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Atomwaffeneinsatz nach der Annexion? Putins Sprecher beschwichtigt - mit Verweis auf die „Doktrin“

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Russland annektiert ukrainische Gebiete – und drohte im Vorfeld. Wird Putin auf Angriffe mit Atomwaffen reagieren? Sein Sprecher äußert sich.

Moskau - Russland will am Freitagnachmittag (30. September) vier ukrainische Gebiete offiziell zu russischem Staatsgebiet erklären. Bereits im Vorfeld hatte der Moskau die Ukraine und den Westen eindringlich gewarnt – was Spekulationen um einen möglichen Atomwaffeneinsatz Russlands im Ukraine-Krieg anheizte.

Nun aber hat der Kreml solche Befürchtungen zurückgewiesen. „Leute, die von einer atomaren Eskalation reden, handeln sehr unverantwortlich“, sagte Wladimir Putins Regierungssprecher Dmitri Peskow am Freitag (30. September). Journalisten hatten ihn auf die Debatte angesprochen.

Russlands Präsident Wladimir Putin ist auf einem Bildschirm zu sehen, im Vordergrund steht sein Sprecher Dmitri Peskow (Archivbild).
Wie weit geht Putin im Ukraine-Krieg? Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (am Pult) wies Spekulationen zurück. © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Peskow forderte die Korrespondenten auf, die russische Militärdoktrin genauer zu lesen: „Dort ist die richtige Formulierung sehr wichtig“, sagte er. In der Doktrin steht, dass ein Atomwaffeneinsatz möglich ist, wenn durch einen Angriff mit konventionellen Waffen „die Existenz Russlands selbst“ auf dem Spiel steht.

Atomwaffeneinsatz im Ukraine-Krieg? Drohungen von Putin und Medwedew

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor einer Woche in einer TV-Ansprache erklärt:  „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht wird, werden wir zum Schutz Russlands und unseres Volkes unbedingt alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Das ist kein Bluff.“ Ex-Präsident Dimitri Medwedew wurde noch deutlicher und sagte offen: „Russland hat das Recht, Atomwaffen einzusetzen.“

Am Nachmittag will Putin ein Dokument über die Eingliederung der vier mehrheitlich von russischen Truppen kontrollierten Gebiete Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in die Russische Föderation unterzeichnen. Geplant ist dabei auch eine Rede von Putin, die mit Sorge und Spannung erwartet wird. (dpa/smu)

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