Anschlag auf Weihnachtsmarkt

Fall Amri: Neue Vorwürfe gegen Berliner Polizei

Im Fall Anis Amri war die Berliner Polizei wenige Wochen vor dem Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag Medienberichten zufolge nicht über den Aufenthaltsort des Attentäters im Bilde.

Wie der Sender RBB und die "Berliner Morgenpost" am Freitag berichteten, setzte die Polizei eine bundeseinheitliche Vereinbarung zur Beobachtung islamistischer Gefährder offenbar nicht korrekt um.

Demnach fragte ein Ermittler aus dem nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA) die Berliner Kollegen Ende Oktober 2016 per E-Mail, ob bei ihnen Erkenntnisse zu Amris Aufenthaltsort vorlägen. Ergänzt worden sei dies mit der Bitte um eine "zeitnahe Antwort". Eine Antwort erfolgte allerdings nicht.

Den beiden Medien zufolge greift seit den Anschlägen vom 11. September 2001 eigentlich ein sogenanntes Rahmenkonzept, wonach die Sicherheitsbehörden sich jederzeit über den Verbleib von Gefährdern auf dem Laufenden halten. Dadurch soll es möglich sein, bei einem Anschlag deren Aufenthaltsort festzustellen.

Die Zahlen des Anschlags: 12 Tote, 67 Menschen wurden verletzt

Amri war am 19. Dezember vorigen Jahres mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gefahren. Bei dem Attentat starben zwölf Menschen, 67 wurden verletzt. Auf seiner Flucht wurde Amri von der Polizei in Italien erschossen.

Amri war in Nordrhein-Westfalen gemeldet, weshalb die dortigen Behörden formal für ihn zuständig waren. Er war aber in Berlin untergetaucht. In dem Fall waren mehrfach Abstimmungsprobleme und andere Pannen bei den Sicherheitsbehörden bekannt geworden.

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afp

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