Beschluss des Bundestages

Rauchen wird teurer - aber nicht nur der Preis für Zigaretten steigt

Rauchen wird teurer: Der Bundestag hat eine Reform der Tabaksteuer beschlossen. Nicht nur für normale Zigaretten steigen die Preise rasant an.

Hamm - Raucher in Deutschland müssen bald tiefer in die Tasche greifen. Denn der Bundestag hat jetzt mehrheitlich eine Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Von der Reform sind aber nicht nur klassische Zigaretten betroffen.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Zigaretten werden teurer: Bundesrat beschließt Erhöhung der Tabaksteuer - auch für E-Zigaretten

Denn nicht nur Raucher von herkömmlichen Zigaretten müssen bald mehr zahlen. Künftig wird auch das Dampfen von E-Zigaretten und Tabakerhitzern höher besteuert.

Welche Kosten kommen jetzt auf die Betroffenen in Deutschland zu? Die geplante Reform sieht vor, dass die Tabaksteuer für eine Packung mit 20 Zigaretten im kommenden Jahr um durchschnittlich 10 Cent teurer wird. Doch damit nicht genug.

Denn ein Jahr später - also 2023 - kommen weitere 10 Cent obendrauf. In den Jahren 2025 und 2026 kommt noch einmal jeweils 15 Cent pro Packung hinzu. Somit steigt die Steuer auf klassische Zigaretten stärker als eigentlich von der Bundesregierung geplant. Zwar ist am 25. Juni noch der Bundesrat am Zug, dessen grünes Licht gilt allerdings als so gut wie sicher.

Hersteller von E-Zigaretten kritisierten Reform der Tabaksteuer: Sie wollen Beschwerde einreichen

Künftig werden auch sogenannte Liquids zur Verwendung in E-Zigaretten der Tabaksteuer unterworfen werden. Bisher gilt für sie die Umsatzsteuer. Für erhitzten Tabak - sogenannte Heat-not-Burn-Produkte - soll eine zusätzliche Steuer eingeführt werden, sodass es hier künftig eine Besteuerung wie bei Zigaretten gibt. So sollen für ein 10-Milliliter-Liquid, das derzeit rund 5 Euro kostet, soll ab 2022 1,60 Euro mehr Steuern anfallen. Dieser Wert soll bis 2026 auf 3,20 Euro steigen.

Die Hersteller von E-Zigaretten wehren sich gegen die geplante Erhöhung der Tabaksteuer. Sie verwiesen darauf, dass E-Zigaretten und Tabakerhitzer deutlich weniger Schadstoffe enthielten als Tabakzigaretten. Ihre Argumentation: Dieser Unterschied werde fiskalisch nicht berücksichtigt. Das „Bündnis für tabakfreien Genuss“ - die Branchenvertretung für E-Zigaretten - will vor das Bundesverfassungsgericht ziehen und wegen der aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Steuererhöhung eine Verfassungsbeschwerde einreichen.

Die Bundesregierung hatte sich naturgemäß auch mit dem Coronavirus beschäftigt. Kanzlerin Angela Merkel sprach etwa nach der Ministerpräsidentenkonferenz von einem „Wettlauf“ gegen die Delta-Variante“. Immerhin: Der Sinkflug der Corona-Zahlen in Deutschland geht weiter - und noch ist der Anteil der Delta-Variante in Deutschland gering. (mit dpa- und afp-Material)

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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