Mord an junger Palästinenserin

Nahost-Konflikt vor erneuter Eskalation: Israel fliegt Luftangriffe - Palästinenser schicken Brandballons

In der Nacht hatte Israel als Reaktion auf palästinensische Angriffe einen erneuten Luftangriff im Gazastreifen gestartet. Nun wurde eine junge Palästinenserin erschossen.

Hisma - Nach der Waffenruhe seit Mai zwischen Israel* und Palästina gehen die Angriffe nun offenbar wieder los. Im Westjordanland haben israelische Soldaten nach Angaben der palästinensischen Behörden am Mittwoch (16.6) eine 29-jährige Palästinenserin erschossen.  Nach israelischen Armeeangaben war die junge Frau mit dem Auto auf israelische Soldaten zugerast. Anschließend war sie demnach mit gezücktem Messer aus dem Wagen gekommen.

Wie die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtet, stammte die junge Frau aus der Stadt Abu Dis bei Jerusalem. Der tödliche Zwischenfall ereignete sich in Hisma zwischen Jerusalem und Ramallah.

Vorfall im Palästina: Kette an Ereignissen löste neue Luftangriffe aus - die Ersten seit Mai

Ein Onkel der getöteten Frau sagte, seine Nichte habe die fragliche Straße „irrtümlich“ befahren. Sie habe nicht die Absicht gehabt, einen Anschlag zu verüben. Kürzlich habe sie zudem an einer Universität in Jordanien ihr Diplom gemacht, hinterlasse eine vierjährige Tochter und habe „keine Probleme“ gehabt.

Dem Vorfall am Mittwoch waren israelische Lufangriffe im Gazastreifen in der Nacht vorangegangen. Die israelische Luftwaffe reagierte damit nach eigenen Angaben auf Attacken mit Brandballons aus dem Palästinensergebiet. Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot waren am Dienstag mehr als tausend ultrarechte Israelis bei einem sogenannten Flaggenmarsch durch Jerusalem gezogen. Bei Protesten gegen den Marsch ließen militante Palästinenser anschließend an Ballons befestigte Brandsätze nach Israel fliegen.

Es waren die ersten israelischen Luftangriffe im Gazastreifen seit dem Ende des elftägigen Konflikts zwischen Israel und der Hamas im Mai und dem Amtsantritt der neuen israelischen Regierung am Sonntag. (chd/AFP) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA

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