„Masken müssen sitzen“

Spahn: FFP2-Masken-Pflicht soll für Kinder wegfallen - und das schon bald

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, nimmt zu Beginn einer Pressekonferenz in seinem Ministerium eine FFP2-Maske ab.
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Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.

FFP2-Masken müssen bei hohen Inzidenzzahlen laut Bundesgesetz an vielen Orten getragen werden. Für Kinder unter 16 Jahren könnte es bald andere Regelungen geben.

Berlin - Schlüssel, Portemonnaie, Corona-Maske: Alles dabei, los geht‘s. Wer in Corona-Zeiten das Haus verlässt, trägt mittlerweile eine Maske bei sich wie andere wichtige Gegenstände. Denn vor allem in Innenräumen ist das Tragen einer Maske vielerorts Pflicht.

Übersteigt die Sieben-Tage Inzidenz* in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt den Wert 100, greift die sogenannte Bundesnotbremse. In §28b des Infektionsschutzgesetzes ist geregelt, dass etwa bei Friseurbesuchen, Arztterminen oder bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maske oder eine Maske mit vergleichbarem Standard getragen werden muss.

Jens Spahn plant FFP2-Maskenpflicht für unter 16-Jährige aufzuheben

Für Kinder, könnte sich das bald ändern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU*) plant, dass Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch medizinische Gesichtsmasken, oft OP-Masken genannt, tragen können, statt der speziellen FFP2-Masken. Das hat das Bundesgesundheitsministerium* auf Anfrage von Merkur.de bestätigt. Dazu gibt es aktuell eine Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag zum Infektionsschutz-Änderungsgesetz, die Spahn vorgelegt hat.

Hintergrund der Änderung ist die Größe von FFP2-Masken. Oftmals passen sie Kindern* nicht richtig, weil sie für ihr Gesicht zu groß sind. Und: Laut der Deutschen Apotheken Zeitung (DAZ) ist der Verkauf von Kinder-FFP2-Masken eigentlich gar nicht erlaubt. Denn es handle sich bei solchen Masken um persönliche Schutzausrüstung, nicht um Medizinprodukte. Da diese Schutzausrüstung dem Arbeitsschutz diene, könne es logischerweise in Deutschland keine FFP2-Masken für Kinder geben. Unter Eltern sorge dies in Apotheken immer wieder für Irritation.

Können Kinder und Jugendliche bald mit OP-Maske Zug fahren? Spahns Pläne

DAZ-online, der die Formulierungshilfe nach eigenen Angaben vorliegt, berichtete, zukünftig soll es im Gesetz heißen: „Für Personen, die das 6. Lebensjahr vollendet haben und das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist anstelle einer Atemschutzmaske (FFP2 oder vergleichbar) das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske (Mund-Nase-Schutz) erlaubt.“

Die Bild zitiert Spahn in dem Zusammenhang direkt: „Masken müssen sitzen, damit sie schützen. Da es für Kinder und Jugendliche kaum passende FFP2-Masken* gibt, streichen wir für sie im Bundesgesetz die entsprechende Pflicht. Die nun verpflichtenden OP-Masken gibt es in passender Größe. Und auch sie verhindern Infektionen.“

Bisherige Ausnahmen von der FFP2-Masken-Pflicht

Ausnahmen von der FFP2-Masken-Regel gelten bisher nur für Kinder unter sechs Jahren; Menschen, die eine ärztliche Bescheinigung vorlegen können, dass sie keine Atemschutzmaske tragen können sowie für gehörlose und schwerhörige Menschen, Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen.

Am Donnerstagabend befasst sich der Bundestag* mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz. Anschließend muss es noch den Bundesrat passieren, die könnte noch Ende Mai geschehen. (cibo) *Merkur.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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