1. SauerlandKurier
  2. Politik

Nahostkonflikt: Lufthansa stellt Israel-Flüge ein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Franz Rohleder

Kommentare

Lufthansa Logo
Logo der Lufthansa. © dpa

Hier lesen Sie alle Informationen zum Nahostkonflikt zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Streifen. Aktuell stellt die Lufthansa alle Flüge nach Tel Aviv ein.

+++ Auch die Fluggesellschaft Air Berlin streicht aus Sicherheitsgründen vorerst ihre Flüge nach Tel Aviv in Israel. Air Berlin habe sich aufgrund der aktuellen Situation entschieden, die in den nächsten 36 Stunden geplanten Flüge abzusagen, teilte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Dienstagabend mit.

Betroffen sind sechs Flüge der Air Berlin-Group; einer davon sollte am Dienstagabend von Berlin-Tegel aus starten. Am Mittwoch bis in die Nacht zu Donnerstag sind fünf Flüge von Berlin nach Tel Aviv und zurück sowie von Wien nach Tel Aviv und zurück abgesagt. Die Lage werde fortlaufend bewertet, hieß es.

+++ Die Eskalation des Nahost-Konflikts bewegt die Menschen weltweit - und führt an manchen Orten zu antisemtischen Ausfällen. Was tun gegen judenfeindliche Äußerungen bei überwiegend friedlichen Kundgebungen? Die Bundesregierung begegnet den Vorfällen mit scharfen Worten.

+++ Nach anderen Airlines streicht auch die Lufthansa aus Sicherheitsgründen Flüge nach Israel. Die Regelung gelte für 36 Stunden, sagte ein Sprecher in Frankfurt/Main. Betroffen waren noch am Dienstag Flüge von Frankfurt und München nach Tel Aviv sowie ein Flug von Tel Aviv nach Frankfurt. Die Regelung gelte für alle Flüge der Lufthansa, Germanwings, Austrian Airlines und Swiss. Aus Frankfurt, Berlin, München, Zürich und Wien bietet die Lufthansa-Gruppe laut Flugplan sieben bis zehn Flüge täglich nach Tel Aviv an.

+++ Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat amerikanischen Fluggesellschaften wegen der Raketengefahr Flüge nach Israel vorübergehend untersagt. Die Anweisung gelte für 24 Stunden, teilte die FAA am Dienstag mit.

Wegen Nahostkonflikt: Keine US-Flüge nach Israel

+++ Wegen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen haben große US-Fluglinien ihre Verbindungen nach Israel vorübergehend eingestellt. Der internationale Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv werde "bis auf Weiteres" nicht mehr angeflogen, teilte Delta Airlines am Dienstag mit. Auch US Airways und United Airlines strichen Flüge nach Tel Aviv.

Delta musste nach eigenen Angaben am Dienstag eine Boeing 747 mit 290 Menschen an Bord zum Pariser Flughafen Charles de Gaulles umleiten, weil es "Berichte über eine Rakete oder damit verbundene Trümmer" in der Nähe des Ben-Gurion-Flughafens gegeben habe. Die Fluglinie erklärte, in "engem Kontakt" mit den US-Behörden zu stehen. Delta fliegt auf der Strecke zwischen Tel Aviv und New York-JFK.

US Airways bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, "wegen Sicherheitsbedenken" seine Verbindungen zwischen Tel Aviv und Philadelphia am Dienstag gestrichen zu haben. United Airlines erklärte auf seiner Internetseite, dass die für Dienstag vorgesehenen Flüge zwischen New York-Newark und Tel Aviv ausfielen, begründete dies aber mit der "Verfügbarkeit von Flugzeugen".

Nahostkonflikt: Neue Luftangriffe durch Israel

+++ Die israelische Luftwaffe hat bei einer neuen Serie von Angriffen im Gazastreifen am Dienstagnachmittag sechs Palästinenser getötet. Wie die palästinensischen Rettungsdienste mitteilten, galten die Angriffe den Flüchtlingslagern Al-Bureidsch und Al-Magasi im Zentrum des Gazastreifens sowie einem Ziel in Rafah im Süden. Damit stieg die Gesamtzahl der getöteten Palästinenser seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli auf mehr als 600.

Die große Mehrheit der palästinensischen Toten und der über 3.600 Verletzten sind nach Angaben der UNO und der Sanitätsdienste Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite starben durch Angriffe militanter Palästinenser 27 Soldaten und zwei Zivilisten.

Nahostkonflikt: US-Generalsekretär fordert Frieden

+++ UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Israel und die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas zur Beilegung ihres blutigen Konflikts aufgefordert. „Beenden Sie das Kämpfen, beginnen Sie miteinander zu sprechen!“, sagte er am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Tel Aviv. Ban bezeichnete den Raketenbeschuss israelischer Orte durch palästinensische Militante als „schockierend“. Weiter sagte er: „Militärische Aktionen werden Israels Stabilität nicht stärken.“

Netanjahu warf der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, mehr Verluste unter der eigenen Bevölkerung anzustreben. „Sie wollen, ich wiederhole, wollen mehr zivile Opfer“, sagte er. „Israel tut, was jedes Land tun würde, wenn Terroristen Raketen auf seine Städte hageln lassen würde“, sagte der Regierungschef. Hamas missbrauche Hilfslieferungen von Zement, um neue „Terror-Tunnel“ nach Israel zu graben. Israel habe eine Waffenruhe akzeptiert, Hamas jedoch abgelehnt. „Wir haben diese Eskalation nicht gewählt.“ 

+++ Das Auswärtige Amt geht Hinweisen nach, denen zufolge eine siebenköpfige Familie mit deutscher Staatsangehörigkeit unter den fast 600 Todesopfern des israelisch-palästinensischen Konflikts im Gazastreifen sein soll.

Nahostkonflikt 2014: Die Chronologie

Nahost-Konflikt: Israel startet Bodenoffensive in Gaza

dpa/AFP

Auch interessant

Kommentare