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Neue Corona-Impfempfehlungen ab Oktober: Lauterbach nennt Pläne

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Von: Daniel Schinzig

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Wie wird die Corona-Lage im Herbst sein? Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erläutert seine Pläne. Die Impfempfehlungen könnten sich ändern.

Hamm - Der Sommer 2022 hat in der Corona-Pandemie einen besonderen Stellenwert: Ging das Infektionsgeschehen in den Vorjahren während der Sommermonate zurück, gab es in diesem Jahr erstmals eine große Sommerwelle. Kaum gehen die Zahlen wieder runter, rücken Herbst und Winter in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Erst kürzlich stellte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine geplanten Corona-Regeln ab Oktober vor. Die haben bei vielen Menschen für Missverständnisse und Verwirrung gesorgt. In der Bundespressekonferenz am Freitagmorgen (12. August) äußerte sich Lauterbach zur aktuellen Lage und erläuterte noch einmal, wie seine Maßnahmen für die kalte Jahreszeit genau funktionieren sollen.

Lauterbach zur Corona-Lage: Steigende Fallzahlen im Herbst erwartet

Karl Lauterbach startete die Pressekonferenz zunächst mit guten Nachrichten: „Wir haben eine gute Entwicklung bei der Sommerwelle“, verweist der Minister auf die abebbende Welle. Allerdings machte er ebenfalls darauf aufmerksam, dass es immer mehr Corona-Fälle gibt, die gar nicht offiziell erfasst werden. Das habe aber keinen größeren Einfluss auf die generell positive Gesamtlage derzeit.

Also ein Grund zum Aufatmen? Leider nein. Lauterbach erwartet für den Herbst 2022 wieder stark steigende Fallzahlen aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre und der Dynamik der Omikron-Variante BA.5. Daher soll es ab dem 1. Oktober 2022 für die Länder unter anderem die Möglichkeit geben, unabhängig von der Inzidenz eine Maskenpflicht in Innenräumen einzuführen.

Ein Punkt, bei dem es in der Bevölkerung zu einigen Missverständnissen kam. Muss also im Herbst in Restaurants, Kinos und anderen Orten wieder permanent Maske getragen werden? Und was hat es mit den formulierten Ausnahmen auf sich? Muss man sich in Zukunft wirklich alle drei Monate impfen lassen, damit man Zugang zu bestimmten Örtlichkeiten bekommt?

Lauterbach zur Corona-Lage: Neue Impfempfehlung kommen im Herbst

Nein. Lauterbach stellte eindeutig klar: „Keiner muss sich alle drei Monate impfen lassen!“ Für die generelle Gültigkeit des Impfausweises bleibt es bei den bisherigen Regeln. Da die Datenlage zu den Vakzinen allerdings aussagt, dass der Schutz vor Ansteckung und Weitergabe des Virus in den ersten drei Monaten besonders stark ist, soll es im Herbst und Winter zu folgender Maßnahme kommen: Wessen Impfung weniger als drei Monate her ist, darf Innenräume ohne Maske betreten. Gleiches gilt für alle Personen, die einen negativen Test vorzeigen können. Alle anderen dürfen die Räume ebenfalls betreten - müssen dann aber eine Maske tragen.

In diesem Zusammenhang räumte Karl Lauterbach mit einem anderen Missverständnis auf: Dass er die vierte Corona-Impfung für alle vorgeschlagen hätte. Der Gesundheitsminister machte in der Bundespressekonferenz deutlich: Dass er Jüngeren zu einem zweiten Booster geraten hätte, stimme so nicht. Was er stattdessen meinte: Jüngere Menschen sollen die Möglichkeit einer vierten Corona-Impfung mit ihrem Hausarzt besprechen. „Das ist meine Empfehlung. Und dabei bleibe ich auch“, so Lauterbach.

Auch gebe es sehr gute Nachrichten in Bezug auf die Omikron-Impfstoffe. So könne es eventuell schon im September zur Auslieferung der neu angepassten Vakzine kommen. Die Bundesregierung hätte mehr als genug Impfstoffe besorgt. In diesem Zusammenhang deutete Karl Lauterbach an, dass sich die Impf-Empfehlungen ändern können, sobald die neuen Vakzine vorrätig sind. Denn durch sie ist noch einmal ein neuer Schutz gegeben, durch den auch jüngere Personen sehr wohl profitieren können. Eventuell wird die vierte Impfung im weiteren Verlauf des Jahres also doch noch für jüngere Personen empfohlen.

Lauterbach zur Corona-Lage: Neue Funktion der digitalen Zertifikate

Für die Betreiber von gastronomischen Betrieben oder Clubs bedeuten die angedachten Pläne für den Herbst, erneut Zertifikate und Testnachweise überprüfen zu müssen. Um ihnen das zu vereinfachen, sind für die digitalen Impfzertifikate eine neue Funktion geplant. So soll ein Impfung, die noch keine drei Monate alt ist, grün angezeigt werden. So auf den ersten Blick zu erkennen sein, wer von der Maskenpflicht befreit ist.

Mit dem Gesundheitsminister nahm auch Immunologe Leif Erik Sander von der Charité an der Bundespressekonferenz teil. Er schloss sich der Einschätzung von Karl Lauterbach an: „Wir müssen jetzt schon den Blick auf den die Wintermonate richten“, appellierte er. Er sieht vor allem viele berufliche Ausfälle aufgrund von Corona-Fällen und anderen Krankheiten auf die Bevölkerung zukommen. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass es einen besseren Schutz vor Infektion gibt, wenn man diverse Maßnahmen wie Maskentragen, Impfung und Testen kombiniert.

Das Infektionsschutzgesetz soll in der kommenden Wochen mit den Ländern besprochen werden. Eine Woche darauf soll es dem Kabinett vorgelegt werden.

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