Gastronomie, Tourismus, Sport

Bundesweiter Lockdown 2.0 jetzt offiziell: Das sind die neuen drastischen Corona-Regeln

Angela Merkel hat heute mit den Ministerpräsidenten der Länder über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie beraten. Es ist ein Lockdown mit drastischen Regeln beschlossen worden.

Update vom 29. Oktober, 11 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat bei ihrer Regierungserklärung im Bundestag die neuen verschärften Corona-Regeln verteidigt. „Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig. Wenn wir, liebe Kolleginnen und Kollegen, stattdessen warten würden, bis die Intensivstationen voll sind, dann wäre es zu spät.“

LandDeutschland
Bevölkerung83,02 Millionen
HauptstadtBerlin

Merkel verteidigt bundesweite Corona-Maßnahmen - Kritik von AfD und Christian Lindner

Abgeordnete der AfD störten die Rede Merkels zu Beginn mit ungewöhnlich vielen Zwischenrufen. Sie halten die Beschlüsse für maßlos und unangemessen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sah sich gezwungen, die AfD-Parlamentarier zu Disziplin zu ermahnen. Auch FDP-Chef Christian Linder hat die neuen bundesweiten Corona-Regeln kritisiert und verlangt eine grundsätzliche Mitsprache der Parlamente. Die Einschränkungen von Freiheitsrechten seien ohne Öffentlichkeit nur von den Regierungsspitzen von Bund und Ländern ergriffen worden, kritisierte er im Bundestag.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hingegen hat die Bundesregierung gegen den Vorwurf verteidigt, sie übergehe das Parlament in der Corona-Krise. „Ja, wir haben Gewaltenteilung“, sagte der CDU-Politiker. Parlamentarismus und Demokratie funktionierten. In vielen Debatten, Gesetzesinitiativen und Haushaltsbeschlüssen habe der Bundestag den Rahmen dafür gesetzt, was die Regierung tun könne. „Es ist nicht die Aufgabe des Deutschen Bundestages, darüber zu entscheiden, ob sich 10 oder 15 Menschen treffen“, sagte Brinkhaus. „Das ist die Aufgabe der Exekutive.“ Die Rechtsdurchsetzung obliege zudem den Ländern, nicht dem Bund.

Die Linke im Bundestag hat mit Blick auf den geplanten Teil-Lockdown ab Montag vor den sozialen Folgen gewarnt. 

Bundesweiter Lockdown 2.0 ab Montag: Das sind die neuen drastischen Corona-Regeln

Update vom 28. Oktober, 18.50 Uhr: Es gibt bundesweit neue Corona-Regeln mit drastischem Ausmaß. Bund und Länder haben heute Maßnahmen beschlossen, die denen im Frühjahr ähneln. Ab Montag, 2. November, wird es einen Lockdown geben - zumindest in weiten Teilen unseres Alltags. Ein Überblick:

  • Kontakte: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands erlaubt, in jedem Fall mit maximal zehn Menschen. Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien inakzeptabel, heißt es im Beschlusspapier. Bund und Länder wirken bei den verstärkten Kontrollen zusammen.
  • Schulen und Kitas: Sie bleiben offen, allerdings sollen die Länder weitere Schutzmaßnahmen treffen.
  • Groß- und Einzelhandel: Die Geschäfte bleiben offen, aber der Zutritt wird streng gesteuert. Warteschlangen müssen vermieden werden. Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich nur ein Kunde aufhalten.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Klubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt bleibt aber die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.
  • Private Reisen: Die Bürger sollen auf private Reisen und Verwandtenbesuche verzichten. Übernachtungsangebote im Inland darf es nur noch für notwendige Zwecke geben, nicht mehr für touristische.
  • Freizeit und Kultur: Theater, Opern und Konzerthäuser werden geschlossen. Dies gilt ebenso für Kinos, Messen, Freizeitparks, Spielhallen und -banken, Bordelle, Sportstätten und Fitnessstudios.
  • Veranstaltungen: Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisportveranstaltungen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden.
  • Körperpflege: Massagestudios sowie Tattoo- und ähnliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien bleiben weiter möglich. Auch Friseure dürfen unter Einhaltung der bestehenden Auflagen öffnen.
  • Industrie und Handwerk: Die Arbeitgeber müssen dafür sorgen, ihre Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen. Jedes Unternehmen muss ein Hygienekonzept umsetzen. Wo immer möglich, soll Heimarbeit ermöglicht werden.
  • Gottesdienste: Sie sollen weiterhin erlaubt sein, allerdings mit einem Hygienekonzept.
  • Schutz von Risikogruppen: Für Bewohner, Beschäftigte und Besucher in Pflege- und Seniorenheimen sowie für Krankenhäuser wurden bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht, darunter Massenschnelltests.
  • Hilfe für Unternehmen: Für die von den temporären Schließungen erfassten Unternehmen, Betriebe, Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen wird der Bund eine außerordentliche Wirtschaftshilfe gewähren. Der Erstattungsbetrag beträgt 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, womit die Fixkosten des Unternehmens pauschaliert werden. Die Prozentsätze für größere Unternehmen werden nach Maßgabe der Obergrenzen der einschlägigen beihilferechtlichen Vorgaben ermittelt. Die Finanzhilfe wird ein Finanzvolumen von bis zu zehn Milliarden haben. Bisherige Überbrückungshilfen für die Betriebe werden verlängert. Die Konditionen für die am stärksten betroffenen Bereiche werden verbessert. Zudem wird der Schnellkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Beschäftigte mit weniger als zehn Beschäftigten angepasst.

Neue Corona-Regeln: Lockdown ab Montag - Söder: Jetzt durchgreifen, nicht länger abwarten

Update vom 28. Oktober, 18.27 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bürger zu Solidarität während der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Es gehe nicht nur um die Freiheit, die der Einzelne habe, sondern auch darum, wie viel Schutz die Gemeinschaft den besonders Betroffenen biete, sagte der CSU-Chef. „Wir sind eine Solidaritätsgesellschaft und kein Ego-Land.“

Söder betonte, es sei wichtig, jetzt durchzugreifen und nicht länger abzuwarten. „Je länger wir warten, desto schwieriger wird es“, sagte er. „Die Alternative nichts zu tun oder weniger zu tun, bedeutet am Ende vielleicht in die Situation zu kommen, dass wir die Entscheidung in den Krankenhäusern zu treffen haben über Leben und Tod.“ Die Einschätzungen der Wissenschaftler hätten sich „mit erschreckender Präzision“ bestätigt.

Nun sollten drei Viertel der Kontakte reduziert werden. „Es scheint kurzfristig hart, ist aber langfristig milder, als die Alternativen, nichts zu tun“, sagte er, dann lande man in einer „Endlosschleife“ und das ganze Land leide.

Update vom 28. Oktober, 18.17 Uhr: Die Beschlüsse gelten bundesweit, das machte Angela Merkel noch einmal deutlich. Im Anschluss an die Pressekonferenz der Bundeskanzlerin möchte sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet noch zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Beratungen äußern.

Neue Corona-Regeln: Lockdown ab Montag - Gottesdienste bleiben mit Hygienekonzept erlaubt

Update vom 28. Oktober, 18.12 Uhr: Gottesdienste sollen laut Angela Merkel weiterhin erlaubt sein.  Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden. Nach den Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sind Eingriffe in die Religions- und Versammlungsfreiheit besonders sensibel.

Update vom 28. Oktober, 18.06 Uhr: Deutschland befindet sich wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel  in einer „akuten nationalen Gesundheitsnotlage“. „Wir müssen handeln, und zwar jetzt“, sagte die Kanzlerin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Die Kurve muss wieder abflachen.“ Man brauche jetzt im November eine befristete „nationale Kraftanstrengung“, sagte Merkel und sprach von harten und belastenden Maßnahmen.

Neue Corona-Regeln: Lockdown ab Montag - alle Ministerpräsidenten tragen Beschlüsse mit

Update vom 28. Oktober, 17.47 Uhr: Es herrscht Einigkeit: Alle Ministerpräsidenten tragen die Corona-Beschlüsse mit.

Update vom 28. Oktober, 17.40 Uhr: Angela Merkel spricht aktuell in einer Pressekonferenz über die beschlossenen Maßnahmen. Vorweg reagierte Merkel auf die lautstarke Kritik etwa aus der Gastronomiebranche. „Man kann nicht mehr sagen, dass ein bestimmter Bereich zur Infektion überhaupt nicht beiträgt“, so die Kanzlerin. 75 Prozent der Infektionen seien aktuell nicht mehr nachvollziehbar.

Update vom 28. Oktober, 17.24 Uhr: Der Lockdown im November ist beschlossene Sache. Es kommt ein dunkler November auf uns zu. Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich heute auf scharfe Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus geeinigt. Sie gelten ab Montag, 2. November. Der Überblick:

Corona-Gipfel mit Merkel: Lockdown ab Montag - das sind die verschärften Regeln

  • Kontaktbeschränkungen: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestattet.
  • Gastronomie: Gastronomiebetriebe sollen für den restlichen Monat schließen. Das betrifft auch Kneipen und Bars. Lieferung und Abholen sind weiterhin erlaubt. Kantinen sollen offen bleiben dürfen.
  • Veranstaltungen/Freizeit: Unterhaltungsveranstaltungen und Freizeiteinrichtungen sollen bundesweit untersagt beziehungsweise geschlossen werden. Auch Kinos, Theater sowie Opern- und Konzerthäuser sollen bis Ende November schließen.
  • Sport: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Freizeit- und Amateursportbetrieb ist untersagt. Profisport soll ohne Zuschauer stattfinden - das gilt auch für die Fußball-Bundesliga.
  • Körperpflege: Kosmetikstudios und Massagepraxen sollen zu machen, ebenso wie Tattoostudios.
  • Tourismus: Touristische Übernachtungen im Inland sind verboten. Nur eine Übernachtung wegen einer zwingenden Dienstreise soll weiterhin erlaubt sein.
  • Das bleibt offen: Schulen, Kitas, Groß- und Einzelhandel, Friseursalons. Erlaubt bleibt Individualsport wie etwa alleine joggen gehen und medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien.

Lockdown ab Montag: Nothilfen für Unternehmen geplant

Update vom 28. Oktober, 17.21 Uhr: Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern der Beratungen. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Update vom 28. Oktober, 17.03 Uhr: Touristische Übernachtungsangebote im Inland sollen im November verboten werden. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden, beschlossen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten.

Lockdown ab Montag mit Kontaktverbot - Restaurants und Fitnessstudios schließen

Update vom 28. Oktober, 16.55 Uhr: Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Update vom 28. Oktober, 16.33 Uhr: Auch Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen.  Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine joggen gehen, ist weiter erlaubt. 

Lockdown ab Montag: Groß- und Einzelhandel bleibt offen

Update vom 28. Oktober, 16.22 Uhr: Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. In der Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Angela Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.

Update vom 28. Oktober, 16.16 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der sich verschärfenden Corona-Krise Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November schließen. Friseursalons bleiben aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein.

Update vom 28. Oktober, 16.13 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich nach den Corona-Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer äußern. Für 17.30 Uhr ist eine „Presseunterrichtung“ im Bundeskanzleramt angesetzt.

Corona-Gipfel mit Merkel: Gastronomie-Betriebe zu, Schulen und Kitas auf

Update vom 28. Oktober, 16.08 Uhr: Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. 

Update vom 28. Oktober, 16.01 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen den Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. Das gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Darüber hinaus sollen Gastronomie-Betriebe, also Kneipen, Cafes und Restaurants, vom 2. November für den restlichen Monat schließen. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Update vom 28. Oktober, 15.54 Uhr:  Bund und Länder haben sich darauf verständigt, zur Eindämmung der Corona-Krise eine „Gesundheitsnotlage“ für Deutschland auszurufen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Offen blieb zunächst, was das genau bedeutet. Zudem hieß es, die Gesundheitsnotlage sei erst dann beschlossen, wenn am Ende alle Einzelpunkte des geplanten Maßnahmenpakets beschlossen seien

Corona-Gipfel mit Merkel: Drastische Kontaktbeschränkungen

Update vom 28. Oktober, 15.47 Uhr: Nach den drastischen Kontaktbeschränkungen (Update 15.22 Uhr) sickert die nächste Information der Beratung von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten durch: So wollen Bund und Länder Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. Theater, Opern oder Konzerthäuser sollen vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

Update vom 28. Oktober, 15.22 Uhr: Wie „Bild“ erfahren haben will, sollen Bund und Länder beim Corona-Gipfel strengere Kontaktbeschränkungen beschlossen haben. Demnach dürften sich nur noch Menschen aus maximal zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen.

Update vom 28. Oktober, 14.48 Uhr: Eine Regierungserklärung wird es heute übrigens noch nicht geben. Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz in Berlin ankündigte, wolle Angela Merkel nach den Beratungen erst einmal am Abend die Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag über die Beschlüsse informieren. Eine Erklärung solle am Donnerstagmorgen folgen.

Corona-Gipfel mit Merkel: Lockdown soll früher beginnen - Staat will Umsatz-Ausfälle ersetzen

Update vom 28. Oktober, 14.22 Uhr: Und die nächste Information vom Corona-Gipfel mit Angela Merkel sickert durch. Wie die „Bild“ erfahren haben will, soll der Lockdown light bereits am Montag, 2. November, in Kraft treten.

Update vom 28. Oktober, 14.11 Uhr: Nach Informationen von „Bild“ sitzt auch Finanzminister Olaf Scholz mit der in Schalte zwischen Angela Merkel und den Ländern. Er will laut dem Medienbericht den Betrieben, die jetzt im zweiten Lockdown geschlossen werden würden, den Umsatz aus Steuermitteln ersetzen. Demnach würden kleine Betriebe bis zu 75 Prozent ihrer Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat, größere Betriebe bis zu 70 Prozent erstattet bekommen.

Corona-Gipfel mit Merkel: Ministerpräsident fordert nationalen Gesundheitsnotstand

Update vom 28. Oktober, 13.47 Uhr: Seit fast einer Stunde beraten sich Angela Merkel und die Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über strenge Corona-Regeln, eventuell sogar einen Lockdown light. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bewertet die derzeitige Situation Deutschlands in der Corona-Pandemie als „nationalen Gesundheitsnotstand“. Nicht, weil man zurzeit Menschen noch nicht versorgen könne, sagte Bouffier am Mittwoch in Wiesbaden. „Aber wenn wir nicht handeln, dann kommen wir an einen Punkt, wo wir sie nicht mehr versorgen können.“

Update vom 28. Oktober, 11.03 Uhr: Viel wird aktuell diskutiert über die Maßnahmen und den angedachten Lockdown, über den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten heute beraten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die geplanten neuen Einschnitte im Kampf gegen die Corona-Pandemie bereits verteidigt.

„Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät“, sagte er im Südwestrundfunk. Es sei besser, jetzt „die Welle zu brechen“ und dann Richtung Weihnachten die Situation wieder eher unter Kontrolle zu haben

Corona-Gipfel heute mit Merkel: Entscheidung über Lockdown erwartet - so soll er aussehen

Update vom 28. Oktober, 8.34 Uhr: Schon vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten heute ab 13 Uhr ist klar: Es wird zu drastischen Kontaktbeschränkungen kommen. Freizeiteinrichtungen und Gastronomiebetriebe sollen bundesweit geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten werden - und vieles mehr.

Die Maßnahmen sollen ab dem 4. November gelten, der Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. So soll der Lockdown light aussehen: 

  • Öffentlichkeit, Feiern: Nur noch Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstandes sollen sich gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen. Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden sanktioniert werden. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.
  • Schulen und Kindergärten: Diese Einrichtungen sollen offen bleiben. Die Länder sollten aber weitere Schutzmaßnahmen einführen.
  • Einzelhandel: Einzelhandelsgeschäfte sollen unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet bleiben. Es müsse aber sichergestellt werden, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 25 Quadratmeter aufhält.
  • Unterhaltungsveranstaltungen: Theater, Opern oder Konzerthäuser sollen schließen. Dies gilt auch für Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmeeinrichtungen. Auch Bordelle und andere Prostitutionsstätten sollen geschlossen werden.
  • Sport: Freizeit- und Amateursportbetriebe sollen auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen geschlossen werden, ebenso Schwimm- und Spaßbäder sowie Fitnessstudios. Über Spiele der oberen Fußball-Ligen wird in dem Papier nichts Konkretes gesagt.
  • Gastronomie und Hotels: Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen sollen geschlossen werden. Ausgenommen werden sollen die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Touristische Übernachtungsangebote im Inland sollen untersagt werden. Angebote sollten nur noch für notwendige Zwecke gemacht werden. Die Bürger werden aufgefordert, generell auf private Reisen und auf Verwandtenbesuche zu verzichten.
  • Körperpflege: Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios sollen schließen, medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien aber möglich sein. Friseursalons bleiben - anders als im Frühjahr - aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet.
  • Wirtschaft: Industrie, Handwerk und Mittelstand solle sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden, heißt es im Entwurf. Die Arbeitgeber müssten ihre Mitarbeiter vor Infektionen schützen. Wo immer umsetzbar soll Heimarbeit ermöglicht werden.

Corona-Gipfel mit Merkel: Heute Entscheidung über Lockdown - so drastisch sollen die Regeln sein

Update, 28. Oktober, 7.20 Uhr: Eine Beschlussvorlage des Bundes für die Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ländern, die heute um 13 Uhr beginnen soll, lässt ahnen, wie weitreichend die neuen Regelungen zur Eindämmung der Neuinfektionen sein sollen. Die Rede ist von einer Schließung von Freizeiteinrichtungen und Gastronomie, dem Verbot von Unterhaltungsveranstaltungen und der Einschränkung von Feiern, sowohl auf Plätzen als auch in Wohnungen. Ein entsprechender Vorschlag liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Demnach sollen die Maßnahmen am 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten. Der neue Lockdown light würde Theater, Kinos, Konzerthäuser, Freizeitparks und auch Bordelle treffen. Auch Freizeit- und Amateursport wäre de facto beendet; das Papier sieht die Schließung öffentlicher und privater Sportanlagen vor, ebenso von Bädern und Fitnessstudios. Darüber berichtet auch msl24.de*.

Gastronomiebetriebe sollen schließen, nur die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt sein. Der Bund plane außerdem ein Verbot touristischer Übernachtungsangebote im Inland. Die Schließungsliste würde außerdem Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios betreffen. Physio- und ähnliche medizinische Therapien sollen weiter möglich sein.

Geöffnet bleiben sollen der Einzelhandel, Industrie und Handwerk, außerdem, anders als im Frühjahr, auch Friseursalons. Auch Schulen und Kindergärten sollen diesmal möglichst offen gehalten werden.

Corona-Gipfel mit Merkel und den Ministerpräsidenten: Söder und Laschet sprechen

Update vom 27. Oktober, 19.46 Uhr: Nach Bayerns Markus Söder hat sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert. Er rief die Bürger zu einer drastischen Reduzierung der privaten Kontakte auf - auch, um Bildung und Wirtschaftsleben aufrecht zu erhalten. Der November sei der entscheidende Monat. Laschet nannte zentrale Punkte im Kampf gegen die Corona-Krise.

Update vom 27. Oktober, 14.11 Uhr: Am Tag vor dem Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angesichts der steigenden Infektionszahlen ein schnelles und konsequentes Gegensteuern. Am Mittwoch (28. Oktober) wollen sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beraten. Söder sagte dazu am Dienstag in München: „Wir müssen uns morgen bewähren.“

Welche konkreten Gegenmaßnahmen er fordert, ließ Söder zunächst offen, betonte aber: „Lieber gleich und richtig als spät und halbherzig, und lieber mit einer wirksamen Therapie als mit reinen Placebos.“ Es reiche nicht aus, etwas zu beschließen, was in zwei Wochen schon wieder überholt sei, mahnte der Ministerpräsident.

Einen kompletten Lockdown wie im März schloss er weiterhin aus. Söder machte deutlich, dass Schulen und Kitas so lange es geht offen bleiben sollten.

Corona-Gipfel mit Merkel und den Ministerpräsidenten: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen mit einem Lockdown

Update vom 27. Oktober, 9.03 Uhr: Wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten zur Bund-Länder-Runde trifft, rechnen fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Coronavirus-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die die Deutschen Presse-Agentur in Auftrag gegeben hat, sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten - oder ein „Lockdown light“, wie es genannt wird. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Ein Lockdown bedeutet, dass weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen würden. Zur Bekämpfung der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder beschlossen, Schulen und Kitas zu schließen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen für die Öffentlichkeit zu sperren. Die meisten Gaststätten, Läden und Dienstleister durften keine Kundschaft empfangen, Zusammenkünfte etwa in Kirchen oder Sportvereinen waren verboten. Ansammlungen von mehr als zwei Personen unterschiedlicher Haushalte waren über Wochen nicht zulässig.

Im Gegensatz zu den flächendeckenden Maßnahmen des Frühjahrs gibt es jetzt zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle vor allem Gegenmaßnahmen in den sogenannten Hotspots, also Städten und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Corona-Gipfel vorgezogen: Merkel sieht „dramatische“ Lage - kommt der Lockdown light?

Hamm - Aktuell vergeht kaum ein Tag, an dem das Robert-Koch-Institut (RKI) keine neuen alarmierenden Coronavirus-Zahlen vermeldet. Mit 14.714 Neuinfektionen war am Sonntag (25. Oktober) ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie in Deutschland erreicht. Die Situation verschärft sich, Angela Merkel will handeln und zieht den geplanten Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern vor. Daher sollen sich an diesem Mittwoch (28. Oktober) noch einmal die Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin in einer Videokonferenz beraten.

Corona-Gipfel: Merkel zieht Konferenz mit Ministerpräsidenten vor - Kanzleramt besorgt

Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit. Ursprünglich war der Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten für Freitag (30. Oktober) angesetzt. Seibert unterstrich, dass es eine ernsthafte Entwicklung gebe. Demnach seien Kontaktnachverfolgungen durch die Gesundheitsämter kaum mehr möglich und die Intensivbetreuung von Corona-Patienten nehme wieder zu.

Corona-Gipfel am Mittwoch: Laut Medienberichten plant Merkel einen Lockdown-Light

Nach Informationen der „Bild“ plant Angela Merkel einen „Lockdown light“. Dabei sollen mehrere Maßnahmen verschärft werden. Schulen und Kitas sollten geöffnet bleiben, außer in Regionen mit enorm hohen Infektionszahlen. Auch Geschäfte dürften bei dieser Art des Lockdowns geöffnet bleiben, allerdings mit Einschränkungen. Restaurants und Bars müssten allerdings schließen, Veranstaltungen sollen verboten werden. Einen Lockdown brachten bereits schon Virologe Christian Drosten und Karl Lauterbach ins Spiel. Sie hatten die Idee eines zeitlich begrenzten Lockdowns über die Weihnachtsferien.

Nach einem Medienbericht sei Angela Merkel in großer Sorge wegen der hohen Infektionszahlen, das habe sie in den CDU-Gremien deutlich gemacht. Der Anstieg müsse dringend gestoppt werden, mahnte sie nach Informationen der "Bild" am Montag in den Beratungen. Die Situation sei "hochdynamisch" und "dramatisch". Deutschland könne demnach bald in eine "schwierige Lage" kommen, wenn es um Intensivbetten gehe. Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) äußerte sich nach dpa-Informationen in den CDU-Gremien sehr skeptisch, was das Infektionsgeschehen angeht.

Bund-Länder-Beratung: Kaum Einigkeit bei verschärften Corona-Regeln

Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da trafen sich Angela Merkel und die Ministerpräsidenten in Berlin zu einer Bund-Länder-Konferenz. Damals wie heute gefordert: einheitliche Corona-Regeln in Deutschland. Das Ergebnis der letzten Beratungen am 14. Oktober war wenig zufriedenstellend: Zwar wurden Beschlüsse zu Maskenpflicht, privaten Feiern, Sperrstunde, Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungen getroffen. Einigkeit herrschte zwischen den Ländern aber keineswegs.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war nicht zufrieden mit den Ergebnissen der vergangenen Bund-Länder-Beratungen am 14. Oktober. Jetzt hat sie einen neuen Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten vorgezogen.

So gab es beispielsweise keine Einigung beim umstrittenen Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten. Das war zuvor Streitpunkt Nummer 1, hier hatte sich vor allem die Bevölkerung eine einheitliche Regeln gewünscht. Bund und Länder fanden bei dem Corona-Gipfel keine Einigung und vertagten das Thema erst einmal bis zum 8. November. Bis dahin soll diese Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Die meisten Länder warteten allerdings nicht auf das Ergebnis einer Überprüfung und schafften das Verbot umgehend ab. Auch einige Gerichte kippten es.

Bund-Länder-Beratung: Angela Merkel nicht zufrieden mit den Ergebnissen des letzten Corona-Gipfels

Bereits kurz nach dem Corona-Gipfel wurden kritische Stimmen laut. Der Deutschen Stiftung Patientenschutz gingen die schärferen Maßnahmen von Bund und Ländern in Corona-Hotspots nicht weit genug. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte seinerzeit, dass die schärferen Regeln nur ein erster Schritt sein könnten. Auch fehlten „verbindliche Zielvorgaben zur Stabilisierung der Gesundheitsämter oder zum Aufbau kommunaler pflegerisch-medizinischer Unterstützungsgruppen“.

Aber auch Angela Merkel selbst war nicht zufrieden mit dem Ausgang der Beratungen. „Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden“, sagte die CDU-Politikerin noch während der Sitzung in Berlin. „Es reicht einfach nicht, was wir hier machen“, sagte die Kanzlerin und unterstellte den Ländern zugleich, sich kleine Schlupflöcher zu suchen.

Coronavirus breitet sich weiter aus: RKI meldete immer höhere Zahlen

Laut Robert-Koch-Institut meldeten die Gesundheitsämter am Montagmorgen (26. Oktober) 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Eine Woche zuvor war diese Zahl etwa halb so hoch bei 4325. Eigentlich sind die Fallzahlen sonntags und montags niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Die Zahl der Todesfälle überstieg am Wochenende die Marke von 10.000. (mit dpa-Material) *msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

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