Kritik von Amtskollege

Söder schließt Atommüllendlager in Bayern aus: „Macht keinen Sinn“

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Markus Söder will keinen Atommüll in Bayern.

CSU-Chef Markus Söder legt sich fest: Es wird kein Atommüllendlager in Bayern geben. Er wehrt sich gegen die Kritik seines niedersächsischen Amtskollegen Stephan Weil.

München/Hannover - Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder schließt ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll im Freistaat wegen Sicherheitsaspekten kategorisch aus. „In Bayern macht ein Atommüllendlager keinen Sinn. Geologisch gesehen passt Bayern nicht, da das vorhandene Gestein eine deutlich schlechtere Sicherheit aufweist als zum Beispiel Gorleben“, sagte der CSU-Chef am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Deshalb wird es hier auch kein sicheres Endlager geben.“

Söder reagiert auf Kritik von Amtskollegen Stephan Weil

Söder reagierte damit auf die Kritik seines niedersächsischen Amtskollegen Stephan Weil (SPD). Dieser hatte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur moniert, dass Bayern und Sachsen versuchten, sich von der bundesweiten Suche nach einem Standort zu drücken.

Markus Söder lässt das nicht gelten: „Die Frage nach einem Atommüllendlager darf nicht politisch, sondern muss wissenschaftlich entschieden werden. Die größtmögliche Sicherheit muss an oberster Stelle stehen.“

Bis 2031 soll Atommüll-Lager gefunden werden

Eigentlich wollte Deutschland ein Endlager im niedersächsischen Gorleben errichten. Nach jahrzehntelangen Protesten hatte der Bund 2017 ein neues Suchverfahren gestartet. Ziel ist es, bis 2031 einen passenden Ort zu finden. Der Atommüll soll unterirdisch tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit in Frage. Erste Ergebnisse sind für 2020 angekündigt.

dpa

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