Ungleichheit im Beruf?

Lohnfortzahlung in Corona-Quarantäne: Diese Gruppe bleibt vom Stopp ausgenommen

Ende der Lohnfortzahlung: Ungeimpfte in Corona-Quarantäne erhalten ab November keine Ausfallentschädigung mehr. Mit Ausnahme einer Berufsgruppe.

Hamm - Wer ab dem 1. November wegen einer angeordneten Quarantäne nicht mehr seinen Beruf ausüben kann, der erhält künftig keine Entschädigung mehr. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auf das Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne geeinigt. Davon betroffen sind diejenigen, denen eine Impfempfehlung vorliegt und die sich auch impfen lassen können, es aber nicht tun. Auf eine bestimmte Berufsgruppe trifft das allerdings nicht zu. (News zum Coronavirus)

Land in EuropaDeutschland
BundeskanzlerinAngela Merkel
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne: Beamte wohl nicht betroffen

Wer sich nicht gegen Corona impfen lassen möchte und sich folglich wegen einer Infektion in häusliche Quarantäne begeben muss, der erhält keine Ausfallentschädigung des Verdienstes mehr. Bundesweit gilt die neue Regel ab dem 1. November, in Nordrhein-Westfalen deutlich eher. Das bevölkerungsreichste Bundesland war bereits am 10. September vorgeprescht und hat den Stopp der Ausfallentschädigung bereits für den 11. Oktober beschlossen.

Das allerdings betrifft nur eben jene Arbeitnehmer, die nicht verbeamtet sind. Das berichtet die WAZ. Roland Staude, Chef des Beamtenbundes Nordrhein-Westfalen, befürchtet deshalb eine Spaltung der Belegschaft. Denn während Ungeimpfte in einem Angestelltenverhältnis mit möglichen Lohnausfällen rechnen müssen, nehmen verbeamtete Beschäftigte einen vermeintlichen Sonderstatus ein.

„Das ist eine Ungleichbehandlung, die den Betriebsfrieden in Rathäusern oder Schulen ganz erheblich stören kann“, sagte Roland Staude der WAZ und forderte die Bundesregierung zugleich auf, die drohende Spaltung zu verhindern. Ohnehin polarisiert das Ende der Lohnfortzahlung das Land. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Sozialverband VdK positionierten sich deutlich gegen den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne: Beamte nicht von Stopp betroffen

Die Kommunen hingegen lobten die neue Regel. „Wer sich also die Freiheit herausnimmt, sich nicht impfen zu lassen, obwohl medizinisch nichts dagegenspricht, steht für die Folgen seiner Entscheidung selbst ein – nicht der Arbeitgeber, nicht die Solidargemeinschaft“, begründete Karl-Josef Laumann (CDU) den Stopp der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte gegen das Coronavirus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) pflichtete ihm bei und fügte am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin an: „Es geht dabei nicht um Druck, sondern um Fairness. Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen?“ Rund 63 Prozent der Deutschen sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Inzidenzwert in NRW sank jüngst auf einen Wert von 61,2. Experten haben jüngst erklärt, dass Geimpfte nicht mit Langzeitschäden rechnen müssen - und zogen einen Vergleich.

Rubriklistenbild: © Arno Burgi/dpa

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