Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister will CDU-Spitzenkandidat werden

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Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager ist bereit für die Nachfolge des zurückgetretenen Christian von Boetticher als CDU-Spitzenkandidat.

Hamburg - Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager ist bereit für die Nachfolge des zurückgetretenen Christian von Boetticher als CDU-Spitzenkandidat.

Der 46-Jährige wollte sich am Montag allerdings nicht selbst zu den Spekulationen um seine Person äußern. “Jetzt ist nicht der Moment, öffentlich übereinander zu reden, sondern für einvernehmliche Gespräche miteinander“, sagte er. Boetticher hatte wegen einer früheren Beziehung zu einer 16-Jährigen am Sonntagabend auf Landesvorsitz und Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im Mai verzichtet. Am Dienstag wollen Fraktion und Landesvorstand beraten. Zuvor hatte der Landesschatzmeister der schleswig-holsteinischen CDU, Hans-Jörn Arp, eine rasche Lösung zur Nachfolge des zurückgetretenen Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Christian von Boetticher angemahnt. Beim Treffen des erweiterten Landesvorstandes müsse ein Fahrplan beschlossen werden, damit die CDU ganz schnell handlungsfähig werde, sagte Arp dem Sender NDR Info. Die Menschen müssten sehen, dass die CDU zwar einen ihrer größten Hoffnungsträger verloren habe, aber weiter regierungsfähig sei.

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Konkret zur Nachfolge wollte sich Arp nicht äußern. Ob Boetticher Fraktionschef bleiben könne, müsse am Dienstag die Fraktion entscheiden. Arp ist auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Unterdessen schweigt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Rücktritt von Christian von Boetticher. Auf die Frage, ob ihm moralische Vorbehalte Merkels gegen eine solche Beziehung bekannt seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag, eine solche Frage stelle sich der Bundesregierung nicht. “Eine persönliche Einschätzung der Bundeskanzlerin kenne ich nicht.“

Die SPD in Schleswig-Holstein rechnet sich unabhängig vom Rückzug des CDU-Spitzenkandidaten Christian von Boetticher gute Chancen auf eine Machtübernahme im nächsten Jahr aus. Die Menschen hätten ohnehin die Nase voll von CDU und FDP, sagte SPD-Landeschef Ralf Stegner am Dienstag dem Sender NDR Info. Den Koalitionsparteien attestierte er einen “desolaten Zustand“.

Die Beziehung Boettichers zu einer Minderjährigen wollte Stegner nicht bewerten. Auch Politiker seien Menschen. Deren private Entscheidungen gehörten nicht in die Öffentlichkeit.

dapd

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