Tag der Entscheidung im Kita-Streit

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Der Tarifkonflikt hatte sich über Monate immer weiter verhärtet und mehrfach zu aufsehenerregenden bundesweiten Kita-Streiks geführt.

Frankfurt/Main - Im Kita-Tarifstreit wird am heutigen Sonntag eine Entscheidung darüber erwartet, ob es eine Einigung gibt oder die Erzieherinnen ihre Streiks fortsetzen werden.

Kurz vor 9 Uhr traten die Verhandlungsparteien wieder zusammen, nachdem die Gespräche in der Nacht gegen 2 Uhr unterbrochen worden waren. “Es ist weiter schwierig, aber alle Seiten sind stark an einer Einigung interessiert“, sagte der Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ( GEW ), Ulf Rödde. “Wir hoffen und gehen davon aus, dass es im Laufe des Tages zu einer Einigung kommt.“

Arbeitgeber-Sprecherin Katja Christ sagte der AP , man arbeite hart an einer Einigung und sei optimistisch. “Von einem Durchbruch kann man aber noch nicht sprechen“, erklärte sie. Für die Vertreter der Gewerkschaften GEW und ver.di sowie die der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) ist der Sonntag bereits der vierte Verhandlungstag der achten Tarifrunde.

Der Tarifkonflikt hatte sich über Monate immer weiter verhärtet und mehrfach zu aufsehenerregenden bundesweiten Kita-Streiks geführt. Die Gewerkschaften ver.di und GEW verlangen mehr Geld und einen besseren Gesundheitsschutz für die rund 220.000 kommunalen Erzieherinnen und Sozialpädagogen. Ver.di hat mit einer Ausweitung der Streiks gedroht und dem VKA eine Blockadehaltung vorgeworfen.

 Im Gegenzug hatten die Arbeitgeber die Gewerkschaften dazu aufgerufen, die “wirtschaftlichen Realitäten zur Kenntnis zu nehmen“: Trotz sinkender Steuereinnahmen habe der VKA einen durchschnittlichen Einkommenszuwachs von 11,6 Prozent für die Erzieher angeboten.

Entscheidung wohl erst in der Nacht

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Böhle, schloss am Sonntagmittag nicht aus, dass eine Entscheidung erst in der Nacht fällt. Zum Verhandlungsstand wollte sich keine der beiden Seiten äußern. Es werde weiter gerechnet, hieß es. Am Samstag hatten beide Seiten von Annäherungen berichtet. Es bestehe der ernsthafte Wille, sich zu einigen.

dpa/ap

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