Bund-Länder-Beratungen

Maskenpflicht in Deutschland verschärft: OP- oder FFP2-Maske ist in diesen Situationen Pflicht

Der Lockdown wurde verlängert - und verschärft. Eine FFP2-Maskenpflicht wie in Bayern wurde beim Corona-Gipfel am Dienstag beschlossen. Was bedeutet das?

Update vom 19. Januar, 22.31 Uhr: Die Maskenpflicht wird tatsächlich verschärft. Darauf haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel geeinigt. In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und in Gottesdiensten müssen die Menschen Masken tragen, die besser schützen als Alltagsmasken aus Stoff. Das können OP-Masken sein, FFP2-Masken oder auch KN95-Masken, die einen vergleichbaren Standard haben. Alle Bürger müssen also beachten: Alltagsmasken aus Stoff reichen dann nicht mehr.

Mund-Nasen-SchutzFFP2-Maske
BegriffserklärungFFP = filtering face piece
PrinzipEingeatmete und ausgeatmete Luft wird gefiltert
EignungEigen- und Fremdschutz

Wegen der insbesondere in Großbritannien und Irland vorkommenden Mutation des Virus sei der nun bundesweit verstärkte Einsatz besonders schützender Masken im Handel und im öffentlichen Personennahverkehr oder am Arbeitsplatz - wenn kein Homeoffice möglich ist - wichtig, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Pressekonferenz nach dem Gipfel. „Wird das Virus gefährlicher, muss die Maske besser werden. Ganz einfach.“  Die verstärkte Maskenpflicht sei deshalb „ein gutes Signal“ und „absolut notwendig“.

FFP2- oder OP-Maske mit Corona-Lockdown: Maskenpflicht wird in NRW verschärft

Update vom 19. Januar, 10.17 Uhr: Die Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel heute ist durchgesickert. Die viel diskutierte FFP2-Maskenpflicht wird auch zwischen Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel diskutiert. Laut Beschlussvorlage, die Bild veröffentlichte, soll die Maskenpflicht in Deutschland und somit auch in NRW verschärft werden.

Wenn die Entscheidung so fällt, wie sie derzeit geplant ist, sollen Stoffmasken bald passé sein. Dann müssten medizinische Nasen- und Mundschutze getragen werden - eine Einschränkung auf das FFP2-Modell gibt es laut Beschlussvorlage zunächst nicht. In Spanien dürfen selbstgenähte Corona-Masken sogar nur noch verkauft werden, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen, berichtet costanachrichten.de*.

FFP2-Maske im Corona-Lockdown: Hier soll sie womöglich Pflicht werden - Vorbild Bayern?

Hamm - Die Corona-Maßnahmen haben bislang nicht den gewünschten Effekt erzielt. Vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten um NRW-Landeschef Armin Laschet sind Verschärfungen des Lockdowns im Gespräch. Darunter auch die FFP2-Maskenpflicht. (News zum Coronavirus)

Die Infektionszahlen in Deutschland sinken nur mäßig. Bund und Länder werden den Lockdown sehr wahrscheinlich verlängern. Die aktuellen Corona-Maßnahmen sollen voraussichtlich bis zum 14. Februar verlängert werden. Das sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) im Bild-Talk „Die richtigen Fragen“.

Doch nicht nur eine Verlängerung sondern auch eine Verschärfung der Regeln steht beim Bund-Länder-Treffen am Dienstag (19. Januar) auf der Agenda. Neben einer „Homeoffice-Pflicht light“ und einer nächtlichen Ausgangssperre ist auch die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im Gespräch.

In Bayern ist diese schon Realität. Seit Montag (18. Januar) müssen die Menschen im Freistaat in den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie beim Einkaufen eine FFP2-Maske tragen*. Auch in Geschäften gilt die Pflicht, berichtet merkur.de*.

FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV und in Supermärkten - auch OP-Masken im Gespräch

Ganz so weit möchte das Kanzleramt wohl nicht gehen. Laut Business Insider wollen Bund und Länder zunächst über eine FFP2-Maskenpflicht in Bus und Bahn und beim Einkaufen sprechen. Gegebenenfalls sollen laut dem Magazin auch einfachere OP-Masken ausreichen. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn böten auch diese Masken einen stärkeren Schutz als Alltagsmasken.

Dem Bericht zufolge hätten sich die SPD-geführten Bundesländer nach einer Vorbesprechung am Sonntag aber gegen eine solche Pflicht ausgesprochen.

FFP2-Maske im Corona-Lockdown: NRW äußert Sorge vor Engpässen bei einer Pflicht

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeigte sich am Montag (18. Januar) ebenfalls skeptisch. Er gab zu Bedenken, dass vor einem Beschluss zur Pflicht erst einmal klar sein müsse, ob FFP2-Masken auch in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen würden. „Da gibt es unterschiedliche Nachrichten“, so Laumann.

Es dürfe nicht zu einem Engpass in medizinischen Bereichen kommen oder dort, wo FFP2-Masken aus Arbeitsschutz-Gründen notwendig seien, mahnte Laumann. Der Verbrauch von den Schutzmasken ist höher als bei den Alltagsmasken aus Stoff. Denn FFP2-Masken sind nicht waschbar.

FFP2-Maskenpflicht im Corona-Lockdown: Ärztekammer aus NRW warnt vor steigenden Preisen

Als Arbeitsschutz sind FFP2-Masken für eine Acht-Stunden-Schicht ausgelegt. „Für den privaten Bereich im Alltag kann die Maske allerdings auch öfter benutzt werden, etwa für den Einkauf oder die Fahrt zur Arbeit mit dem öffentlichen Nahverkehr“, heißt es vom TÜV-Verband (VdTÜV).

Auch eine Ärztekammer in NRW äußerte Bedenken für der drohenden FFP2-Maskenpflicht. Hans-Albert Fehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, sprach von Versorgungsengpässen und steigenden Preisen für FFP2-Masken im klinischen Bereich. Die Krankenhäuser wollten nicht wieder Ratschläge vom Robert Koch-Institut, wie sie ihre medizinischen Masken wegen mangelnder Vorräte aufbereiten könnten, um sie länger zu tragen.

Grünen-Parteichef Robert Habeck regte an, FFP2-Masken zu subventionieren und sie für diejenigen, „die es nicht so dicke haben“, kostenlos abzugeben. *costanachrichten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

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