Wer wird neues Stadtoberhaupt?

Dortmund: Oberbürgermeister Sierau geht - das sind die Alternativen ab dem 13. September

+
Ab dem 13. September hat Dortmund einen neuen Oberbürgermeister - wer wird es?

Am 13. September ist Kommunalwahl in NRW. In Dortmund tritt OB Ullrich Sierau nach elf Jahren ab. Wir stellen die Bewerber für seine Nachfolge vor.

  • Die potenziellen Nachfolger für Ullrich Sierau (SPD) als Oberbürgermeister in Dortmund stehen so gut wie fest.
  • Sieben Kandidaten stehen aktuell zur Debatte.
  • Zur NRW-Kommunalwahl am 13. September 2020 wird einer von ihnen neuer Oberbürgermeister.

Dortmund - Die Kommunalwahl in NRW findet in diesem Jahr zwar erst am 13. September statt, doch schon im Januar stehen die Kandidaten für eine Nachfolge des langjährigen Oberbürgermeisters Ullrich Sierau (SPD) fest. Nach elf Jahren im Amt tritt der SPD-Mann ab und macht Platz für diese sechs neuen Bewerber, die RUHR24.de* vorstellt:

Thomas Westphal (52), SPD:

Thomas Westphal ist in Dortmund kein Unbekannter. Seit 2013 ist der Mann mit SPD-Parteibuch Chef der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. In der Westfalenmetrople kennt sich der 52-Jährige also bestens aus. Sein Leitbild für die nächsten Jahre in Dortmund: Zusammen daran arbeiten, besser zu werden - aber im Herzen und in der Seele, Dortmund bleiben. Das sagte Westphal im September vergangenen Jahres, als er seine Kandidatur öffentlich machte.

Kommunalwahl 2020 in Dortmund: Thomas Westphal (SPD) will Ullrich Sierau beerben

In seiner Zeit als Chef der Wirtschaftsförderung schrieb sich Westphal das Motto "Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung als Einheit" auf die Fahnen. Er legte in den vergangenen Jahren laut eigenen Angaben einen Fokus auf die Entwicklung von Innovation und Technologie, ohne den Blick auf Menschen mit geringer Qualifikation zu verlieren. Sein wohl größtes Projekt: Die Entwicklung und der Umbau der Speicherstraße am Hafen von Dortmund.

In Zukunft will Westphal das Thema Wohnen groß auf seine Agenda schreiben: Wohnungen bauen und Mieten niedrig halten sind seine Devise.

Thomas Westphal (SPD) will Oberbürgermeister von Dortmund werden.

Andreas Hollstein (56), CDU:

Die wohl größte Konkurrenz für den SPD-Kandidaten und Dortmund-Kenner Thomas Westphal kommt gar nicht aus Dortmund, sondern aus dem rund 30 Kilometer entfernten Altena. Andreas Hollstein heißt der Mann, der für die CDU als Oberbürgermeister-Kandidat antritt.

Andreas Hollstein: Als Bürgermeister von Altena zum Oberbürgermeister in Dortmund

Der 56-Jährige ist derzeit noch Bürgermeister der Stadt Altena im Sauerland. Deutschlandweit bekannt wurde Hollstein im November 2017, nachdem ein 56-jähriger Mann ihn mit einem Messer attackiert und verletzt hatte. Zuvor habe sich der Angreifer abfällig über die liberale Flüchtlingspolitik des CDU-Politikers geäußert.

In Dortmund wolle Andreas Hollstein Brücken schlagen und seine Erfahrung als langjähriger Bürgermeister (seit 1999) von Altena einbringen.

Dortmunder OB-Kandidat Hollstein "erfahren und dynamisch"

Dazu der Dortmunder CDU-Kreisvorsitzender Steffen Kanitz: "Mit Andreas Hollstein haben wir einen erfahrenen und dynamischen Kandidaten gewinnen können, der anpacken wird und Dortmund gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich auf die Zukunft vorbereiten wird."

In seiner Bewerbungsrede hatte Hollstein im November 2019 deutlich gemacht, dass es ihm bei seiner Kandidatur sowohl um die Lösung der vielen Alltagsprobleme der Bürger gehen werde als auch darum, Dortmunds Image weiter zu verbessern. Dabei werde ihm sein unverstellter Blick von außen helfen.

Andreas Hollstein: Als Bürgermeister von Altena zum Oberbürgermeister in Dortmund?

Daniela Schneckenburger (59), Grüne:

Auch die Grünen in Dortmund haben einen eigenen Kandidaten für die Nachfolge von Ullrich Sierau. Statt zusammen mit der CDU einen Kandidaten aufzustellen, wie es zunächst geheißen hatte, setzen die Grünen auf die aktuelle Dortmunder Bildungsdezernentin Daniela Schneckenburger

Grüne in Dortmund schicken Daniela Schneckenburger ins Rennen

Und die bringt jede Menge Erfahrung mit: Schon von 1994 bis 2006 war die Dortmunderin Ratsmitglied. Ab 2000 Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dortmunder Rat, von 2006 bis 2010 Landesvorsitzende der Grünen in NRW. Fünf Jahre, von 2010 bis 2015, war sie Dortmunder Landtagsabgeordnete. Seit 2015 ist Schneckenburger als Dezernentin für Schule, Jugend und Familie bei der Stadt Dortmund bekannt.

Als Ziele für ihre Politik wirbt die 59-Jährige damit, dass sie "Klimaschutz mit wirtschaftlichem Erfolg und der zukunftsfesten Sicherung von Arbeitsplätzen in Dortmund" zusammenbringen will. Doch nicht nur der Klimawandel, auch das Problem des erstarkenden Rechtspopulismus in Europa ist für die Dortmunderin ein zentrales Thema. Die lokale Demokratie schützen und Dortmund als Stadt des friedlichen Zusammenlebens erhalten, seien außerdem Ziele, heißt es in ihrer Bewerbung weiter.

NRW-Grüne stellen Wahlkprogramm vor

Michael Kauch (52), FDP:

Während die Kandidaten von SPD und CDU schon Ende 2019 feststanden, legten dann Anfang des Jahres 2020 die Grünen nach. In der Liste der großen Parteien fehlte nur noch die FDP. Doch auch ihr Kandidat steht seit dem 17. Januar fest: Michael Kauch tritt bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 in Dortmund an.

Kommunalwahl 2020: FDP-Mann Kauch will OB von Dortmund werden

Der 52-Jährige hat bereits einige politische Erfahrung. Nachdem er bereits 1989 in die Partei eingetreten war, ging es mit seiner FDP-Karriere stets bergauf. Seit 1998 ist er Kreisvorsitzender der FDP und von 2003 bis 2013 war er Mitglied im deutschen Bundestag. Aktuell ist er außerdem noch im Bundesvorstand der FDP. Mit der Kandidatur zum Oberbürgermeister hofft er nun, auf lokaler Ebene etwas bewirken und seine Heimstadt - ähnlich wie seine Parteikarriere - voranbringen zu können.

"Ich kenne Politik in Regierungsverantwortung ebenso wie die Herausforderung von Selbstständigkeit, neuen Technologien und globalen Märkten. Das ist eine gute Grundlage für Kommunalpolitik, die über den Tellerrand schaut", so der 52-jährige OB-Kandidat.

FDP-Mann will in Dortmund Nahverkehr verbessern

Stellschrauben, an denen er deshalb drehen will, sind der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der kommunale Klimaschutz und die Infrastruktur für eine neue Mobilität. Aber auch der Arbeitsmarkt sowie die Bildungs- und die Sozialpolitik sollen dabei nicht hinten abfallen: So plädiert Michael Kauch unter anderem für eine Privatisierung von Kitas.

Michael Kauch: Energiewende auch auf dem Land

Utz Kowalewski (49), Die Linke:

Für die Wahl zu Dortmunds neuem Oberbürgermeister schickt die Partei "Die Linke" Utz Kowalewski ins Rennen. Der gebürtige Dortmunder ist in Scharnhorst aufgewachsen und hat während seines Studiums an der Ruhr-Universität in Bochum im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld gelebt.

Kommunalwahl 2020: Kandidat der Linken geht die Themen Klima und Umwelt an

Als Themen hat sich der Fraktionsvorsitzende unter anderem das Klima und die Umwelt auf die Fahne geschrieben. "Dortmund hat seine Klimaziele bislang verfehlt. Da muss dringend und vor allem schnell nachgesteuert werden", so der 49-Jährige. Außerdem will der Politiker bezahlbaren Wohnraum in Dortmund schaffen und die Zahl der Langzeitarbeitslosen senken.

Erfahrung mit der Stadtverwaltung und mit politischen Abläufen bringt Kowalewski mit ein. "Ich bringe in diesem Bereich mehr als zehn Jahre Erfahrung mit. Und ein ganz wichtiges Pfund: Ich kenne Dortmund und die Menschen in Dortmund aus dem ff", gibt der linke Politiker sich selbstsicher.

Ingolf Griese (66), parteilos:

Auch ein parteiloser Politiker bewirbt sich zur Kommunalwahl 2020 in Dortmund um den Posten des Oberbürgermeisters. Sein Name: Ingolf Griese. "Einer von euch" lautet der Slogan des 66-jährigen Ur-Dortmunders, der aus einer Arbeiterfamilie kommt. 

Kommunalwahl 2020: Parteiloser Ingolf Griese kennt sich in Dortmund aus

Griese versteht sich als "Dortmundkenner", "kompetent" und "bürgernah" - und das ist es auch, was ihm an der bisherigen Politik in Dortmund fehle und was er als neuer Oberbürgermeister ändern wolle. Die Bewohner müssten mehr in die Entscheidungen der Stadt einbezogen werden und nicht, wie bislang, eine Politik betrieben werden, die an den Bedürfnissen der Dortmunder Bürger vorbeigehe.

Unterdessen zeigt sich Griese auf seinem Twitter-Kanal angriffsfreudig wie so manch ein Präsident jenseits des Atlantiks.

Twitter-Attacken von Oberbürgermeister-Kandidaten für Dortmund

"Der erste aus Altena, weiß überhaupt nichts, was in Dortmund los ist; der zweite Kandidat, ein Sprössling aus der Wirtschaftsförderung Dortmund, der dafür gesorgt hat, dass das Fußballmuseum jährlich etwa 900.000€ minus macht...", wettert er auf Social-Media gegen die anderen beiden Kandidaten der OB-Wahl 2020 in Dortmund

Bernd Schreyner, Die Rechte:

Für die rechtsextreme Splitterpartei "Die Rechte" geht der ehemalige Dortmunder AfD-Kreissprecher Bernd Schreyner an den Start. Politik für "deutsche Interessen" hat sich der Rechte auf die Fahnen geschrieben. Näheres ist zu seinen Plänen bislang nicht bekannt. Die OB-Kandidaten von SPD, CDU und Grünen erteilen der AfD im Wahlkampf indes eine Absage, wie RUHR24.de berichtet.

Hinweis: Der Kandidat Utz Kowalewski von der Partei "Die Linke" wurde rund einen Monat nach Beginn der im Text eingebetteten Umfrage in selbige nachgetragen, da seine Kandidatur erst deutlich später feststand, als die der anderen OB-Kandidaten. Wir bitten das, bei der Interpretation der nicht repräsentativen Umfrage, zu beachten.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare