Iran ist auf dem Weg zur Atombombe

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Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Teheran - Der Iran macht ernst: Präsident Ahmadinedschad hat laut CNN verkündet, dass sein Land bereits Uran auf 20 Prozent angereichert hat - "dank der Gnade Gottes".

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Der Iran hat nach Angaben von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereits Uran auf 20 Prozent angereichert. Vor zwei Tagen habe man mit der Anreicherung begonnen. Jetzt seien “dank der Gnade Gottes“ die ersten Chargen auf 20 Prozent angereichert worden und an die Wissenschaftler des Landes übergeben worden, sagte der Präsident am Donnerstag nach einer Übersetzung des US-Senders CNN bei einer Rede zum 31. Jahrestag der Islamischen Revolution. Über die Menge des 20-prozentigen Urans äußerte sich Ahmadinedschad nicht.

Damit hat sich der Iran zum “Atomstaat“ erklärt. Das Uran kann sowohl für den Einsatz in Atomkraftwerken als auch für den Bau von Atomwaffen verwendet werden. Der Iran hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Anlagen zur Produktion von hoch angereichertem Uran angefahren worden seien. Die internationale Staatengemeinschaft hat für diesen Fall eine weitere Runde von Sanktionen angekündigt.

Das iranische Waffenarsenal

Das iranische Waffenarsenal

“Hiermit erkläre ich, dass es uns gelungen ist, in Natans die erste Charge von auf 20 Prozent angereichertem Uran herzustellen. Diese haben wir an unsere Wissenschaftler weitergegeben.“

Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Der Präsident warf dem Westen vor, den Iran bei der Anreicherung von Uran behindert zu haben, obwohl dies dem islamischen Land zustehe. Teheran hätte auch angereichertes Uran gekauft, doch dies sei abgelehnt worden, nun habe der Iran selbst mit der Produktion von höher angereichertem Uran begonnen, das er für seien medizinischen Forschungsreaktor brauche. Zehntausende Anhänger des Regimes jubelten dem Präsidenten bei seiner Rede auf dem Friedensplatz in Teheran zu.

Zugleich versammelte sich die Opposition zu Protesten gegen den umstrittenen Präsidenten, dem sie Wahlbetrug vorwerfen. Regimegegner berichteten auf Websites, mehrere tausend Anhänger von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi seien in Teheran bereits auf den Straßen.

Die Regimegegner wollen die offiziellen Feierlichkeiten nutzen, um gegen die Regierung des erzkonservativen Präsidenten zu protestieren. Die Sicherheitskräfte kündigten an, mit eiserner Faust gegen nicht genehmigte Demonstrationen vorzugehen und sie im Keim zu ersticken.

Physiker: Anreicherung "technisch denkbar"

Der Physiker Wolfgang Liebert von der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit an der Technischen Universität Darmstadt hält die schnelle Anreicherung auf 20 Prozent Uran-235 für technisch denkbar. “Wahrscheinlich geht es jetzt erstmal um sehr kleine Mengen“, sagte Liebert der Deutschen Presse-Agentur dpa.

“Der Iran hat ja Zentrifugen im Betrieb, und wenn man die geschickt zusammenschaltet, dann kann man durchaus in einem Schritt von schwach angereichertem auf 20-prozentiges Uran kommen.“ Liebert hält eine Monatsproduktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran im Kilogrammbereich im Iran für realistisch - solange genügend schwach angereichertes Uran als Ausgangsmaterial zur Verfügung stehe.

dpa/dapd

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