Karl Lauterbach mahnt

Drastische Warnung wegen Inzidenz-Hoch bei Kindern: Schulen „nur noch im Distanzunterricht zu retten“

Karl Lauterbach ist wegen steigenden Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen alarmiert. Für den Unterricht Schulen formuliert er eine drastische Warnung.

Hamm - Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) schockte mit einer Nachricht auf Twitter am Mittwoch, 21. April, vermutlich viele Eltern - auch in Nordrhein-Westfalen. Die Botschaft: „Noch nie war die Inzidenz von Kindern und Jugendlichen so hoch wie heute.“ Weiter schreibt Lauterbach, dass das „Schuljahr wahrscheinlich nur noch im Distanzunterricht zu retten“ sei - zumal Eltern und zum Teil auch Lehrpersonal noch nicht gegen das Coronavirus geimpft seien. Dazu verwies er darauf, dass auch Kinder Long Covid bekämen. (News zum Coronavirus)

Mitglied des Deutschen BundestagesKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Schulen nur im Distanzunterricht zu retten? Karl Lauterbach wegen hoher Inzidenz bei Kindern alarmiert

Die Äußerungen von Karl Lauterbach zielen ganz offensichtlich darauf ab, den Rest des Schuljahres komplett im Distanzunterricht zu bestreiten. Für Familien ist die Corona-Krise wegen Homeschooling und Homeoffice allerdings ohnehin schon eine große Herausforderung. Um Erleichterung zu schaffen, sollen mit der Bundes-Notbremse auch die Kinderkrankentage aufgestockt werden.

Zu seinem Tweet, in dem er auf die hohen Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen eingeht, hat Karl Lauterbach eine Grafik aus dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom 20. April veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, wie hoch die wöchentlichen Covid-19-Inzidenzen in den Jahren 2020 und 2021 jeweils waren - aufgesplittet nach Altersgruppen. Aus der Grafik ist zu entnehmen, dass in Meldewoche 15 des laufenden Jahres 2021 die Corona-Inzidenzen auch bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland so hoch waren wie noch nie zuvor.

Demnach lag die Wocheninzidenz in der Altersgruppe 0 bis 4 Jahre bei 127. So hoch war sie in dieser Altersgruppe bislang erst in einer anderen Woche - nämlich in Meldewoche 12 des Jahres 2021. In der Altersgruppe 5 bis 9 Jahre lag die Inzidenz der Grafik zufolge jüngst bei 185. In Woche 12 war sie schon einmal bei 180, in den Wochen 13 und 14 aber jeweils niedriger bei 140 und 126.

Karl Lauterbach verweist auf besorgniserregende Grafik zu Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen

In der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen wurde in Woche 15 eine Inzidenz von 205 errechnet - mit Abstand der bislang höchste Wert. Zum Vergleich: In Woche 12 lag die Inzidenz in dieser Altersgruppe bei 155, in Woche 50 des Jahres 2020 bei 154. Auch bei der zweiten Altersgruppe der Jugendlichen (15 bis 19 Jahre) vermeldete das RKI jüngst eine Wocheninzidenz von 271 - auch hier das Allzeithoch. Keine andere Woche wies bisher einen annähernd so hohen Wert auf (auf Platz zwei: Woche 50 des vergangenen Jahres mit einer Inzidenz von 224).

Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) ist bekannt als Verfechter strenger Corona-Maßnahmen. Der Politiker wird nicht müde, vor katastrophalen Folgen steigender Corona-Zahlen zu warnen. Mit der Bundes-Notbremse, die am Mittwoch, 21. April, beschlossen werden soll, kommen diverse veränderte Corona-Regeln auf die Menschen zu.

Karl Lauterbach zu Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen - nur noch Distanzunterricht?

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, hat am Mittwoch via Twitter verkündet, dass er glaubt, das Schuljahr sei wegen Corona nur noch im Distanzunterricht zu retten.

Zur Erinnerung, was dann in Sachen Schule gelten wird: Hier soll unabhängig von der Bundes-Notbremse gelten, dass Schüler und Lehrer im Präsenzunterricht zweimal pro Woche getestet werden müssen. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 165 überschreitet, so wird ab dem übernächsten Tag der Präsenzunterricht in Schulen, Berufsschulen, Hochschulen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnlichen Einrichtungen verboten. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind aber möglich. Diese Bremse gilt auch für Kitas, die Länder können dort aber Notbetreuung ermöglichen. Die Schul-Notbremse tritt außer Kraft, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen den Schwellenwert wieder unterschreitet.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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