Premierministerin im Porträt

Theresa May: Ehemann, Karriere und Kinder? So ist die britische Premierministerin privat

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Theresa May ist seit 1980 mit Ehemann Philip May verheiratet.

Theresa May ist die Premierministerin, die den Brexit abwickelt. Wer ist die Frau hinter dem Amt? Was weiß man über Familie, Ehemann und Privatleben?

London - Ärztin, Lehrerin, Prinzessin. Fragt man kleine Mädchen nach ihrem Traumjob, fallen immer wieder die gleichen Berufe. "Premierministerrin" ist eher selten dabei. Theresa May aber wollte das schon als Zwölfjährige sein. Fast ein halbes Jahrhundert sollte es dauern, bis die heute 62-Jährige ihren Amtssitz in Downing Street Number 10 bekam, traditionell der Wohnsitz des englischen Premierministers.

Am 13. Juli 2016, trat sie die Nachfolge von David Cameron an. Dafür musste sie schon bald einen hohen Preis zahlen - nun erkennt man auch, wie drastisch der Brexit May verändert hat. May kam zu einer politisch hochbrisanten Zeit ins Amt. Als ehemalige - wenn auch eher zaghafte - Befürworterin eines EU-Verbleibs, treibt sie nun entschieden den Brexit, den Austritt Großbrittaniens aus der europäischen Gemeinschaft, voran. Ein Prozess, der dank der Gegner und No-Deal-Befürworter in der eigenen konservativen Partei bekanntermaßen mehr als zäh voranschreitet

Theresa May kam vom Pfarrhaus in die Politik

Anfangs zäh gestaltete sich auch ihr politischer Aufstieg: Theresa Mary Brasier kam am 1. Oktober 1956 in Eastbourne im englischen East Sussex zur Welt. Im Gegensatz zu vielen ihrer konservativen Parteifreunde ging sie auf eine staatliche Schule. Ihr Vater Hubert Braisier war Vikar der Church of England in Wheatley in der Nähe von Oxford. 1981 starb er an den Folgen eines Autounfalls, nur wenige Monate später starb Mutter Zaidee Mary an Multipler Sklerose. 

Brexit-Chaos: May soll Rücktritt angeboten haben

May trat relativ spät in die Politik ein. Nach ihrem Geografie-Studium in Oxford arbeitete sie zunächst für die britische Notenbank. 1986 war sie erstmals Gemeinderätin. Doch erst 1997 zog sie in das Unterhaus ein. May kam als Vertreterin des ultrabürgerlichen Wahlkreises Maidenhead, ein paar Kilometer westlich der königlichen Residenz Windsor Castle, ins Parlament. Als erste Frau wurde sie von 2002 bis 2003 "Chairman" der Konservativen Partei. Vergleichbar ist das mit dem Posten der Generalsekretärin. Im Kabinett von David Cameron stieg sie 2010 zur Innenministerin auf. 

Mays „frechstes“ Vergehen - kurioses Geständnis im Fernsehen

Die heute 62-Jährige gilt als Hardlinerin. Bereits als Innenministerin fuhr sie einen harten Kurs gegenüber islamischem Terrorismus und Migranten. Allerdings befürwortet sie die gleichgeschlechtliche Ehe und möchte mehr Frauen in wichtige politische Positionen bringen.

Verbissen und irgendwie anders - so beschreiben selbst Parteigenossen ihre Vorsitzende. Was denn das Frechste war, was sie je gemacht habe, so die Frage einer britischen TV-Journalistin: "Als ich und meine Freunde als Kinder durch die Weizenfelder gerannt sind. Die Bauern waren darüber nicht sehr erfreut", lautete die Antwort der Politikerin. Staatsmännisch, zurückhaltend, korrekt - damals schon jeder Zoll Theresa May. Wortwitz, spontanes Zugehen auf Leute, Smalltalk - das ist nicht ihr Stil.

Premierministerin Theresa May während einer Brexit-Debatte im Unterhaus.

May lebt mit der Krankheit Diabetis Mellitus

Unbeirrt verfolgt sie ihr Ziel, selbst die Erkrankung an Diabetis Mellitus Typ 1 kann sie nicht bremsen. Diagnostiziert wurde die Krankheit eher zufällig, als sich Theresa May wegen einer starken Erkältung behandeln ließ. Gegenüber „The Mail on Sunday“ erklärte sie, dass das zwar ihr Leben verändert habe, dass sie sich dadurch aber nicht einschränken lasse. Allen Widrigkeiten zum Trotz weiterzumachen, ist ihr Mantra.

Es war klar, dass May für den Brexit-Deal im Parlament nur mit viel Mühe eine Mehrheit finden könnte. Doch May kämpfte weiter. Die Fahigkeit unter Druck weiterzumachen, auf ihre Schuhspitzen zu starren und schwierige Fragen mit roboterhaftem Jargon zu beantworten, brachte Theresa May sogar den Spitznamen „Maybot“ ein.

May tanzt auf Parteitag wie eine „Dancing Queen“

Doch nicht nur dafür. Für eine Tanzeinlage in Afrika war Theresa May im Netz mit Spott überschüttet worden. Sie bewege sich wie ein Roboter, hieß es. Auf dem Tory-Parteitag gab es den nächsten Auftritt von "Maybot". Dabei nahm sie sich selbst auf den Arm und tänzelte auf die Bühne. Das brachte ihr nicht nur Lacher, sondern auch jede Menge Respekt für ihre Selbstironie ein (s. Video).

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Theresa Mays Ehemann Philip - Ehe ohne Kinder

Etwas sanfter wirkt die Premierministerin nur in Begleitung ihres Ehemanns Philip. Er sei ihr bester Freund, sagt sie über ihn. Seit 1980 sind sie verheiratet, die Ehe blieb kinderlos. Kennengelernt hat sie ihn während einer Party an der Universität Oxford, wo er Geschichte und sie Geografie studierte. Die spätere pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto, damals ebenfalls Studentin, hatte die beiden einander in einer Disco vorgestellt. Als Präsident des traditionsreichen Debattierclubs "The Oxford Union Society" hatte Philip noch eigene politische Ambitionen. Er verzichtete darauf, wurde Banker und Investmentmanager - um nun an der Seite seiner berühmten Ehefrau zumindest im Dunstkreis des politischen Spektrums wieder aufzutauchen.

Ehemann Philip May trägt den Müll raus - „Theresa kommt nicht dazu“

Die Mays halten ihr Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bei einem der seltenen gemeinsamen Fernsehauftritte in der BBC gab der "First Husband" einen Einblick in das Eheleben: "Ich übernehme die traditionellen Aufgaben der Burschen", aber seine Frau könne sehr gut kochen. Die über 100 Kochbücher, die zusammen mit seiner Gattin in die Downing Street eingezogen sind, bezeugen das. Inzwischen hat der Investmentbanker auf eine Viertagewoche reduziert, weil einer in der Ehe ja auch einkaufen und den Müll raustragen müsse. So sagte es Philip May selbst gegenüber der BBC, "Und Theresa kommt nicht dazu."

Der Mann in Theresas Schatten wird oft mit Margaret Thatchers Ehemann Dennis verglichen. Der Mann der "Eisernen Lady" sei, so spotten die Briten, auch immer mit der Tapete verschmolzen.

Premierministerin Theresa May und ihr Mann Philip auf dem Weg zu einem Gottesdienst in der Nähe ihres Wahlkreises Maidenhead.

Wie viel Einfluss hat Theresas Mann Philip May?

Doch Philip May gilt als einflussreich. „Ist er der mächtigste Mann in der britischen Politik?“ fragt der „Telegraph“ und beschreibt, wie die Parlamentsdebatten ablaufen, denen Herr May von der Zuschauertribüne aus beiwohnt: Seine Frau vermeide dem Blickkontakt mit ihm – aus Angst, selbst bei ihren schlimmsten Abstimmungsniederlagen in nervöses Lachen auszubrechen.

Philip stehe felsenfest zu Theresa May, heißt es. Er mischt wohl aktuell auch kräftig im Machtkampf um die Regierung mit. Philip May ist es, der Theresa May immer wieder ermuntert, für ihren Brexit-Plan zu kämpfen – gegen alle Widerstände. Mindestens zweimal hielt er sie davon ab, zurückzutreten: Nach den verlorenen Unterhauswahlen 2017 und nach dem peinlichen Parteitag im selben Jahr, berichtet die „Sunday Times“.

Wegen seines Einflusses hört man aber auch Klagen.  Im Januar habe er sich eingemischt, um Zugeständnisse an die oppositionelle Labour-Partei zu verhindern, beklagte Stabschef Gavin Barwell laut „Sunday Times“ vor Zeugen. Und auch jetzt rede er auf seine Frau ein, damit sie – unter dem Druck mehrerer Minister und den Brexit-Hardlinern in ihrer eigenen Partei – kein Datum für ihren Rückzug nenne.

May ist „Mischung aus strenger Schuldirektorin und Domina"

Mit ihrem strengen Auftreten erinnert auch Theresa May zuweilen an ihre einzige Vorgängerin. Deren Markenzeichen waren die Handtaschen. "Handbagging" war von diesem Zeitpunkt an die Bezeichnung für den Moment, in dem ein männlicher Politiker von der Eisernen Lady verbal eins übergezogen bekam. Mays Markenzeichen sind ausgefallene Schuhe. Sie bevorzugt knallige Farben oder Leopardenfellmuster. "Ihr Stil ist eine Mischung aus strenger Schuldirektorin und Domina", lästerte einst eine Boulevardzeitung. Mit der Schuldirektorin knüpft May ja zumindest an einen der Traumjobs kleiner Mädchen an.

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