Landtagswahl in Sachsen

Frauke Petry: Ehemann, Karriere, Kinder - Was macht sie nach der AfD?

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„Die blaue Partei“ ist inzwischen die politische Heimat von Frauke Petry.

Frauke Petry ist Kandidaten bei der Landtagswahl in Sachsen 2019. Was macht die Politikerin heute? Erfahren Sie mehr über Ehemann, Kinder und Lebenslauf.

Update vom 1. September 18 Uhr: In den Prognosen taucht die blaue Partei von Frauke Petry nicht auf. Die ehemalige AfD-Politikerin steht nach der Landtagswahl vermutlich vor ihrem politischen Aus.

Frauke Petry: Ehemann, Kinder, Karriere - Was macht sie nach der AfD?

Ursprungsmeldung vom 23. August 2019: Um Frauke Petry (44) ist es still geworden, obwohl Sie bei der Landtagswahl in Sachsen die Spitzenkandidatin ihrer Partei ist. Nach ihrem medienwirksamen Austritt aus der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) kurz nach der Bundestagswahl Ende September 2017 hatte sie „Die blaue Partei“ gegründet - mit wenig Erfolg.

In Sachsen interessiert sich kaum einer für die ehemalige AfD-Chefin - so trübe sah dann auch der bisherige Wahlkampf Petrys zur Landtagswahl 2019 in Sachsen aus. Noch hat sie ihr Sitz im Landtag inne, den sie noch als AfD-Vorzeigefrau errungen hat - genau wie den Sitz im Bundestag 2017, den sie nach ihrem Austritt - dem im Vorfeld ein Machtkampf innerhalb der AfD vorausgegangen ist - ebenfalls nicht abgegeben hatte und als parteilose führt. Für ihre neue „Blaue Partei“ interessiert sich im Freistatt kaum jemand, das geht aus einer Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen hervor.

Frauke Petry in Ausbildung und Studium

Geboren wird Frauke Petry am 1. Juni 1975 in Dresden als Frauke Marquardt. Ihr Vater kehrte von einem Besuch im Westen nicht zurück in die ehemalige DDR. Nach der Grenzöffnung zog Frauke Petrys Familie dann zu ihm ins nordrhein-westfälische Bergkamen, wo Petry 1995 am Städtischen Gymnasium das Abitur ablegte.

Danach ging es rasant weiter in ihrer Bildungskarriere: Von 1995 bis 1998 studierte Frauke Petry als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Chemie an der University of Reading im US-Bundesstaat Pennsylvania. Sie schloss das Studium mit dem Bachelor of Science ab. Im Anschluss setzte sie ihr Studium an der Georg-August-Universität Göttingen (Diplom) fort. Nebenbei arbeitete sie als Werkstudentin bei der Schering AG sowie der Bayer AG.

Frauke Petry und ihr Ehemann haben insgesamt zehn Kinder

"Die deutsche Politik hat eine Eigenverantwortung, das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherzustellen", sagte Frauke Petry 2014 im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, damals als Spitzenkandidatin der AfD für die Landtagswahl in Sachsen. Wünschenswert sei, dass eine deutsche Familie drei Kinder habe, betonte Petry. 

Sind seit Dezember 2016 verheiratet und haben mittlerweile zwei gemeinsame Kinder: Frauke Petry und Marcus Pretzell.

Sie selbst hat sechs Kinder aus zwei Ehen. Mit ihrem zweiten Ehemann Marcus Pretzell (45) sogar insgesamt zehn Kinder - zwei davon gemeinsam. Erst im Mai 2019 ist Tochter Pauline zur Welt gekommen, zwei Jahre zuvor - im Mai 2017 - Sohn Ferdinand. Zudem hat Petry zwei Töchter und zwei Söhne im Alter zwischen 8 und 17 Jahren aus ihrer ersten Ehe. Sie war verheiratet mit dem evangelischen Pfarrer Sven Petry, von dem sie sich 2015 scheiden ließ. 

Im Dezember 2016 heiratetet sie den damaligen nordrhein-westfälischen AfD-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell, der vier Kinder aus einer früheren Beziehung hat. Petry und Pretzell fanden aber nicht nur privat zusammen, auch politisch sind sie ein Team. Gemeinsam sind sie nach der Bundestagswahl 2017 aus der AfD ausgetreten und zusammen haben sie „Die blaue Partei“ gegründet.

Nach der AfD kam für Frauke Petry die „Blaue Partei“

Die frühere Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat schon oft von sich Reden gemacht. Parteiaustritt, Neugründung der „Blauen Partei“ - trotz AfD-Austritt hat sie quasi als Parteilose sowohl ihren Sitz im Bundestag als auch im Sächsischen Landtag behalten. Ihr Ziel: Mit ihrer neuen Partei durchstarten. Davon scheint sie weit entfernt. 

Knapp ein Jahr nach der Gründung hat „Die blaue Partei“ in Sachsen gerade einmal 87 Mitglieder. Zudem hat Petry im Januar vor Gericht den Namensstreit gegen die AfD verloren. Die AfD hatte knapp zwei Wochen vor ihr die Marke „Die Blauen“ beim Patentamt angemeldet. So darf sie ihre Partei zwar weiter „Die blaue Partei“ nenen - eine Marke hat sie aber nicht.

"Ich muss mir zuschreiben lassen, dass wir intern den Kampf gegen radikalere und sozial-patriotische Kräfte unter Björn Höcke verloren haben - aber immerhin haben wir ihn geführt", sagte Petry der in Dresden erscheinenden Sächsischen Zeitung Anfang August und rechnete dort mit der AfD ab. Ebenfalls betonte sie, dass sie sich nicht „krampfhaft“ an politische Ämter klammern möchte.

Frauke Petry sitzt im Bundestag und Sächsischen Landtag

Dass sie sich nicht an politische Ämter klammern will begründete Frauke Petry gegenüber der Sächsischen Zeitung Anfang August so: "Schließlich haben wir alle einen ordentlichen Beruf.“ Petry sitzt seit der Landtagswahl 2014 im Sächsischen Landtag sowie seit der Bundestagswahl 2017 im Bundestag. Allerdings sieht es bei der Diplom-Chemikerin ansonsten eher Trübe aus. Für ihr 2007 gegründetes Chemieunternehmen Purinvent mit Standort im Leipziger Stadtteil Plagwitz musste sie 2013 Insolvenz anmelden. 

Frauke Petry musste sich mit dem Vorwurf der Insolvenzverschleppung auseinandersetzen und letztlich auch Privatinsolvenz anmelden. Das Unternehmen wurde 2014 von einem Investorenkonsortium übernommen. Bis 2016 war Petry dort noch als Geschäftsführerin angestellt. 

Im August 2015 gab es einen Zwischenfall: Unbekannte hatten auf dem Gelände des Chemieunternehmens die Scheiben einer Produktionshalle eingeworfen und dort eine teerähnliche Flüssigkeit sowie Buttersäure verschüttet. In einem Bekennerschreiben gaben sich die Täter damals aus Autonome aus, die mit der Aktion auf die „drastisch zuspitzende rassistische Stimmung in Deutschland“ aufmerksam machen wollten, wofür sie Petry mitverantwortlich machten.

Prozesse gegen Frauke Petry - Immunität aufgehoben

Es folgten mehrere Gerichtsverfahren wegen Meineid, Insolvenzverschleppung und Steuerhinterziehung - woraufhin ihr zunächst der Sächsische Landtag im August 2017 und im Januar 2018 auch der Bundestag die Immunität absprach

Unter anderem wurde Frauke Petry vorgeworfen, im November 2015 vor dem Wahlprüfungsausschuss des Sächsischen Landtages falsch ausgesagt und ihre Angaben beeidet zu haben. Konkret ging es in dem Ausschuss damals um die Gewährung von Darlehen durch AfD-Landtagskandidaten an die Partei, womit der Landtagswahlkampf in Sachsen 2014 unterstützt worden sein soll.

Falls Sie selbst herausfinden wollen, wie groß Ihre Gemeinsamkeiten mit „Der blauen Partei“ oder auch anderen Parteien sind, befragen Sie den Wahl-O-Mat für die Landtagswahl 2019 in Sachsen.

Die Ergebnisse, Reaktionen, Prognosen und aktuellen Meldungen bekommen Sie am Sonntag in unserem Live-Ticker zur Landtagswahl in Sachsen.

Archiv: Video-Beitrag aus April 2019

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