Von der Leyen sieht tragfähige Erholung auf Arbeitsmarkt

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht angesichts der Entwicklung auf dem Arbeistmarkt  von einer tragfähigen wirtschaftlichen Erholung.

Berlin - Die Arbeitslosenzahlen sind im August auf 3,188 Millionen zurückgegangen. Die wertet das Bundesregierung als Anzeichen dafür, dass die Krise auf überwunden ist.

Der konjunkturelle Aufschwung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im August sank die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum Vormonat um 4.000 auf knapp 3,2 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprach angesichts der Entwicklung von einer tragfähigen wirtschaftlichen Erholung, Wirtschaftminister Rainer Brüderle (FDP) sieht den Arbeitsmarkt wieder auf Vorkrisenniveau angekommen. Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur lag die Zahl der Menschen mit Job im August um 238.000 über dem Wert des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 7,6 Prozent.

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Neben der Zeitarbeitsbranche, auf die nach BA-Angaben etwa 30 Prozent der neuen Jobs entfielen, seien auch in den Bereichen Gesundheit und Soziales, sowie Bau und Bildung neue Stellen angeboten worden. In einzelnen Branchen drohe sogar schon wieder ein Fachkräftemangel, wie etwa in der Elektro- und Metallindustrie oder im Verkauf. Nicht nur die Erwerbstätigkeit insgesamt, sondern auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten entwickelte sich mit einem Plus von 284.000 auf 27,66 Millionen gegenüber dem Vorjahr positiv.

Der Großteil dieses Anstiegs sei allerdings auf eine Zunahme an Teilzeitstellen zurückzuführen (plus 174.000), hieß es. Parallel dazu ging auch die Kurzarbeit zurück. Nach BA-Angaben beantragten im August rund 1.800 Betriebe für etwa 20.000 Mitarbeiter Kurzarbeit. Im Juni arbeiteten noch 406.000 Beschäftigte mit verkürzter Arbeitszeit.

Brüderle sieht Beschäftigungsaufschwung

Aus Sicht von der Leyens hat der Arbeitmarkt die Krise nahezu überwunden. “Dass wir bei der Beschäftigung auf diesem guten Niveau aus dem Tal kommen, hätte vor einem Jahr niemand geglaubt“, sagte die Ministerin. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei beständig, die wesentlichen Indikatoren gingen weiter in die richtige Richtung.

Brüderle sagte angesichts der Zahlen: “Unser Aufschwung ist ein Beschäftigungsaufschwung.“ Die Erwerbstätigkeit habe saisonbereinigt nahezu wieder ihren Rekordstand vor Ausbruch der Krise erreicht. Der Deutsche Gewerkschaftsbund bezeichnete die Lage auf dem Arbeitsmarkt als stabil, warnte angesichts von mehr Leiharbeitsjobs aber vor einem “Verdrängungswettbewerb zu Lasten regulärer und Existenz sichernder Arbeit“. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt verwies indes auf eine immer größer werdende Fachkräftelücke. Allein im naturwissenschaftlich-technischen Bereich fehlen bereits jetzt 65.000 Fachkräfte. Vor diesem Hintergrund sei eine gezielte Öffnung für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland unabdingbar, sagte Hundt.

“Nach wie vor erhebliche Risiken“

BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt mahnte dagegen zu Vorsicht. Zwar zeigten die wesentlichen Indikatoren in die richtige Richtung, die Wirtschaftskrise sei damit aber noch lange nicht verdaut. “Es gibt nach wie vor erhebliche Risiken“, sagte Alt und wies auf die schwächelnde US-Wirtschaft und die Verschuldung vieler EU-Staaten hin. “Die wirtschaftliche Situation ist fragiler als in anderen Zeiten des Aufschwungs“, erklärte er.

Niemand sollte den Fehler machen und das zuletzt gesehene kräftige Wirtschaftswachstum auf das Gesamtjahr hochrechnen, erklärte Alt weiter. Es sei vielmehr mit einem moderateren Wachstum zu rechnen. Sollten die Rahmenbedingungen allerdings unverändert gut bleiben, könnte die Arbeitslosigkeit 2011 auf durchschnittlich drei Millionen sinken.

apn

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