Insiderin aus dem Weißen Haus berichtet

Donald Trumps Vize: Ist Mike Pence noch gefährlicher als der Präsident?

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Mike Pence ist Donald Trump treu ergeben. Doch ist der Vize möglicherweise noch gefährlicher als der Präsident?

Er gehört zu Donald Trumps treuesten Untergebenen: Vizepräsident Mike Pence verehrt den Präsidenten beinahe unterwürfig. Doch ist er in Wahrheit noch gefährlicher als Trump?

Washington - Ist er ein Mann zum Fürchten oder doch nur eine Lachnummer? Diese Frage stellen sich zahlreiche Amerikaner über Vizepräsident Mike Pence, den Mann hinter Donald Trump. Im Fernsehen fällt der Republikaner oft vor allem damit auf, dass er Trump ergeben scheint. Hingebungsvoll applaudiert der Vizepräsident bei Trumps Reden und auch die Gesten und Verhaltensweisen des Präsidenten ahmt der Politiker auffällig oft nach. Greift Trump zum Beispiel bei einer Konferenz zur Wasserflasche, tut es ihm Pence wenige Sekunden später nach.

Linksliberalen Amerikanern bereitet es zudem große Freude, sich über die roboterhaften Verhaltensweisen des 59-Jährigen lustig zu machen. So erweckt Pence bei manchen Presseauftritten oftmals den Eindruck, als ob er am liebsten mit seinem Stuhl verschmelzen würde. Als ihm bei einem Termin sogar kurz der Kopf auf die Brust sank, spotteten manche Zuschauer, bei Pence habe wohl jemand den Stecker gezogen, berichtet welt.de

Einige Amerikaner fürchten Trump-Vize Mike Pence

Doch es gibt auch andere Stimmen über den Republikaner: Omarosa Manigault-Newman, die lange Zeit für Donald Trump arbeitete, sprach in einem Fernsehinterview darüber, wie sie Pence im Kabinett erlebt hat. Es sei zum Fürchten, lautete ihr Fazit. Sollte Pence je Präsident werden, würden wir uns noch nach Trump zurücksehnen, glaubt Manigault-Newman. Tatsächlich haben offenbar einige Amerikaner Angst vor Pence, denn er ist das einzige Kabinettsmitglied, das Trump nicht feuern kann. 

Führt man sich vor Augen, was über den Republikaner bisher bekannt ist, wird schnell klar: Er ist ein Mann voller Widersprüche. Obwohl er noch keine 60 Jahre alt ist, gibt er sich mit seinen weißen Haaren große Mühe, wie ein alter Herr zu wirken. Seine Frau Karen redet er laut mehreren Berichten mit „Mutter“ an und wenn er sich an die gute alte Zeit in den 50er-Jahren zurücksehnt, dann fällt im ersten Moment wohl niemandem auf, dass er, der im Juni 1959 geboren wurde, diese Zeit nur aus Erzählungen kennt. 

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Mike Pence stammt aus einer Familie von irischen Katholiken

Der bedeutendste Widerspruch betrifft wohl die Entwicklung seiner politischen Orientierung: In eine Familie von irischen Katholiken hineingeboren war Pence in seinen jungen Jahren ein Linksliberaler. Seine Vorbilder waren Martin Luther King und John F. Kennedy, als 21-Jähriger gab er dem Demokraten Jimmy Carter seine Stimme bei den Präsidentschaftswahlen. Als Universitätsstudent konvertierte er jedoch zum Protestantismus und nahm seine neue Konfession wie alle, die konvertieren, von da an besonders ernst.

Seine radikalen religiösen und gesellschaftlichen Überzeugungen vertrat der Republikaner in den 90er-Jahren auch im Radio. In der „Mike Pence Show“ wetterte er gegen Untreue in der Ehe, tat seine Verachtung von Frauen im Militär kund und teilte ganz Amerika mit, dass er dagegen war, Schwule für die amerikanischen Streitkräfte einzuteilen. Nach dem Radio war das Repräsentantenhaus die nächste Stufe auf seiner Karriereleiter, bevor er 2013 zum Gouverneur von Indiana gewählt wurde. Nach einer Folge von Pleiten und Pannen brachen seine Popularitätswerte ein, Pence wurde in der Öffentlichkeit ausgebuht und selbst Parteifreunde wandten sich gegen ihn, berichtet welt.de.

Ein Kolumnist bezeichnete Mike Pence als „schmierig“

Der konservative Kolumnist George F. Will beschrieb Pence als „schmierig“. Trump sei er treu ergeben, den rassistischen Sheriff Joe Arpaio, einen verurteilten Verbrecher, der von Trump begnadigt wurde, nennt er einen Kämpfer für Recht und Ordnung. Dass Pence die USA in einen christlichen Gottesstaat verwandeln würde, wenn er an der Macht wäre, ist zwar äußerst unwahrscheinlich - denn das wäre dank der amerikanischen Gesetzeslage kaum möglich. Doch wäre Pence Präsident, gäbe es keinen gesellschaftlichen Frieden - die Gegensätze in den USA würden stattdessen noch extremer.   

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