Janukowitsch bei Ukraine-Wahl weiter vorn

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Nach einer ersten Abstimmung kam Oppositionsführer Viktor Janukowitsch auf 48,6 Prozent, die pro-westliche Regierungschefin Julia Timoschenko erreichte 45,7 Prozent.

Kiew - Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine liegt der Oppositionsführer Viktor Janukowitsch nach Auszählung von gut 80 Prozent der Stimmen weiter vor Regierungschefin Julia Timoschenko.

Demnach kam er auf 48,6 Prozent, die pro-westliche Regierungschefin Julia Timoschenko erreichte 45,7 Prozent. Das teilte die Wahlkommission in Kiew nach Auszählung von 81 Prozent der Wahlzettel am Montag mit. Wegen der Spaltung des Landes in einen pro-europäischen Westen, der Timoschenko unterstützt, und in einen Ost- und Südteil mit russischen Traditionen kann sich das Ergebnis der Abstimmung vom Sonntag noch verändern. Janukowitsch hatte sich noch in der Nacht zum Sieger erklärt.

Nach der Auszählung von drei Vierteln der Stimmen machte Timoschenko am Montagmorgen zunächst deutlich an Boden gut. Der Vorsprung ihres Rivalen schmolz auf unter drei Prozent. Es wird erwartet, dass die Regierungschefin im Fall einer knappen Niederlage das Ergebnis nicht anerkennt und vor Gerichten eine Neuauszählung erzwingen will. Sie warnte am Wahlabend vor voreiligen Schlüssen aus den Prognosen, die Janukowitsch als Sieger gesehen hatten. Bereits 2004 habe sich Janukowitsch voreilig zum Sieger erklärt. Er verlor damals nach einem Skandal um Wahlfälschung und Massenprotesten der Orangenen Revolution.

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Etwa 4,5 Prozent der Berechtigten hatten auf dem Wahlzettel die Option “Gegen alle“ angekreuzt, die Beteiligung lag bei etwa 70 Prozent. Die Wähler im für die EU wichtigsten Transitland für russische Gaslieferungen hoffen durch die Abstimmung auf einen Ausweg aus der seit Jahren andauernden innenpolitischen Krise. Aus Sicht vieler Ukrainer haben Timoschenko und der Präsident Viktor Juschtschenko Reformversprechen nicht gehalten. Juschtschenko war im ersten Wahlgang Mitte Januar abgewählt worden.

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