Affäre mit dem Kanzler

Kohls angebliche Geliebte wusste von pikantem Geheimnis - „diesen Gesichtsausdruck noch nie bemerkt“

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Die geheime Affäre des Helmut Kohl - die Geliebte Beatrice Herbold berichtet.

Helmut Kohl: Es soll eine leidenschaftliche Liebe gewesen sein, zwischen ihr und dem Altkanzler. Jetzt spricht die angebliche Geliebte Beatrice Herbold über die Affäre.

Update vom 1. September 2019: In ihrem Buch „Geliebte Freundin“ stellt die angebliche Geliebte von Helmut Kohl, Beatrice Herbold, sich auch als enge Vertraute des Kanzlers dar, die ihm in den schwierigen Momenten seiner Kanzlerschaft zur Seite stand. Als die Parteispendenaffäre öffentlich wurde, habe sie ihn in Schock versetzt, schreibt Herbold. Sie habe auf drei Männer getippt, die die Spender gewesen sein könnten.

Man habe am Esstisch gesessen und sie habe die Namen des Münchner Medienmoguls Leo Kirch genannt, von Erivan Haub, Eigentümer und Chef der Mühlheimer Tengelmann-Gruppe, und vom Schweizer Gründer der Swatch-Gruppe, Nicolas Hayek. „Ich sprach noch, da fiel Kohl das schwere Messer aus der Hand. Das Silber krachte auf den Porzellanteller“, schreibt Herbold in einem Buchausschnitt, den F ocus.de veröffentlicht hat. „Er schaute mich erschrocken an, presste die Lippen aufeinander, die Augen verengten sich zu Schlitzen – eine ungewohnte Mimik. Ich hatte diesen Gesichtsausdruck bei ihm noch nie bemerkt. Wenn sie diese Namen errät, dann wird es nicht mehr lange dauern, las ich in seinem Gesicht.“ Kohl habe dann nachdenklich genickt, aber nichts gesagt.

Immer noch gibt es Zweifel gegenüber Herbolds Behauptungen, mit denen der Spiegel sie in einem Interview konfrontiert hat. Tatsächlich nennt sie als Beweis für ihre Beziehung ein einziges Foto, das die beiden zusammen zeigt, dass sie so viele Details kennt, und die Tatsache, dass Kohls Familie ihre Veröffentlichungen nie dementiert habe. Eine Kiste mit allen Erinnerungen an die „geheime Affäre“, sei allerdings bei einem Umzug verschwunden.

Helmut Kohl badete gemeinsam mit der Geliebten im Pool des Kanzlerhauses

Update vom 29. August 2019: Zwei Jahre nach dem Tod von Helmut Kohl packt nun seine angebliche Geliebte im Gespräch mit Bunte und in einem neuen Buch aus. Wie Beatrice Herbold in dem am Mittwoch erschienenen Blatt weiter erklärt, sei auch sie selbst zu Beginn der Affäre mit Helmut Kohl noch verheiratet gewesen. Doch der Grund für die Trennung von ihrem Mann sei nicht Helmut Kohl gewesen. „Das hat mich der Bundeskanzler immer wieder gefragt und ich habe es jedes Mal verneint. Die Antwort mochte Helmut gar nicht, er hätte wohl lieber gehört, dass ich mich seinetwegen trenne“, erklärt Herbold. 

In dem ab 31. August öffentlichen Buch berichtet die 61-Jährige auch von durchaus pikanten Momenten. Demnach habe Herbold Kohl im Kanzlerbungalow in Bonn besucht. Dabei seien beide nackt im Pool schwimmen gewesen. „Er versicherte mir, dass er alle Kameras im Haus abmontieren hatte lassen“, erklärt Herbold. 

Man traf sich in der Sauna: Kohls angebliche Geliebte Beatrice Herbold packt aus

Ursprungsmeldung vom 28. August 2019: Berlin - Die Vorstellung von Altkanzler Helmut Kohl in einer leidenschaftlichen Affäre kann für jene, die ihn zu Amtszeiten erlebt haben, nur schwer nachvollziehbar sein. Kohl war ein politisches Schwergewicht, Teil einer Zeit, in der das Patriarchat die deutsche Politik noch an der kurzen Leine hielt. Er galt als extrem intelligent, als rhetorisch geschickter Verhandler, als Sturkopf. 

Wenn es um Kohl geht, spricht man meist inhaltlich. Selbst bei seiner zweiten Frau, Maike Kohl-Richter, geht es in Bezug auf den Altkanzler in der Öffentlichkeit vor allem um sein intellektuelles Erbe. 

Helmut Kohl: Jetzt packt angebliche Ex-Geliebte über geheime Affäre aus

Nicht so bei Beatrice Herbold. Die mutmaßliche Ex-Geliebte des Einheitskanzlers spricht von ihm in der Sauna, halbnackt. Und sie spricht von einem Bundeskanzler, der sich, von seiner Leidenschaft übermannt, im Aufzug nicht mehr zurückhalten kann. Sie spricht von einer fünfjährigen, leidenschaftlichen und fast schon schicksalhaften Liebe. 

Von der geheimen Affäre, die die Berliner Immobilienmaklerin mit Altkanzler Kohl viele Jahre geführt haben will, berichtet Herbold nun in einem Buch (“Geliebte Freundin - Meine geheimen Jahre mit Helmut Kohl, ab 31. August 2019, Europa Verlag), dass eine Redakteurin der Zeitschrift Bunte auf Herbolds Erzählungen basierend geschrieben hat. „Geliebte Freundin“ erscheint am Ende August. Als Geliebte lässt sie sich aber nicht gerne bezeichnen: „Freundin hört sich besser an. Unser Verhältnis dauerte von 1995 bis 1999. Helmut Kohl und ich waren seelenverwandt. Wir haben uns sehr geliebt“, sagte sie einmal im Interview mit der Bunten

Helmut Kohl: Die geheime Leidenschaft des Altkanzlers

Gegenüber derBunten hat die ehemalige Kanzlergeliebte bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Details der Affäre geschildert. Im österreichischen Bad Hofgastein will Herbold an Ostern 1995 Urlaub gemacht haben, als sie, schlicht mit einem Handtuch bekleidet, in die Sauna des Hotels ging, in dem auch Helmut Kohl gastierte. Und dort soll er gesessen haben: der wuchtige deutsche Bundeskanzler, mit einem Handtuch umwickelt, begleitet von einer Entourage an Sicherheitspersonal. Halbnackt und schüchtern, errötet sogar, will Herbold neben Helmut Kohl in der Sauna gesessen haben.

Am 31. August erscheint das Buch „Geliebte Freundin - Meine geheimen Jahre mit Helmut Kohl“ im Europa Verlag.

Das Jahr in dem Kohl und Herbold sich kennenlernen, ist demnach das Jahr in dem am 8. Mai 50 Jahre Frieden in Deutschland und Europa gefeiert wird. Es ist auch das Jahr, in dem nach fast vier Jahren das Blutvergießen in Bosnien endet und die Kriegsgegner in Ex-Jugoslawien unter westlichem Druck in Dayton, USA, ein Friedensabkommen unterzeichnen. In der Folge werden erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs deutsche Soldaten im Ausland eingesetzt - sie kämpfen im Rahmen der internationalen Friedensmission in Bosnien. 

Helmut Kohl: Die leidenschaftliche Affäre des deutschen Bundeskanzlers

Und während der Staatsmann Helmut Kohl 1995 den umstrittenen Einsatz der deutschen Soldaten rechtfertigt, mit den westlichen Staatsmächten am Verhandlungstisch über die Entwicklungen im ehemaligen Jugoslawien spricht, das Kunstprojekt zur Verhüllung des Reichstags zulässt, in einem Staatsakt den 50-jährigen Frieden feiert - und mit dem Besuch des israelischen Staatspräsidenten Eser Weizman, als erstes Staatsoberhaupt Israels in Deutschland, international ein Zeichen der Versöhnung setzt, soll er sich auch in Beatrice Herbold verliebt haben. Helmut Kohl ist damals 65 Jahre alt. Herbold 28 Jahre jünger.

Folgt man den Erzählungen der damals 37-Jährigen in den Interviews mit der Bunten, dann muss Herbold bereits an diesem schicksalshaften Ostertag in der Sauna in Bad Hofgasteien, mit leicht gerötetem Gesicht, gewusst haben, wie besonders ihre Begegnung mit dem Kanzler war. Denn, so berichtet sie es im Interview, „als ich Helmut Kohl das erste Mal in die Augen schaute, erkannten wir uns gegenseitig in unserem tiefsten Inneren.“ Auch Helmut Kohl soll ihr diesen besonderen Moment des „sich Sehens“ in dieser ersten Begegnung später immer wieder bestätigt und sie dessen versichert haben.

Hannelore Kohl - die damalige Ehefrau des Bundeskanzlers.

Den ersten Kuss soll es in einem Aufzug gegeben haben. „Ich nahm seine Hand und da riss er mich plötzlich an sich und küsste mich leidenschaftlich. Ich war danach völlig aufgewühlt", sagte Herbold gegenüber der Bunten. Er habe nach ihrer Hand gegriffen, sie an sich gezogen, sie leidenschaftlich geküsst. 

Helmut Kohl - eine Affäre: Das sagt seine Geliebte

Zu Zeiten der heimlichen Liebe hat Kohls Frau Hannelore bereits knapp ein Jahr das gemeinsame Haus in Bonn kaum noch verlassen. Sie litt unter einer Lichtkrankheit, die sie an den meisten Tagen daran hinderte nach draußen zu gehen. Sechs Jahre später, 2001, beging sie Selbstmord. Zu dieser Zeit soll die Liebe von Helmut Kohl und Beatrice Herbold aber bereits vorbei gewesen sein. Sie endete 1999. Denn nach der verlorenen Wahl 1998 - nach 16 Jahren mit Helmut Kohl als deutschem Bundeskanzler und der Machtübernahme von Rot-Grün unter Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grüne) - da sei Helmut Kohl unleidlich geworden. So berichtet es die geheime Geliebte. 

Helmut Kohl: Der Kanzler der Einheit und seine Frauen

Maike Kohl-Richter, die zweite Ehefrau von Helmut Kohl.

Dennoch soll die Trennung einvernehmlich gewesen sein. „Die Liebe war vorbei“, sagt Herbold gegenüber der Bunten. In den Jahren ihrer geheimen Liebe schrieb der Einheitskanzler weiterhin Zeitgeschichte, arbeitete unter anderem an Einführung des Euro. Überlegte 1996 zurückzutreten und den Platz an der Spitze der Macht für Wolfgang Schäuble (CDU) freizumachen, entschied sich dann aber dagegen. 1997 nahmen die Demonstrationen gegen die Castortransporte Fahrt auf - sie sollen die künftige Atomenergiepolitik bestimmen. 2005 liiert sich Kohl mit seiner späteren zweiten Frau Maike Kohl-Richter. Sie arbeitete bereits 1994 bis 1998 eng mit Kohl zusammen. 

Die Liebe zwischen Beatrice Herbold (61) und dem Bundeskanzler blieb lange Zeit geheim. 2016 spricht Herbold erstmals öffentlich über die Affäre. Im Juni 2017 stirbt Helmut Kohl. Rund zwei Jahre nach dem Tod des Altkanzlers erscheint ihr Buch.

nai

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