem „furchtbaren Eingriff“ in die Wahl am 3. November. Trump hatte während seiner Amtszeit immer wieder Medien als „Volksfeinde“ und ihre Berichterstattung als „Fake News“ bezeichnet, wenn diese sich kritisch mit dem Präsidenten auseinandergesetzt hatten. Am Dienstag versuchte er zudem die Journalistin Lesely Stahl persönlich anzugreifen, in dem er sie in einer kurzen Video-Sequenz ohne Maske im Weißen Haus zeigte und sich - trotz eigener ständiger Weigerung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen - über diese Tatsache empört.

Die New York Times berichtete ebenfalls über den Vorfall und schrieb, der Präsident habe sich über Stahls Fragen geärgert. Er sei zudem missmutig geworden, weil es länger dauerte, als er erwartet hatte. Am Abend ließ sich der US-Präsident bereits wieder von seinen Anhängern umjubeln. Bei einem Wahlkampfauftritt in Erie (Pennsylvania) erwähnte er das missglückte Interview und sprach eine scheinbare Drohung gegen CBS und Lesely Stahl aus: „Ihr müsst Euch anschauen, was wir mit „60 Minutes“ machen. Ihr werdet einen solchen Kick daraus bekommen“, sagte der Präsident. „Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein.“ Ob Trump den Eklat nun tatsächlich zu seinem Vorteil nutzen kann bleibt abzuwarten, denn es wird eng für Donald Trump im Kampf um eine zweite Präsidentschaft. Das sagen zumindest die Umfragen und laut eines Zeitungsberichts auch ein paar seiner Mitarbeiter. Auch Religion entwickelt sich immer mehr zum Zünglein an der Waage in Sachen Wahlausgang. Trump musste bereits eine erste Niederlage hinnehmen.

Rubriklistenbild: © Gene J. Puskar

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