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Russland dreht Gas ab: Frankreich erhält keine Lieferungen mehr, Italien deutlich weniger

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Von: Tobias Utz, Daniel Dillmann

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Laut den Netzbetreibern in Frankreich hat Russland die Gaslieferungen mittlerweile vollständig eingestellt.

+++ 12.00 Uhr: Der russische Energiekonzern Gazprom hat nun auch die Lieferung von Erdgas an Italien gedrosselt. Laut Angaben des teilstaatlichen Gasversorgers Eni sagte Gazprom der italienischen lediglich 50 Prozent der bestellten Liefermenge zu. Schon in den vorigen Tagen waren die Gaslieferungen gedrosselt worden: am Mittwoch um 15 Prozent und am Donnerstag um 35 Prozent der bestellten Mengen. Der russische Gazprom-Konzern hat in den vergangenen Tagen seine Lieferungen in eine Reihe von EU-Staaten deutlich reduziert. Auch in Deutschland kommt inzwischen sehr viel weniger Gas an.

Update vom Freitag, 17. Juni 2022, 11.00 Uhr: Frankreich bezieht ab sofort kein russisches Gas über Pipelines mehr. Das teilte der französische Netzbetreiber GRTgaz am Freitag mit. Dies sei bereits ab Mittwoch der Fall. Der Umstand sei aber auch der „Unterbrechung des Gasflusses zwischen Frankreich und Deutschland“ geschuldet. , so GRTgaz.

Der russische Gazprom-Konzern hatte in den vergangenen Tagen seine Lieferungen in eine Reihe von EU-Staaten gedrosselt. Hintergrund waren die Sanktionen, die die EU im Zuge des Ukraine-Kriegs gegen Firmen und Funktionäre aus Russland verhängt hatte.

Ein Mitarbeiter der Firma GRTgaz vor eine Kompressorstation in Frankreich. Das Land bezieht zurzeit kein Gas mehr aus Russland.
Ein Mitarbeiter der Firma GRTgaz vor eine Kompressorstation in Frankreich. Das Land bezieht zurzeit kein Gas mehr aus Russland. © Jean-Christophe Verhaegen/afp

Russland reduziert Gaslieferung an Deutschland erneut

Update vom Mittwoch, 15. Juni, 15.45 Uhr: Gazprom reduziert die maximalen Gasliefermengen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland abermals. Ab Donnerstagfrüh (16. Juni) werden täglich nur noch maximal 67 Millionen Kubikmeter durch die Leitung gepumpt, wie es am Mittwochnachmittag in einer Ankündigung hieß. Erneut begründete das russische Staatsunternehmen diesen Schritt mit Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens. Deshalb müsse eine weitere Gasverdichtungsanlage abgestellt werden, so Gazprom.

Bereits am Dienstag hatte Gazprom die Reduktion der maximalen Liefermenge auf zunächst bis zu 100 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag verkündet. Das entspricht rund 60 Prozent des bisher geplanten Tagesvolumens von 167 Millionen Kubikmeter Gas (s. Erstmeldung).

Erstmeldung vom Dienstag, 14. Juni, 13.30 Uhr: Moskau – Russland drosselt die Gaslieferungen über die Ostsee-Pipeline Nord Stream nach Deutschland um gut 40 Prozent. Es könne nur noch eine Durchleitung von 100 Millionen Kubikmetern Gas am Tag anstelle der üblichen 167 Millionen Kubikmeter sichergestellt werden, teilte der Energiekonzern Gazprom am Dienstag im Messengerdienst Telegram mit.
Als Grund gab das Unternehmen unter anderem an, dass derzeit Kompressoren des deutschen Siemens-Konzerns am Startpunkt der Pipeline fehlten.

Die russischen Erdgaslieferungen nach Europa sind seit Inkrafttreten der europäischen Sanktionen gegen Moskau wegen der militärischen Intervention in der Ukraine deutlich gesunken. Gazprom unterbrach zudem die Belieferung mehrerer europäischer Kunden, weil diese sich weigerten, für das Gas in Rubel zu bezahlen.

Ukraine-Krieg: Russland reduziert Gaslieferung an Deutschland drastisch

Die 2011 in Betrieb genommene Nord-Stream-Leitung ist die Gas-Pipeline mit der höchsten Kapazität zwischen Russland und Deutschland. Sie verläuft vom russischen Wyborg nordwestlich von St. Petersburg bis nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Durch die Pipeline wurden 2021 nach Angaben der Betreibergesellschaft 59,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland nach Europa exportiert. (tu/dil mit dpa/AFP)

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