Keine Osterruhe

Doch kein Lockdown für Supermärkte: Beschlüsse bei neuem Corona-Gipfel ausgebremst

Schließung von Supermärkten an und um Ostern herum? Kanzlerin Angela Merkel ist jetzt bei einem spontan einberufenen Corona-Gipfel zurückgerudert.

Update vom 24. März, 11.42 Uhr: Die neuen Beschlüsse vom Corona-Gipfel am Montag hatten für heftige Kritik gesorgt. Es war eine sogenannte Osterruhe beschlossen worden. Demnach sollten selbst Supermärkte an Gründonnerstag schließen. Nun ist Angela Merkel zurückgerudert und hat den strengen Corona-Lockdown mitsamt Ruhetag an Gründonnerstag vorerst wieder zurückgezogen. Verantwortliche aus der Supermarkt-Branche hatten vorher beanstandet, dass sich die Einkäufe durch die anfangs geplante Schließung vor dem Oster-Wochenende noch viel mehr knubbeln würden.

Update vom 23. März, 2.57 Uhr: Es ist beschlossen und verkündet. Deutschland bekommt seinen schärfsten Lockdown seit Beginn der Coronavirus-Pandemie, der diesmal auch Supermärkte betrifft. Vom 1. bis einschließlich 5. April, also vom Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend heruntergefahren werden und ruhen, um die dritte Corona-Welle zu durchbrechen.

LandDeutschland
Einwohnerca. 83 Millionen
BundeskanzlerinAngela Merkel

Die Ostertage sollen nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer „Ruhephase“ werden. Konkret sollen nach einem Beschluss von Bund und Ländern der 1. April (Gründonnerstag) sowie der 3. April (Karsamstag) einmalig als „Ruhetage“ definiert werden - auch mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen und einem Ansammlungsverbot.

Angela Merkel erläuterte mit Blick auf das Wirtschaftsleben, die „Ruhetage“ bedeuteten Regelungen analog zu Sonn- und Feiertagen. Das heiße, dass etwa Tankstellen selbstverständlich geöffnet seien. Es könnten wie an Sonn- und Feiertagen auch bestimmte Unternehmen arbeiten. Da es zusammen mit den Osterfeiertagen insgesamt um eine Spanne von fünf Tagen (1. bis 5. April) gehe, könne der engere Lebensmitteleinzelhandel - also Supermärkte - am Samstag öffnen, an Gründonnerstag (1. April) jedoch nicht. Nach Ostern solle dann eine Phase der „umfangreichen Testung“ beginnen.

Supermärkte an Gründonnerstag und Karsamstag geöffnet oder geschlossen? So ist die Regelung

  • 1. April (Gründonnerstag): Supermärkte bleiben geschlossen.
  • 2. April (Karfreitag): gesetzlicher Feiertag - Supermärkte bleiben geschlossen.
  • 3. April (Karsamstag): Der „engere Lebensmittel-Einzelhandel“ - darunter fallen Supermärkte - darf öffnen.
  • 4. April (Ostersonntag).: Supermärkte sind geschlossen.
  • 5. April (Ostermontag): gesetzlicher Feiertag - Supermärkte bleiben geschlossen.

Supermärkte vor Lockdown? Angela Merkel plant radikalen Schritt an Ostern 

Update vom 23. März, 2.17 Uhr: Nach unbestätigten Informationen der Bild ist die Schließung von Supermärkten am Karsamstag (3. April) vom Tisch. Für Gründonnerstag (1. April) sind sie weiterhin geplant.

[Erstmeldung vom 23. März, 0.42 Uhr] Hamm - Über viele Stunden war der Corona-Gipfel am Montagabend (22. März) wegen eines großen Streits über den Osterurlaub unterbrochen - dann kam gegen Mitternacht der Paukenschlag: Eine Runde um Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte einen radikalen Lockdown über Ostern ins Gespräch. Selbst Supermärkte könnten schließen. (News zum Coronavirus)

Supermärkte vor Lockdown? Angela Merkel plant radikalen Schritt an Ostern

Der Corona-Gipfel begann am Montagnachmittag (22. März) mit 75-minütiger Verspätung - und auch danach lief es nicht rund. Beim Thema Urlaub und Reisen lagen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Chefs mehrerer Bundesländer über kreuz. Die Folge: Merkel unterbrach gegen 18.35 Uhr die Corona-Beratungen von Bund und Ländern: „Das ist mir zu lasch.“

Über Stunden gab es hinter der Kulissen Gespräche, von denen nichts nach außen drang. Dann berichtete zuerst das Nachrichtenmagazin Der Spiegel gegen Mitternacht von einem abenteuerlich anmutenden Plan, der auch Supermärkte betrifft.

Merkel plane nach Abstimmung mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Vizekanzler Olaf Scholz und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller einen radikalen Lockdown über Ostern.

Merkel-Runde lässt über radikalen Lockdown Anfang April beraten

In der ersten Aprilwoche (1. bis 6. April) sollen demnach alle Geschäfte geschlossen werden - auch Supermärkte. Demnach soll die Komplettschließung aller Geschäfte vom 1. bis zum 5. oder 6. April gelten – eine Ausdehnung der Osterfeiertage. Heißt: geschlossene Supermärkte mindestens an Gründonnerstag und Karsamstag. Und eventuell am Dienstag nach Ostermontag. An den Feiertagen Karfreitag und Ostermontag wären die Läden ohnehin dicht.

Die Bild zitiert aus der Beschlussvorlage: Der „1. April (Gründonnerstag) und der 3. April (Samstag) 2021 (sollen) zusätzlich einmalig als Ruhetage definiert werden und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen sowie einem Ansammlungsverbot vom 1. bis 5. April verbunden werden (Erweiterte Ruhezeit zu Ostern). Es gilt damit an fünf zusammenhängenden Tagen das Prinzip #WirBleibenZuHause.“

Schließung von Supermärkten gab es in der Corona-Krise bislang noch nicht

Seit Beginn der Corona-Krise wurden in Deutschland noch nie Supermärkte geschlossen. Bisher hatten im Lockdown Geschäfte des täglichen Bedarfs immer zu normalen Geschäftszeiten geöffnet. Eine Maskenpflicht wurde eingeführt und später verschärft, doch Schließungen von Lebensmittelgeschäften und Discountern wie Edeka, Rewe, Aldi, Lidl oder Netto gab es bislang noch nicht. Das könnte sich jetzt ändern.

Die Regelung ist allerdings noch nicht mit den übrigen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten abgestimmt.

Rubriklistenbild: © Weller/Kappeler/dpa

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