CDU-Politiker in Talkshow zu Gast

Auftritt bei „Maybrit Illner“ (ZDF): Friedrich Merz gibt sich versöhnlich - und heimatverbunden

Kritik an gendergerechter Sprache, Zweifel an der Kanzlerkandidatin der Grünen - Friedrich Merz (CDU) ist knapp fünf Monate vor der Bundestagswahl in Angriffslaune. Bei „Maybrit Illner“ im ZDF schlug der Sauerländer jetzt aber ganz andere Töne an.

Arnsberg - Wenige Tage nach der gewonnenen Wahl um das Bundestagsmandat der CDU im Hochsauerlandkreis zeigt sich Friedrich Merz* im Angriffsmodus. Er erneuerte in diversen Medien nicht nur seine Kritik an der gendergerechten Sprache, die er bereits in seiner Bewerbungsrede im Rahmen der Delegiertenkonferenz am vergangenen Samstag formuliert hatte, sondern äußerte in einem Podcast des Kölner Stadt-Anzeigers auch „erhebliche Zweifel“ an der Qualifikation der Grünen Spitzenkandidatin Annalena Baerbock für das Kanzleramt. In der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ gab sich Merz am Donnerstagabend indes überraschend versöhnlich – und heimatverbunden.

NameFriedrich Merz
Geboren11. November 1955, Brilon
Größe1,98 Meter
EhepartnerinCharlotte Merz

Friedrich Merz (CDU) bei „Maybrit Illner“ (ZDF): Konzentration auf das Sauerland

„Friedrich Merz möchte am 26. September 2021 ein überdurchschnittlich gutes Wahlergebnis für die CDU im Hochsauerland erzielen“, sagte der Arnsberger angesprochen auf etwaige bundespolitische Ambitionen unter einem möglichen Bundeskanzler Armin Laschet, für den sich Merz im Vorfeld immer wieder öffentlich stark gemacht hatte. Er nehme das „wirklich ernst“, beteuerte der ehemalige CDU-Vorsitzende auf skeptische Nachfrage von ZDF-Moderatorin Maybrit Illner.

Der Bundestag bzw. das Parlament sei das wichtigste Verfassungsorgan des Landes. Sein oberstes Ziel sei es, viele Mitglieder für die CDU zurückzugewinnen, erklärte Merz im ZDF mit Blick auf den Mitgliederschwund in Reihen der Christdemokraten. „Enttäuscht“ und „deprimiert“ seien viele, deshalb wolle auch er „auch zu Hause“ dazu beitragen, dass die CDU wieder an Profil gewinne. „Und dafür tue ich auch sehr viel“, sagte Merz in der aktuellen Folge von „Maybrit Illner“, die unter dem Motto „Ohne Groll, ohne Basis – verliert die Union das Kanzleramt?“ stand.

Friedrich Merz (CDU) bei „Maybrit Illner“ (ZDF): „Partei hat Kompass verloren“

Denn dass seine Partei ihren Kompass verloren habe, hatte der Arnsberger bereits in seiner viel beachteten Rede im Stadion Große Wiese in Hüsten am vergangenen Samstag betont*. Zudem entschuldigte er sich öffentlichkeitswirksam für die „falsche und instinktlose“ Entscheidung, nach der verloren Wahl um den CDU-Vorsitz statt das Amt des stellvertretenden Parteivorsitzenden den Wirtschaftsministerposten für sich beansprucht zu haben. „Ich lege diesen Abschnitt meines politischen Lebens heute in Ihre Hand“, rief Merz den 460 stimmberechtigten Delegierten wortgewaltig zu und traf damit offensichtlich genau den Nerv: 327 von 459 möglichen Stimmen entfielen bei fünf Enthaltungen und einer Nein-Stimme auf den Arnsberger.

Der unterlegene Amtsinhaber Patrick Sensburg zeigte sich als fairer Verlierer und erklärte, sich nun Gedanken um seine politische Zukunft zu machen. Friedrich Merz hingegen kündigte an, kein bequemer und angepasster Abgeordneter zu sein. Einen Vorgeschmack darauf hat der gewiefte Politiker in den vergangenen Tagen geliefert. - *wa.de und sauerlandkurier.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ZDF-Mediathek/Screenshot

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