Verlängerung der scharfen Regeln

Corona-Lockdown vor Ende? Minister macht wenig Hoffnung trotz besserer Zahlen - Auch Merkel warnt

Die Corona-Zahlen gehen nach unten, doch Bundeskanzlerin Angela Merkel will scheinbar eine Lockdown-Verlängerung und verschärfte Regeln. Ihre Worte lassen aufhorchen.

Update vom 31. Januar, 9.08 Uhr: Die Inzidenz sinkt in Deutschland; kommt also bald das Ende des Corona-Lockdowns? Nicht unbedingt, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er schließt nicht aus, dass der Lockdown in die Verlängerung geht, auch wenn die Inzidenz unter 50 sinken sollte. Die Länge des Lockdowns hänge auch davon ab, inwieweit sich neue Mutationen des Coronavirus in Deutschland verbreiteten. Nach Einschätzung von Experten könnte der Wert von 50 rein rechnerisch Mitte bis Ende Februar erreichbar sein. Altmaier sieht Lockerungen trotzdem skeptisch. Man habe in Großbritannien gesehen, dass sich die neue Virus-Variante auch deshalb schnell habe ausbreiten können, weil der dortige Lockdown weniger streng gewesen sei als der aktuell in Deutschland geltende, warnte er.

PersonAngela Merkel
Geboren17. Juli 1954 in Hamburg
Größe1,65 Meter
AmtBundeskanzlerin seit 2005

[Erstmeldung vom 26. Januar] Hamm - Lockdown, die x-te Runde. Erst kürzlich haben sich Bund und Länder zur Bekämpfung des Coronavirus auf eine Verlängerung der harten Regeln und Einschränkungen bis zum 14. Februar geeinigt. Ein helles Licht also am Ende des Tunnels mit Blick auf ein Leben mit weitgehender Normalität? (News zum Coronavirus)

Lockdown-Verlängerung und noch schärfere Corona-Regeln? Kanzlerin Angela Merkel lässt aufhorchen

Immerhin meldete das RKI erst am Dienstag wieder einen gewaltigen Rückgang bei den Corona-Zahlen in Deutschland. Also alles auf dem richtigen Weg, könnte man annehmen. Doch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt weiterhin eindringlich - und will den Mega-Lockdown sogar noch einmal verschärfen.

Das geht zumindest aus den Aussagen hervor, die die Regierungschefin der Bild zufolge in einer Video-Schalte am Sonntagabend mit den Union-Fraktionschefs von Bund und Ländern gesagt haben soll.

Demnach habe Kanzlerin Angela Merkel vor allem mehrfach den Verlust der Kontrolle über die Corona-Situation angeprangert. „Uns ist das Ding entglitten“, soll sie dem Bericht zufolge gesagt haben - ebenso wie: „Wir müssen auf eine Inzidenz von unter 50 kommen, aber jetzt freuen sich alle, wenn wir unter 200 sind.“ Und die Inzidenz von 50 haben bislang nur wenige Kommunen unterschritten - darunter Münster in Nordrhein-Westfalen. Vor einer falschen Bewertung der Corona-Zahlen warnt sogar der Präsident des Robert-Koch-Instiuts, Lothar Wieler.

Kanzlerin Angela Merkel zur Corona-Lage: „Wir müssen noch strenger werden, sonst ...“

Dazu folgte ein Satz, der auf weitere Verschärfung und eine erneute Lockdown-Verlängerung hindeutet: „Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren.“

Einmal mehr wurde deutlich: Große Sorgen bereitet Angela Merkel die Corona-Mutation. Sie sagte dazu: „Wir leben durch die Mutationen auf einem Pulverfass.“

Ebenfalls soll die Kanzlerin in der Telefon-Schalte angemerkt haben, dass sie genau solch eine Entwicklung der Inzidenz-Werte vorhergesagt habe: „Der Weg von 10 auf 180 war dramatisch. Sie erinnern sich an meine Prophezeiung im Herbst. Alles ist so eingetroffen.“

Corona in Deutschland: Kanzlerin Angela Merkel würde Reisen am liebsten verbieten

Angela Merkel sind wohl vor allem die Reisen ein Dorn im Auge und die Tatsache, dass es zu viele Menschen in Deutschland trotz der Corona-Lage und den damit verbundenen Gefahren zum Teil bedenkenlos tun. „Was ist mit Deutschen, die reisen? Hundertmal habe ich die Frage in den Runden gestellt: Warum können wir die Reisen nicht verbieten? Dann bekomme ich immer die auf ehemalige DDR-Bürger gemünzte Antwort, dass wir ein freies Land sind“, soll die Kanzlerin gesagt haben: „Man kann zwar 15 Kilometer Sperrzone einführen, aber es ist schwer, Reisen in die Welt zu verbieten.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt nach einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage das Haus der Bundespressekonferenz.

Sie merkte demnach an, dass man Reisen nur „unattraktiv unangenehm“ machen könnte - etwa durch Quarantäne. Dazu beanstandete Angela Merkel: „Weihnachten sind jeden Tag 50.000 auf die Kanaren und die Malediven geflogen.“ Oder regte an: „Wir müssen den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt. Das habe ich auch Horst Seehofer versucht zu erklären, dass er das prüft.“

Lockdown: Öffnen Geschäfte im Februar? Angela Merkel macht wenig Hoffnung - Schulen im Fokus

Ihren knallharten Corona-Kurs will Angela Merkel also weiterhin durchbringen. Strenger werden statt lockern - auch mit Blick auf Geschäfte. „Die Öffnungen Mitte Februar sind nicht gesichert“, sagte sie. „Wir müssen andersrum öffnen als beschlossen: erst Kitas und Schulen, dann Geschäfte, dann Restaurants.“

Zu allererst - sofern es die Corona-Infektionslage hergibt - wolle sie offenbar „bei der Schule Leine lassen“: „Das ist nicht wie beim Geschäft, wo alle hin strömen.“ Ein Schulminister hingegen schockte bezüglich der Schul-Öffnungen mit einer düsteren Prognose.

Beim Thema Reisen erhielt Angele Merkel laut Bild Zuspruch von Berlins CDU-Fraktionschef Burkhard Dregger : „Die Einreisebeschränkungen sind nicht scharf genug. Wir müssen eine strengere Quarantäne durchsetzen.“

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare