Vor Bund-Länder-Beratungen

Corona-Lockdown: Verlängerung oder Lockerung? Deutliche Signale aus der Politik

Die Corona-Zahlen sinken, die Zahl der Impfungen steigt - gibt es also bald eine Lockerung des Lockdowns? Angela Merkel und Markus Söder mit klarem Signal.

Hamm - Der Lockdown wirkt. Nicht schnell, aber messbar. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen sinken seit Mitte Januar. Die Hoffnung auf Lockerungen des bis zum 14. Februar geltenden Lockdowns wächst. Zu Recht? Aus Politik und Wissenschaft gibt es deutliche Signale. (News zum Coronavirus)

PersonAngela Merkel
Geboren17. Juli 1954 in Hamburg
Größe1,65 Meter
AmtBundeskanzlerin seit 2005

Corona-Lockdown: Lockerung oder Verlängerung der Regeln ab Mitte Februar?

Die Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland ist erfreulich. Mit jeder guten Nachricht des Robert-Koch-Instituts (RKI) wächst auch die Hoffnung, dass der Lockdown nicht über den 14. Februar hinaus verlängert wird. Oder es zumindest Lockerungen geben könnte - etwa bei Schulen, Friseuren und im Einzelhandel.

Es gibt jedoch einiges, das gegen Öffnungen spricht. Der Start der Corona-Impfungen war chaotisch, die Inzidenz sinkt zwar, aber trotz mehrwöchigen Shutdowns nur langsam. Zudem wächst die Bedrohung durch aggressivere Virus-Mutationen aus Südafrika, Brasilien und Großbritannien.

Corona-Lockdown: Markus Söder warnt vor Lockerungen bei Bund-Länder-Beratungen

Vor diesem Hintergrund hat Bayerns mächtiger und wortgewaltiger Ministerpräsident Markus Söder einer umfassenden Lockerung des Corona-Lockdowns ab Mitte Februar eine klare Absage erteilt. Mit Blick auf die nächste Bund-Länder-Konferenz, wahrscheinlich am 10. Februar, warnte er bei einer Video-Schalte des CSU-Parteivorstands in München vor einem „Lockerungswettbewerb“ und einem neuen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen auch innerhalb einzelner Bundesländer. „Es geht nach wie vor um viele Menschenleben“, sagte Markus Söder.

„Jeder, der erwartet, dass danach die großen Öffnungen in breiter Form stattfinden können - das ist aus meiner Sicht derzeit nicht verantwortbar“, sagte Markus Söder und mahnte vor einem schweren Rückschlag im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland. Wer bei einer Siebe-Tage-Inzidenz von 90 öffne, der werde innerhalb kürzester Zeit wieder bei 150 sein.

Ähnlich äußerte sich auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff: „Noch können wir nicht über konkrete Lockerungen reden. Wir bereiten uns in Bund und Ländern darauf vor, aber dafür sind die Zahlen eindeutig noch immer zu hoch“, sagte er im Interview mit T-Online.

Corona-Lockdown vor dem Ende? Angela Merkel mit klarer Warnung vor Lockerungen

Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass wegen der Gefahr durch Coronavirus-Mutationen die Hoffnungen auf Lockerungen verfrüht sein könnten. Star-Virologe Christian Drosten hatte die Deutschen unlängst auf einen harten Sommer mit Einschränkungen vorbereitet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt nach einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage das Haus der Bundespressekonferenz.

Sehr deutlich warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel und sprach statt von Lockerungen sogar von einer Verschärfung beziehungsweise Verlängerung des Lockdowns. In einer Video-Schalte mit Union-Fraktionschefs hatte sie am 24. Januar - also zu einer Zeit, als die Zahlen bereits im Sinkflug waren - mehrfach den Verlust der Kontrolle über die Corona-Situation angeprangert.

Corona-Lockdown: Altmaier spricht von Verlängerung auch bei Inzidenz unter 50

„Wir leben durch die Mutationen auf einem Pulverfass. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren“, soll Angela Merkel laut Bild gesagt haben - und sprach von einer Ziel-Inzidenz unter 50. Ein Wert, der nach Einschätzung von Experten rein rechnerisch Mitte bis Ende Februar erreichbar sein könnte.

Doch es ist ungewiss, ob diese Aussage weiterhin Bestand hat. Denn genau eine Woche später schloss Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier - als Kanzleramtsminister einst ein enger Vertrauter von Angela Merkel - nicht aus, dass es sogar eine Verlängerung des Lockdowns geben könnte, auch wenn die Inzidenz unter den kritischen Wert von 50 sinkt. Die Länge des Lockdowns hänge laut Altmaier auch davon ab, inwieweit sich neue Mutationen des Coronavirus in Deutschland verbreiteten.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Peter Kneffel

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