Corona-Maßnahmen

Söder beim Brücken-Lockdown auf Laschets Seite? Wie die Worte des CSU-Chefs zu deuten sind

Markus Söder unterstützt die Idee des Brücken-Lockdowns von Armin Laschet. Doch hinter dem Lob des CSU-Chefs an den NRW-Ministerpräsidenten versteckt sich eine Botschaft.

Hamm - Alle sind sich einig: Es müssen schärfere Regeln in Deutschland her, um das Coronavirus zu bekämpfen und die dritte Welle zu brechen. Auch darüber, dass diese Maßnahmen schnell kommen müssen, gibt es kaum Zweifel. Doch Bund und Länder lassen mit neuen Beschlüssen auf sich warten. (News zum Coronavirus)

NameMarkus Söder
Gebooren5. Januar 1967 in Nürnberg
Größe1,94 Meter
ParteiChristlich-Soziale Union in Bayern

Brücken-Lockdown: Markus Söder auf der Seite von Armin Laschet? Was die Worte des CSU-Chefs bedeuten

Stattdessen wird seit Tagen darüber diskutiert. Etwa über einen von CDU-Chef Armin Laschet ins Spiel gebrachten „Brücken-Lockdown“ - was für die Kritiker nichts anderes ist als ein anders bezeichneter Lockdown ohne neue Ideen.

Für viele ist das Vorgehen von Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, eine Positionierung im Kampf um die Kanzlerkandidatur der Union gegen CSU-Chef Markus Söder. Während Bayerns Ministerpräsident tatsächlich stets für einen harten Corona-Kurs stand, war es bei Armin Laschet eher ein hin und her - weshalb Markus Söder sogar innerhalb der CDU Umfragewerten zufolge als besserer Kanzlerkandidat gesehen wird als der Landeschef von Nordrhein-Westfalen.

Reihte sich Markus Söder also in die Reihe derer ein, die für die Idee des Brücken-Lockdowns nur Hohn und Spott übrig hatten? Mitnichten. Der rhetorisch gewandte CSU-Vorsitzende verpackte es aus seiner Sicht cleverer.

Armin Laschets „Brücken-Lockdown“ ist für Markus Söder das, was er seit Monaten fordert

Die Idee des „Brücken-Lockdowns“ von Armin Laschet und das, was er damit bezwecken will, finde Bayerns Ministerpräsident gut - vor allem, weil es seine eigene sei, die er bereits in der Vergangenheit mehrfach ins Spiel gebracht habe: konsequentes Handeln, um aus der Endlosschleife der Pandemie zu gelangen anstelle eines ständigen Hin und Her.

„Ich habe diese These eigentlich, wenn ich das so sagen darf, immer vertreten, die Kanzlerin auch“, sagte Markus Söder am Dienstag in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“: „Und jeder, der mitmacht - das finde ich super, weil es die Basis jener verstärkt, die für Umsicht und Vorsicht eintreten.“ Was so viel bedeutet wie: Er findet es gut, dass auch Armin Laschet nun mitmachen will.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht sich für einen kurzen, konsequenten Lockdown. Dieser soll bundesweit gelten.

Bayerns Ministerpräsident erneuerte daher seine Forderung eines kurzen, konsequenten Lockdowns. Dieser ergebe aber nur Sinn, „wenn alle mitmachen“, betonte Markus Söder am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. „Wenn es in Deutschland kreuz und quer geht, wird es nicht funktionieren.“ Dabei verwies er erneut darauf: „Ich habe das schon seit längerer Zeit angedeutet.“

Konsequenter Lockdown in ganz Deutschland: Markus Söder beklagt fehlende Unterstützung einiger Länder

Aktuell gebe es „erkennbarer Weise“ keine flächendeckende Unterstützung dafür. Nicht bei den SPD-Ländern. „Und man muss auch leider feststellen, auch nach dem Vorstoß von Armin Laschet, dass viele CDU-Länder sehr zurückhaltend reagiert haben“, monierte Markus Söder. Dabei mahnte Bayerns Landeschef erneut: „Je weniger konsequent wir sind, desto länger wird es dauern.“

Beim Werben für eine bundeseinheitliche Lösung brachte Markus Söder notfalls auch durch Gesetzgebung des Bundes ins Spiel - wie es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch schon in Erwägung gezogen hatte. Es sei jetzt nötig, eine „Gemeinschaftsaktion zu starten und nicht endlos Klein-Klein zu machen“, sagte Bayerns Ministerpräsident: „Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass die Notbremse bundesgesetzlich verankert ist.“

Darüber hinaus warnte Markus Söder davor, in einen „Öffnungsblindflug“ zu starten. Gerade über Ostern habe man wieder gute Erfahrungen mit der nächtlichen Ausgangssperre gemacht, weil diese besonders die privaten Kontakte einschränke. Und diese seien eine der Hauptquellen für mögliche Ansteckungen mit dem Coronavirus. Testen alleine sei keine Lösung, sagte der CSU-Chef. „Wir müssen impfen, was das Zeug hält.“ Und das in Kombination mit Corona-Notbremse und dem Verzicht auf weitere Öffnungen.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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