Sie verbreiten Angst und Schrecken

Das sind die Mafia-Methoden der Terrorgruppe Isis

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Die Isis-Kämpfer gelten als äußerst brutal.

Istanbul - Isis plant einen Gottesstaat im Irak und in Syrien. In beiden Ländern kämpft die Terrorgruppe mit brutaler Härte - allerdings mit unterschiedlichen Zielen.

Isis kämpft an vielen Fronten. Die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien geht bewaffnet gegen die Regierungen der beiden Länder vor, führt Krieg gegen schiitische Gläubige und vermeintliche sunnitische Kollaborateure. Die sunnitischen Extremisten exekutieren Soldaten und enthaupten Bürger an öffentlichen Plätzen. Sie träumen von einem streng gottesfürchtigen Reich im Nahen Osten, einem Kalifat zwischen Mittelmeerküste und Persischem Golf - die Grenzen ziehen die Kämpfer mit zielgerichteter Brutalität.

Karte des Irak und Syriens mit Operationsgebiet der Terrorgruppe Isis (zum Vergrößern hier klicken).

Seit eineinhalb Wochen erobert Isis im Irak immer mehr Orte: Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes, wurde im Handstreich genommen, weitere Städte auf dem Weg nach Bagdad sind hart umkämpft. Gerade haben Kämpfer der Islamisten-Miliz einen strategisch wichtigen Ort an der Grenze zu Syrien unter ihre Kontrolle gebracht. In Syrien selbst, wo die Terrorgruppe im Bürgerkrieg mitmischt, kontrolliert Isis weite Teile im Norden und Osten des Landes.

In beiden Ländern agieren die Gotteskrieger jedoch unterschiedlich: Während sich in Syrien die Gräueltaten vor allem gegen die Bürger richten - Amnesty International berichtet über Exekutionen und Auspeitschungen selbst von Kindern - buhlt Isis im Irak um die Sympathien der Bürger.

Denn für den Vormarsch im Irak brauchen die Extremisten die Unterstützung des Volkes. Nach Meinung von Yezid Sayigh, Politikwissenschaftler am Carnegie Middle East Center in Beirut, war die Einnahme von Mossul nur möglich, weil sich die dortige sunnitische Bevölkerung von den Kämpfern mehr erhofft als von der schiitisch dominierten Regierung in Bagdad.

Der Politologe ist sich zudem sicher: Isis hätte ohne sunnitische Verbündete im Land nie so einen schnellen Vormarsch geschafft. Die Dschihadisten würden vor allem von der Nakschbandi-Miliz unterstützt, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Diese bestehe aus Baathisten - Parteigängern und alten Anhängern Saddam Husseins.

Im Irak kennen sich die Extremisten bestens aus. Denn Isis hat sich bereits 2003 während der US-Invasion in dem Land unter dem Namen „Tauhid und Dschihad“ („Einheit und Glaubenskampf“) gegründet, andere nannten die Gruppe wegen ihrer Nähe zum Terrornetz Al-Kaida auch Al-Kaida im Irak. Die Extremisten verübten Anschläge auf US-Soldaten wie Schiiten. Durch Eroberungen im syrischen Bürgerkrieg - vor allem der Region um Dair as-Saur und Rakka im Osten sowie Teile der Provinz Aleppo im Norden - wurden sie aber erst stark und konnten eine Operationsbasis für die Attacken auf den Irak schaffen.

Ihren Anspruch haben die Dschihadisten mit ihrem Namen zum Programm erhoben: Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis). In dem arabischen Namen wird für Syrien der Begriff „Scham“ verwendet - als Synonym für die Ostküste des Mittelmeeres. Isis will ein sunnitisches Reich, das Syrien und den Irak, aber auch den Libanon, Israel und Jordanien vereint. Experten schätzen, dass mittlerweile rund 10.000 Kämpfer zu Isis gehören.

Finanziert wurde Isis zu Beginn von saudischen und katarischen Gönnern. Mittlerweile hat die Organisation mit mafiösen Methoden eigene Einnahmequellen erzeugt: Aus Syrien schmuggelt Isis Öl aus den eroberten Raffinerien in die Nachbarländer. Nach einem Bericht der New York Times verkaufen die Extremisten das syrische Öl sogar zurück an das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Von der Bevölkerung erpresst Isis „Dschihad-Steuern“. Der Angriff auf den Irak wurde aus diesen Einnahmen finanziert.

Das ist die Terrorgruppe ISIS

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Nun fließen Devisen aus dem Irak zurück für den Kampf in Syrien. Neben hochwertigen Waffensystemen der irakischen Armee hat Isis auch viel Geld erbeutet. Allein in der Zentralbank von Mossul soll die Terror-Miliz umgerechnet knapp 318 Millionen Euro abgeräumt haben - seit dem Coup gilt die Terrorgruppe als die reichste der Welt.

dpa

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