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Scholz empfängt den Emir von Katar: Habeck unterschreibt Vereinbarung – es geht ums Gas

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Der Emir von Katar (l), Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani, gibt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt nach einer Pressekonferenz die Hand. Zuvor war eine katarisch-deutsche Energiepartnerschaft unterzeichnet worden.
Der Emir von Katar (l), Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani, gibt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt nach einer Pressekonferenz die Hand. Zuvor war eine katarisch-deutsche Energiepartnerschaft unterzeichnet worden. © Michael Kappeler/dpa

Der russische Krieg gegen die Ukraine richtet den Blick für Erdgas-Lieferungen in Richtung Katar. Nach Robert Habeck trifft nun Kanzler Scholz auf den Emir.

Update vom 20. Mai, 15.15 Uhr: Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani haben die katarisch-deutsche Energiepartnerschaft bekräftigt: Deutschland und das Emirat Katar werden ihre Kräfte bei der Energiekooperation bündeln. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, unterzeichneten am Freitag in Berlin eine Energiepartnerschaft beider Länder, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Die Zusammenarbeit werde Deutschland durch den Bezug von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar dabei helfen, seine Gasversorgung zu diversifizieren, hieß es aus dem Ministerium. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine strebt die Bundesregierung eine zügige Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen an und setzt dabei auch auf LNG - unter anderem aus Katar.

Beide Länder vereinbarten nun regelmäßige Treffen ihrer zuständigen Ministerien, einen engen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Austausch und bildeten zwei Arbeitsgruppen. Eine kümmert sich um LNG und Wasserstoff und die damit verbundenen Handelsbeziehungen und bringt die nötigen Wirtschaftsakteure zusammen. Die zweite zu den Themen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz beschäftigt sich mit der dafür nötigen Infrastruktur und den Strommärkten.

Scholz empfängt den Emir von Katar – es geht ums Gas

Vorbericht vom 20. Mai: Berlin – Woher bekommt die Bundesrepublik künftig ihr Erdgas? Der eskalierte Ukraine-Konflikt hat die Notwendigkeit offengelegt, sich vom Tropf Russlands zu befreien. Nun soll Katar zum Teil russische Gaslieferungen ersetzen. Zwei Monate nach dem Besuch von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im Emirat empfängt am Freitag (13.45 Uhr) Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Emir des Golf-Staates in Berlin.

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Scheich Tamim bin Hamad al-Thani stehen laut Bundesregierung regionale und wirtschaftspolitische Themen, eine Pressekonferenz ist für 15 Uhr geplant. Habeck hatte eine langfristige Energiepartnerschaft mit Katar vereinbart.

Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von verflüssigtem Erdgas (LNG). Bei dem Staatsbesuch wird es auch um weitere Milliarden-Investitionen in deutsche Unternehmen gehen. Nach Engagements bei Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens Energy, Curevac oder Hapag-Lloyd ist Katar bereits der größte Investor aus dem Nahen Osten in der deutschen Wirtschaft. Der Emir von Katar wird am Freitagmorgen, 11 Uhr, auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen.

Scholz empfängt Emir von Katar – Golf-Staat will verflüssigtes Erdgas bereits 2024 liefern

Der Golf-Staat will Deutschland schon im Jahr 2024 verflüssigtes Erdgas (LNG) liefern. „Wir wollen unsere US-Flüssiggasanlage Golden Pass in Texas, an dem Qatar Energy 70 Prozent hält, bereits 2024 so weit haben, dass wir nach Deutschland liefern können“, sagte der Vizepremier des Golfstaats, Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, dem Handelsblatt.

Zusätzliche Gasmengen kämen dann etwas später hinzu, sagte der Vizepremier: „Die Erweiterung der Förderung in unserem Gasfeld North Dome wird 2026 abgeschlossen sein, vielleicht sogar schon 2025.“ North Dome ist das weltgrößte Gasfeld, das sich Katar und der Iran unter dem Persischen Golf teilen. Bis spätestens 2026 soll die katarische Gasförderung daraus von derzeit 77 auf 126 Millionen Tonnen LNG gesteigert werden.

Bisher hatte es den Angaben zufolge geheißen, dass der weltgrößte Flüssiggas-Exporteur Deutschland erst mit großen Mengen beliefern könne, wenn der Staatskonzern Qatar Energy die Förderung auf 126 Millionen Tonnen LNG jährlich erhöht habe. (aka/dpa/AFP)

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