„Ich bin es leid“

Markus Lanz (ZDF): Corona-Krampf bei Linken-Politiker - Moderator grillt „gelockerten“ Bodo Ramelow 

In der Hamburger Runde von ZDF-Star Markus Lanz wird über die Lockerungen im Kontext von Coronavirus-Sars-Cov-2 diskutiert. Bodo Ramelow muss sich Kritik stellen, Star-Virologe Christian Drosten erhält erneut Rückendeckung.

  • Markus Lanz*: Hitzige Diskussion mit Bodo Ramelow (Die Linke).
  • Coronavirus-Sars-Cov-2*: Wie Thüringen die Pandemie händelt.
  • Virologe steht zu Kollege Christian Drosten.

Hamburg/Altona – In der Markus Lanz-Ausgabe von Donnerstag, dem 28. Mai 2020, sind der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow (Die Linke), Autor Ferdinand von Schirach, Ärztin Christiane Woopen und der Virologe Hendrik Streeck im Studio in Hamburg-Altona zu Gast. Der Politiker muss sich gegen allerhand Vorwürfe wehren, Star-Virologe Christian Drosten bekommt Unterstützung.

Person:Bodo Ramelow
Geboren:16. Februar 1956 (Alter 64 Jahre), Osterholz-Schambeck
Ehepartnerin:Germana Alberti vom Hofe (verh. 2006)
Partei:Die Linke
Amt:Thüringer Ministerpräsident seit 2020
Vorheriges Amt:Thüringer Ministerpräsident (2014-2020)

ZDF-Talkshow Markus Lanz: Coronavirus-Sars-Cov-2 hält Linken Bodo Ramelow in Atem

Direkt zu Beginn der Sendung konfrontiert ZDF-Moderator Markus Lanz Bodo Ramelow mit seiner eigenen Aussage, ab dem 6. Juli umfassende Lockerungen vornehmen zu wollen. Diese beziehen sich auf das Bundesland Thüringen. Nur wenn das Infektionsgeschehen es erfordern würde, stellt er Coronavirus-Sars-Cov-2-Auflagen wieder in Aussicht. Jedoch nur auf „regionaler Ebene", wie es der Ministerpräsident und Linken-Politiker formuliert hatte.

In der Hamburger* Runde erläutert Ramelow seine Aussagen. „Wir wissen, wo die Erkrankten sind, sie sind namentlich erfasst“, will der Politiker sein Bundesland in Sicherheit wiegen. Ihm zufolge würden die Gesundheitsämter auch die Nachverfolgung sehr ernst nehmen und sich darum kümmern, dass sich das Coronavirus-Sars-Cov-2 nicht weiter ausbreite.

Dass will der Hamburger Lanz jedoch nicht so recht glauben und fragt weiter nach - bis der Punkt erreicht ist, an dem Ramelow lauter wird. „Ich bin es leid, dass wir das alles im Krisenmodus machen", sagt der 64-Jährige sichtlich genervt. Der Notverordnungs-Modus müsse überwunden werden, die infizierten Menschen würden sich tadellos an die gebotenen Regeln halten. Zudem hätte sich der R-Faktor verringert*.

Markus Lanz (ZDF): Bodo Ramelow fühlt sich „missverstanden“ und fordert Normalität

Gründe, die ihn bestärken, sein Vorhaben umzusetzen. Sein konkreter Ansatz: „Den Eingriff in die Privatsphäre geben wir auf. Ich bin nicht mehr bereit, dass die Polizei an die Haustür klopft und fragt, ob dort drei oder vier Haushalte zusammen sitzen", pocht Bodo Ramelow vehement auf eine Abkehr vom zuvor eingeschlagenen Kurs. Atemschutzmasken im öffentlichen Personennahverkehr halte der Linken-Politiker aber nach wie vor für sinnvoll und absolut notwendig.

Der gebürtige Norddeutsche fühle sich „missverstanden“, wenn Menschen annehmen würden, dass er die Maskenpflicht abschaffen wolle. Oder gar das Coronavirus-Sars-Cov-2 für ungefährlich halte. Das sei schlichtweg falsch. Ramelow habe zu viele Begegnungen mit Infizierten und deren Angehörigen erlebt, um die tödliche Gefahr, die von der Pandemie ausgeht, ad absurdum führen zu wollen.

„Wir müssen wieder in ein normales Leben kommen. Sonst werden wir die Angst über allem schweben lassen“, mahnt der erfahrene Politiker. Schön und gut, dem Streitgespräch mit Ärztin Christiane Woopen kann er dennoch nicht entgehen. Vielmehr sucht der Ministerpräsident Thüringens den offenen Schlagabtausch mit der einzigen Dame in der Runde, die Ramelows Ausführungen mit Ungläubigkeit begegnet. Der Ärztin ist nämlich nicht begreiflich, wie sich die Menschen in Thüringen konkret korrekt verhalten sollen.

Markus Lanz (ZDF): Rückendeckung für Coronavirus-Sars-Cov-2-Star Christian Drosten

Auch betont Ramelow, dass er Kitas und Schulen schnell wieder öffnen lassen würde. Wie schnell, weiß er gegenüber Markus Lanz aber nicht zu sagen. Kein Problem für den ZDF-Moderator, der sich direkt an Virologe Hendrik Streeck wendet. Von diesem möchte der 51-Jährige wissen, was von Ramelows Fahrplan hinsichtlich der Öffnung von Lehranstalten zu halten sei.

„Die Mehrheit der Daten suggeriert, dass Kinder etwas weniger infiziert sind als Erwachsene“, verweist der Star-Virologe auf eine Studie und kann keine eindeutige Antwort geben. Er nennt das Beispiel Schweden und muss sich eingestehen, das nicht nachzuweisen ist, ob sich das Coronavirus-Sars-Cov-2 aufgrund der Öffnung von Kitas und Schulen wieder schneller verbreiten würde.

Studie ist das Stichwort für Markus Lanz, Streeck auf Kollege Christian Drosten anzusprechen, der vor allem von der „Bild“-Zeitung massiv attackiert wird. Ähnlich wie bereits Virologe Martin Stürmer im ZDF-Studio*, ergreift auch Streeck Partei für Drosten. Ob er dessen Studie gelesen habe, will der ZDF-Moderator von Streeck wissen. „Natürlich habe ich die gelesen", entgegnet der 42-Jährige und wirkt dabei leicht pikiert.

„Es gibt eine inhaltliche und eine mediale Ausprägung [...] Was ich von der Seite der Kritiker gelesen habe, war erst einmal einleuchtend“, gibt der Forscher zu. Jedoch sei es „wirklich unangenehm“ gewesen, wie von medialer Seite mit der Studie umgegangen wurde. Bewusste Fehlinterpretationen von Journalisten der „Bild"-Zeitung würden hierzu natürlich dazu zählen.

Markus Lanz (ZDF): Coronavirus-Sars-Cov-2 beschäfigt Virologen - Profiteur China?

Zwar sei er nicht absolut d‘accord mit allen Punkten von Drostens Studie, dennoch schlägt sich Streeck auf die Seite seines Kollegen. „Ich fühle mit Drosten“, lautet das emotionale Statement des Wissenschaftlers. Er könne sich in die Lage von Drosten hineinversetzen und hätte schon ähnliche Erfahrungen gemacht. „Man fühlt sich da schon sehr bedrängt und falsch verstanden“, gibt der 42-Jährige zu. Davon kann auch Bodo Ramelow ein Lied singen.

Junge, halt den Ball flach: Linken-Politiker Bodo Ramelow fühlt sich von ZDF-Moderator Markus Lanz bedrängt und reagiert sichtlich genervt. (Screenshot)

Doch Streeck ist noch nicht fertig. Er fühlt sich in seiner Berufsehre gekränkt und sei „verletzt“, da seine eigene Studie in der jüngeren Vergangenheit zum Teil aufs Übelste kritisiert wurde. Nicht immer auf sachlicher, konstruktiver Ebene, versteht sich. Was Streeck hinsichtlich einer zweiten Infektionswelle prognostiziert, weiß merkur.de zu berichten*.

Letztendlich gibt sich der Star-Virologe bei Markus Lanz mit seinen abschließenden Worten versöhnlich. „Am Ende sind wir ein Team in der Wissenschaft, auch wenn es Querelen geben sollte“, stellt Streeck klar und beschwört den Teamgeist innerhalb seiner Zunft. Ein Zusammenhalt, den auch die chinesische Bevölkerung dringend benötigt. Sieht sich die Volksrepublik China doch der Diktatur einer Kommunistischen Partei ausgesetzt, die vom Coronavirus-Sars-Cov-2 zu profitieren versucht*.

Quelle: 24hamburg.de-MarkusLanz

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Rubriklistenbild: © ZDF Mediathek/Markus Lanz

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