Sturz im „Arabischen Frühling“

Fast 30 Jahre an der Macht: Ägyptischer Langzeit-Machthaber Mubarak gestorben

Bis zum „Arabischen Frühling“ war Husni Mubarak fast 30 Jahre lang Machthaber in Ägypten. Nun ist der Ex-Politiker im Alter von 91 Jahren gestorben.

Kairo - Ägyptens früherer Langzeit-Machthaber Husni Mubarak ist tot. Wie das staatliche ägyptische Fernsehen am Dienstag berichtete, starb er im Alter von 91 Jahren. Mubarak stand fast 30 Jahre lang an der Spitze des bevölkerungsreichsten Landes der arabischen Welt.

Der "Pharao", wie Mubarak während seiner Amtszeit häufig genannt wurde, war im Oktober 1981 von seinem Posten als Vizepräsident an die Staatsspitze gerückt. Mit einem mächtigen Polizeiapparat und einer Partei nach seinen Vorstellungen festigte Mubarak in den Folgejahren seine Macht.

Ägypten: Husni Mubarak tot - Machthaber musste sich mehreren Strafverfahren stellen

Seit seiner Entmachtung im Jahr 2011 musste sich Mubarak verschiedenen Strafverfahren stellen. Wegen Korruptionsvorwürfen verhängte ein Gericht im Januar 2016 eine dreijährige Haftstrafe für Mubarak und seine beiden Söhne. Anfang März 2017 ging mit einem Freispruch dann auch das letzte Verfahren gegen den Ex-Präsidenten zu Ende. 

In diesem Fall ging es um die Tötung hunderter Demonstranten während eines Volksaufstands Anfang 2011 im Zuge des „Arabischen Frühlings“, der zum Sturz Mubaraks geführt hatte. Der Vorwurf lautete damals Beihilfe zum hundertfachen Mord bei der Niederschlagung der Massenproteste.

Husni Mubarak: Ägyptischer Ex-Staatspräsident mit 91 Jahren gestorben

Deshalb wurde er 2012 zunächst zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, doch später wurden die Vorwürfe fallen gelassen. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen den Freispruch ein, der schließlich am 2. März in letzter Instanz bestätigt wurde. Mubarak selbst hatte die Vorwürfe stets bestritten. Mittlerweile wurden auch die meisten Verfahren gegen Mitglieder seiner damaligen Regierung eingestellt

Ägyptens Staatschef ist aktuell Abdel Fattah al-Sisi. Er war zuletzt Anfang 2018 im Amt bestätigt worden - die demokratischen Standards der Wahl standen allerdings stark in Zweifel. Sein Regierungsstil gilt als härter oder auch diktatorischer als jener Mubaraks. Al-Sisi sorgte zuletzt in Deutschland für einen Skandal: Ihm war im Februar zunächst der sächsische St. Georgs-Orden verliehen worden. Nach Protesten wurde die Entscheidung revidiert.

dpa/AFP/ag/fn

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